Wünsdorf (Brandenburg)

Artefakte - Denkmale deutscher Geschichte
Fotos: Martin Schramme | Keine Verwendung der Fotos ohne Nachfrage!
letzte Änderung am 16.05.2019

1872 begann ein neues Zeitalter für das kleine Wünsdorf. Das Militär entdeckte den Ort unweit von Berlin für sich. Erster Weltkrieg, Nationalsozialismus und DDR samt Sowjetarmee - für mehr als ein Jahrhundert war Wünsdorf eine "verbotene Stadt", eine Stadt der Bunker und Soldaten. Zur besonderen Geschichte Wünsdorfs gehört die Errichtung der erste Moschee Deutschlands in den Jahren 1914/1915. Im NS-Regime wurde im Sondergebiet mitten im Deutschen Reich die deutsche Panzerwaffe entwickelt. Der intensive Bunkerbau begann 1937. Aus der unterirdischen Stahlbetonwelt befehligte das Oberkommando der deutschen Wehrmacht die Truppen an den Fronten des Zweiten Weltkrieges.

Bunkerstadt unweit Berlins

Foto: Martin Schramme | 2014 Spitzbunker in Wuensdorf bei Berlin, Foto: Martin Schramme, 2014 Foto: Martin Schramme, 2014 Foto: Martin Schramme, 2014 Foto: Martin Schramme, 2014 Foto: Martin Schramme, 2014

Von 1937 bis 1939 entstand in Wünsdorf eine Bunkeranlage für das OKH (Oberkommando des Heeres), die im Polen-Feldzug 1939 erstmals zum Einsatz kam und quasi ohne Unterbrechung bis April 1945 als nachrichtentechnische Leitstelle arbeitete. Die Nachrichtenzentrale trug den Namen Zeppelin, die OKH-Bunker hießen Maybach I und Maybach II.

Bunker in Wünsdorf

Foto: Martin Schramme, 2019 Foto: Martin Schramme, 2019 Foto: Martin Schramme, 2019 Foto: Martin Schramme, 2019 Foto: Martin Schramme, 2019 Foto: Martin Schramme, 2019 Foto: Martin Schramme, 2019 Foto: Martin Schramme, 2019 Foto: Martin Schramme, 2019 Foto: Martin Schramme, 2019 Foto: Martin Schramme, 2019 Foto: Martin Schramme, 2019

Wünsdorf ist übersät mit Bunkern aus der NS-Zeit. Versuche, einige dieser Bunker zu sprengen, waren nicht ganz so erfolgreich, wie erhofft.

Russen in Wünsdorf

Foto: Martin Schramme, 2019 Foto: Martin Schramme, 2019 Foto: Martin Schramme, 2019 Foto: Martin Schramme, 2019

Von 1907 bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs (1914-1918) entstanden in Wünsdorf die ersten militärischen Anlagen. Das NS-Regime stellte hier seinen ersten Panzerverband auf. 1938 schließlich bezog das Oberkommando der Wehrmacht (OKW) in Wünsdorf Quartier. Die Russen bezogen noch in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges das erste Mal Quartier in Wünsdorf. Der legendäre Marschall Schukow griff von hier aus in die Schlacht um Berlin ein. Auch die Sowjets nutzen den Standort als Führungsstelle und machten ihn zum Sitz des Oberkommandos der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland. 1947 sprengten die Russen einige Bunker. 1953 übernahmen die den ganzen Ort und siedelten 30.000 Soldaten an. 1994 räumten die russischen Truppe Wünsodrf. Sie hinterließen große Mengen an Munition und gefährlichen Stoffen und eine Mahnung, die wie eine Lehre aus dem Zweiten Weltkrieg verstanden werden kann: "Niemand ist vergessen, nichts ist vergessen." Angesichts von bis zu 27 Millionen Toten ist dieser Satz der Russen mehr als nachvollziehbar.