Russland - Russia - Россия

Artefakte - Denkmale deutscher und russischer Geschichte
Fotos: Tatiana Vorotneva, Mikhail Ogorodnikov und Martin Schramme
Achtung! Keine Verwendung der Bilder ohne Nachfrage!

letzte Änderung: 16.10.2018

Russland ist das größte Land der Welt und unvorstellbar reich an Ressourcen, Kultur und Geschichte. In Sankt Petersburg im äußeren Nordwesten des Russischen Reiches begann im Oktober 1917 mit dem Sturm auf das Winterpalais der Sozialismus seinen Siegeszug um die Welt. Bis 1991 konnte sich die Alternative zum Kapitalismus halten. Die mehr als 70 Jahre Sozialismus zwischen Brest im Westen und Wladiwostok im Osten waren vor allem am Anfang unter Lenin und Stalin von heroischen Ausschmückungen des Weltkommunismus geprägt. In den 1990er Jahren herrschten lange chaotische Verhältnisse in Russland und in einigen ehemaligen Teilrepubliken. Unter Wladimir Putin hat Russland zur alten Stärke zurückgefunden. Im Zuge der anhaltenden Sanktionen des Westens gegen Russland entwickelte das Land erstmals in seiner Geschichte eine unabhängige Landwirtschaft, die das Land selbst versorgen und inzwischen sogar Waren exportieren kann. (Stand im Sommer 2018)

Sankt Petersburg - schönste Stadt Europas, Hauptstadt des Zarenreichs (Leningrad, Petrograd)

Einst Hauptstadt des russischen Zarenreiches, später von den Bolschewiki nach dem Sturm des Winterpalais 1917 in Leningrad umbenannt (nach Revolutionsführer Lenin), litt während des Zweiten Weltkriegs (1941-1945) 900 Tage unter der brutalen Belagerung durch die nationalsozialistische Deutsche Wehrmacht. Der Krieg hinterließ der Stadt an der Newa Millionen Tote und unvorstellbare Zerstörungen. Heute ist die Stadt eine Perle in Europa und zieht jedes Jahr Abermillionen Touristen aus aller Welt an. Die enge Verbindung der deutschen und der russischen (sowjetischen) Geschichte sind überall in der Stadt sichtbar. So war es ein Deutscher, der 1860 die Gummifabrik Treugolnik gründete, eines der geschichtsträchtigsten Industriestandorte an der Newa. Weitere deutsche Gründungen waren die Maschinenfabrik L. Koppel AG, die Alexander-Newskij-Manufaktur, die Gesellschaft der Hütten-, Maschinenbau- und Schiffsbauwerke Bäcker & Co., die Zuckerfabrik L.E. König und Erben sowie die Gesellschaft der Tabakproduktion Laferme. Mitte des 19. Jahrhunderts lebten etwa 46.000 Deutschstämmige in Sankt Petersburg.

(Krasnij) Treugolnik - größte Gummischuh-Fabrik der Welt

Treugolnik, Ruine der Gummischuh-Fabrik, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, einst groesste Gummischuh-Fabrik verlassen und verfallen, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, Ruine der Gummischuh-Fabrik, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, einst groesste Gummischuh-Fabrik verlassen und verfallen, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, Ruine der Gummischuh-Fabrik, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, einst groesste Gummischuh-Fabrik verlassen und verfallen, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, Ruine der Gummischuh-Fabrik, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, einst groesste Gummischuh-Fabrik verlassen und verfallen, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, einst groesste Gummischuh-Fabrik verlassen und verfallen, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, Ruine der Gummischuh-Fabrik, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, einst groesste Gummischuh-Fabrik verlassen und verfallen, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, einst groesste Gummischuh-Fabrik verlassen und verfallen, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, einst groesste Gummischuh-Fabrik verlassen und verfallen, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, einst groesste Gummischuh-Fabrik verlassen und verfallen, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, Ruine der Gummischuh-Fabrik, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, einst groesste Gummischuh-Fabrik verlassen und verfallen, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, einst groesste Gummischuh-Fabrik verlassen und verfallen, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, einst groesste Gummischuh-Fabrik verlassen und verfallen, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, einst groesste Gummischuh-Fabrik verlassen und verfallen, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, einst groesste Gummischuh-Fabrik verlassen und verfallen, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, einst groesste Gummischuh-Fabrik verlassen und verfallen, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, einst groesste Gummischuh-Fabrik verlassen und verfallen, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, einst groesste Gummischuh-Fabrik verlassen und verfallen, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, einst groesste Gummischuh-Fabrik verlassen und verfallen, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, einst groesste Gummischuh-Fabrik verlassen und verfallen, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, einst groesste Gummischuh-Fabrik verlassen und verfallen, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, einst groesste Gummischuh-Fabrik verlassen und verfallen, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, einst groesste Gummischuh-Fabrik verlassen und verfallen, Foto: Martin Schramme, 2018

Einheimische kennen das dreieckige, überwiegend mit roten Ziegelgebäuden bebaute Areal in Sankt Petersburg nur "Krasnij Treugolnik" (russ. für "Rotes Dreieck"). Tatsächlich handelt es sich um einen äußerst geschichtsträchtigen Ort, dessen Markenzeichen das Dreieck war und der einst Weltrang hatte. Was man heute sieht, sind nur Reste eines Wirtschaftsimperiums. Bis zum Ersten Weltkrieg (1914-1918) war das Unternehmen die bedeutendste Gummischuh-Fabrik der Welt und zudem ein wichtiger Autoreifen-Hersteller. Ab 1929 Produktionssteigerung mit Förderbändern, 1949 neue Gummispritzhalle 70 Prozent Produktionssteigerung. 1860 gegründet als Towarizestwo Russko-Amerikanskou Resinoowou Manufakturui, kurz TRARM). Zweigbetriebe 1913 in Moskau, Riga, Odessa, Jekaterinburg, Rostow am Don, Irkutsk, Charkow, Tiflis, Taschkent, Kiew, Kasan, Saratow, Wilna, Wladiwostok, Perm, Tomsk, Warschau, Woronesch, Samara, Simferopol (Krim), Baku, Jaroslawl, Orjol, Witebsk, Batumi, Lodz, Kokant, Wladimir, Gesingfors, Bukarest, Paris, Stockholm, Ufa, Konstantinopel (Istanbul), Kischinew, Omsk, Blagoweschtschensk Fabrik Rotes Dreieck am Obwodui-Kanal nach der Oktoberrevolution 1917. Produktion von Galoschen (Überzieher aus Gummi zum Schutz der Schuhe vor übermäßiger Verschmutzung und Nässe), Gummispielzeug, Reifen, Gummibänder, Gummimanschetten, Riemen und so weiter. Gründer war der amerikanische Kaufmann Ferdinand Krauskopf mit russischen Kaufleuten. Erste Gummifabrik in Russland. Zwang britische Konkurrenten "Mackintosh" in die Knie. Verband der russisch-amerikanischen Gummimanufaktur. Modernstes Know How aus dem Ausland: Meister aus Deutschland, Galoschen aus England, Führungspersonal bis 1917 nur Deutsche. Dreieck Markenzeichen des Unternehmens, Triangle als Name seit 1908, Goldmedaille, Hoflieferant, 1900 an die Altionäre 40 Prozent Dividende gezahlt (zum Vergleich: Putilov, Hersteller von Eisenbahnen und Militärtechnik zahlte bis zu acht Prozent). Im Ersten Weltkrieg (1914-1918) Monopolist für Gummi des Kraft- und Luftverkehrs. Seit 1918 verstaatlicht als Werk Nummer Eins der Staatlichen Kautschuk-Industrie. Seit 1922 hieß das Dreieck "Rotes Dreieck". Während des Zweiten Weltkriegs (1941-1945) wurde die Produktion auf die Verteidigungsgüterproduktion verlegt. Im Winter 1941/1942 standen große Teile der Anlage still. Starke Zerstörungen sowie Versorgungsengpässe aufgrund der Blockade durch die faschistische deutsche Wehrmacht waren der Grund dafür. Wiederholt war der Betrieb schweren Angriffen ausgesetzt. Allein 1943 schlugen auf dem Areal insgesamt 1500 große Granaten und 30 Luftbomben ein. In den 1980er Jahren kamen Galoschen aus der Mode. Das Ende der Sowjetunion 1991 bedeutete letztlich aus das Ende für Treygolnik. Die Fabrik stellte auch Schreibwaren her, Radiergummi zum Beispiel. Nach der Jahtausendwende ließen sich Künstler auf dem zwischenzeitlich ausgesprochen maroden Gelände nieder. 1857 unter Zar Alexander II führte Russland Zoll für ausländische Gummiwaren ein, um die russische Gummiindustrie zu schützen. Der Protektionismus zog auch ausländische Investitionen in Russland nach sich.

Ferdinand Krauskopf war Handlungsreisender und produzierte nach dem Patent von Charles Goodyear von 1844 Gummiwaren. Wegen der Strafzölle verlegte er seine Produktion schließlich nach Sankt Petersburg, der Hauptstadt des russischen Zarenreiches. Umfangreiche Informationen über Treugolnik sind unter anderem auf der folgenden Seite zu finden. Hier klicken! (Achtung! Komplett in Russisch!) Wikipedia-Eintrag Treugolnik auf Russisch.

Der alte Standort des Unternehmens "Krasny Treugolnik" ist in großen Teilen verlassen oder verfallen. Doch in Sankt Petersburg gibt es nach wie vor einen Gummihersteller mit dem Namen "Krasny Treugolnik" und auf dessen Internetseite ist auch die Geschichte der legendären Gummischuh-Produktion zu lesen - hier. Nach Unternehmensangaben waren 2018 Kapazitäten für eine Tagesproduktion von bis zu 50 Tonnen Rohkautschuk vorhanden. Größter Kautschukhersteller der Welt war von 2004 bis 2014 Lanxess in Köln (Deutschland), eine Ausgründung der Bayer AG. Aufgrund der massiven Krise im Kautschukgeschäft bildete Lanxess 2014 durch die Fusion mit dem saudi-arabischen Petrochemiekonzern Saudi Aramco das neue Unternehmen ARLANXEO (Hauptsitz in Maastricht, Niederlande). Im Sommer 2018 nahm Lanxess einen erneuten Kurswechsel vor und kündigte an, aus dem Kautschukgeschäft vollständig aussteigen zu wollen.

alte Fabrik unter Denkmalschutz

alte Fabrik unter Denkmalschutz, Foto: Martin Schramme, 2018 alte Fabrik unter Denkmalschutz, Foto: Martin Schramme, 2018 alte Fabrik unter Denkmalschutz, Foto: Martin Schramme, 2018

Die Wassiljewski-Insel ist seit Beginn der Geschichte Sankt Petersburgs wichtiger Industriestandort der Stadt.

versteckter Schatz

LOMO - Kultkamera und Spitzenoptik aus Leningrad (Sankt Petersburg)

Lomo - Kamerafabrik, Foto: Martin Schramme, 2018 Lomo - Kamerafabrik mit Weltruf, Foto: Martin Schramme, 2018 Lomo - Kamerafabrik mit Weltruf, Foto: Martin Schramme, 2018

LOMO steht fuer Leningradskoje Optiko-mechanitscheskoje Obedinenije. 1914 gegruendet als russisch-franzoesische Compagnie fuer die Produktion von Linsen und Kameras, Herstellung optischer Instrumente fuer die russische Armee und Flotte Revolution 1917, Kontrolle durch Bolschiwiki verhindert den Transfer von 1,5 Millionen Rubel der AG ins Ausland auf Konten des Konzerns Schneider-Creusot (Schneider et Cie), eine franzoesische Eisen- und Stahlmuehle, spaeter Waffenhersteller. 1919 Verstaatlichung nach Erlass vom Juni 1918. 1930 erste sowjetische Fotokamera, 1933 erste sowjetische Filmkamera. Kerngeschaeft Optiken und optische Instrumente fuer Labore. Anfang der 1930er Jahre wurde eine Kopie der Leica-Kamera entwickelt und eine Filmkamera in Anlehnung an die Technik von Carl Zeiss in Jena (Deutschland). Nach Ende der Sowjetunion Privatisierung, Optik vor allem fuer Deutschland, insbesondere Militaeroptik. 2005 Verlagerung der Produktion nach China. Lomo produziert Hightech Mikroskope, Teleskope, medizinische Endoskope, Beobachtungsgeraete, Nachtsichtgeraete, Spektralinstrumente und meteorologische Geraete, Technik fuer Kriminalistik, Lasertechnik und Geodaesie. erster sowjetischer Fimprojektor Rus im Juni 1918 fertiggestellt. Neben optischen Instrumenten stellte Lomo seit 1920 unter anderem Gewichte, Schaufeln und Lockenstaebe her. 1921 Name GOZ, sowjetische optische Fabrik. 1928 Fertigstellung eines Zwei-Meter-Stereo-Entfernungsmessers (Charakteristik des Unternehmens Kooperation zwischen Wissenschaft und Produktion) Ende der 1920er Jahre wollte Lomo die Produktion ausbauen und strebte Kooperation mit Carl Zeiss an. Der Plan wurde jedoch verworfen, weil die Deutschen sklavische Bedingungen stellten. August 1919 Grundstein fuer neue Anlage. 1930 erste sowjetische Amateurkamera Photocor, zunaechst mit Hilfe der Deutschen, ab 1932 komplett eigene Produktion. In den 1930er Jahren zahlreiche Neuentwicklungen, unter anderem Fotokanonenkugel. 1935 Kamera Tourist, 1939 bereits sieben Kameras im Sortiment. 1936 europaweit einziges Astro-Teleskop fuer Himmelskoerper im Pulkovo-Observatorium (gegr. 1839). Nach dem Ueberfall des nationalsozialistischen Deutschen Reiches 1941 auf die Sowjetunion Verlagerung von Teilen der Produktion an die Wolga in die Region der Stadt Kasan. Sieben Transporte im Juli und August 1941. GOMZ fuer den deutschen Generalstab eines der bedeutendsten Industrieunternehmen in Leningrad, daher Bombardements am 4. und 29. Oktober 1941. Produktion in Leningrad lief weiter trotz aller Entbehrungen. Die Front hatte einen grossen Bedarf an Lomo-Produkten. Maerz 1942 Aufbau einer Anlage zur Herstellung von Kiefernextrakt, das reich an Vitamin C ist. Am Ende werden insgesamt 117.000 Portionen hergestellt, die vielen Menschen das Leben retteten. Viele Menschen starben gleichwohl an Kaelte, Hunger und Erschoepfung. Die Blockade von Leningrad dauerte vom 8. September 1941 bis zum 27. Januar 1944. Schwerer Artilleriebeschuss am 14. Januar 1943 mit Grosskablibergeschossen fuer zweieinhalb Stunden. Die zerstoerten Anlagen konnten gleichwohl innerhalb von zwei Wochen wiederaufgebaut werden. 1946 Beginn der Produktion der Kamera Komsomolez. 1950er Jahre Grossauftrag zur Ausstattung der Moskauer Staatlichen Universitaet mit optischen Geraeten. 1960 Installation des groessten Teleskops in Europa (ZTSH, 2,6 Meter Spiegeldurchmesser) im Krim-Observatorium der Akademie der Wissenschaften der UdSSR. Fuer die Heldentat bekam Lomo den Leninorden. Drei Leninorden befanden sich noch im Herbst 2018 ueber dem Eingang des alten Lomo-Hauptgebaeudes. Wladimir Iljitsch Lenin: Von allen Kuensten ist das Kino fuer uns das wichtigste. 1931 KINAP Kinoausruester, andere Fabrik Progress.

Kunstrichtung Lomo-Graphie

Kulturpalast der Fernmeldearbeiter der Sowjetunion, ehemals deutsche reformierte Kirche

Foto: Tatiana Vorotneva, 2018 Foto: Tatiana Vorotneva, 2018 Foto: Tatiana Vorotneva, 2018

Am Moika-Fluss in Sankt Petersburg (Leningrad) befindet sich dieses eindrucksvolle Gebäude. Es handelt sich um das Kulturhaus der Fernmeldearbeiter der Sowjetunion (1917-1991). Dabei handelt es sich um eine architektonisch komplett überformte ehemalige reformierte deutsche Kirche. Die Kirche stammte aus den Jahren 1862 bis 1865. Im Sozialismus der Sowjetunion, wo Religion als "Opium für das Volk" (Lenin) galt und einige Kirchen zu Bibliotheken oder Schwimmhallen umfunktioniert wurden (wenn sie nicht gar verfielen), ließen die Stadtväter von Leningrad das Objekt in den Jahren 1932 bis 1940 zum Kulturhaus umgestalten. Zuletzt war in dem Gebäude das regionale pädagogische Zentrum der russischen Post untergebracht.

Seite über Deutsche in Sankt Petersburg und das Schicksal an der Moika

Baltisches Werk

Foto: Martin Schramme, 2018 Foto: Martin Schramme, 2018
aus der Sowjetunion: Orden mit Lenin, der Oktoberrevolution 1917 in Gestalt des Kreuzers Aurora und
der kommunistische Slogan PROLETARIER ALLER LAENDER VEREINIGT EUCH!

1856 ist das Grüdungsjahr des Baltischen Werkes in Sankt Petersburg. In den mehr als 150 Jahren Betriebsgeschichte verließen Schiffe aller Art (Schlachtschiffe, U-Boote, Eisbrecher, Handelsschiffe), aber auch Dampfmaschinen, Diesellokomotiven und . Russlands erstes Kampf-U-Boot entstand 1903 auf der Werft. 2016 war Arktika, der weltweit größte Atomeisbrecher, fertig.

Geschichte des Werkes auf der Internetseite des Unternehmens.

altes Feuerwehrhaus (erbaut 1872-1874)

historisches Feuerwehr-Haus in Sankt Petersburg, Foto: Martin Schramme, 2018 Foto: Martin Schramme, 2018

Der rote Ziegelbau mit dem markanten Turm zieht sofort alle Blicke auf sich. So ein schickes Gebäude hat nicht jede Feuerwehr.

Pracht-Villa unter Denkmalschutz

, Foto: Martin Schramme, 2018

Architektur-Denkmal: Villa Preiselbeere, erbaut in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, umgebaut 1860. Architekten A.S. Andrejew, E.E. Anikin. Umgebaut in den Jahren 1884 bis 1885. Architekt A.S. Kowscharow. Geschützt durch den Staat.

Fliesenwände an ehemaligem Kaufhaus in Leningrad

Kaufhaus aus der UdSSR, Foto: Martin Schramme, 2018 Kaufhaus aus der UdSSR, Foto: Martin Schramme, 2018 Kaufhaus aus der UdSSR, Foto: Martin Schramme, 2018

Während der Zeit der Sowjetunion (1917-1991) hieß das heutige Sankt Petersburg Leningrad. Aus der Zeit stammen die Fliesenwände eines alten Kaufhauses unweit des Newa-Flusses.

Leningrader Metallfabrik

Leningrader Metallfabrik aus einem Auto bei Regen, Foto: Martin Schramme, 2018 Foto: Martin Schramme, 2018

1857 ist das Jahr der Gründung des Leningradsky Metallichesky Zavod (Leningrader Metallurgisches Werk). 1907 lief die Produktion von Turbinen nach dem Vorbild des Franzosen Auguste Rateau an. Das Werk bekam während der Zeit der Sowjetunion (1917-1991) zwei Lenin-Orden.

Gullydeckel aus der Sowjetunion

Gully aus der UdSSR, Foto: Martin Schramme, 2018 Gully aus der UdSSR, Foto: Martin Schramme, 2018

1983 installierten Arbeiter diesen Gullydeckel im Zentrum von Leningrad. Im Herbst 2018 verrichtete dieses Relikt aus den Zeiten des Sozialismus in der nun Sankt Petersburg heißenden Stadt noch immer seinen Dienst.

Industrie und Handel Petersburgs im Brockhaus-Lexikon von 1895:
"Petersburg ist eine der wichtigsten Fabrikstädte Russlands. Es hatte Anfang 1893: 514 Privatfabriken mit 77.426 Arbeitern und 151,7 Millionen Rubel Produktion. Am wichtigsten sind die Baumwollfabriken, die Eisengießereien und Maschinenfabriken, darunter in der Nähe der Obuchowschen und die Putilowschen Eisenhüttenwerke; ferner 17 Wollwaren-, 26 Papier- und Kartonnage-, 27 chemische, 14 Tabak-, 29 Leder- und 7 Glasfabriken. Dazu die großartigen kaiserlichen Glas- und Porzellanfabriken und die kaiserliche Maschinenfabrik in Alexandrowsk. Im Großhandel sind gegen 12.000 Firmen thätig mit einem Umsatz von 1785 Millionen Rubel."

Moskau - neue Hauptstadt Russlands

Moskau, die Stadt am gleichnamigen Fluss, ist das politische Zentrum Russlands und die größte Stadt Europas. Zu den bemerkenswertesten Bauwerken gehört neben dem Kreml und der Lomonossow-Universität die Metro.

Metro Moskau

Metro Moskau, Foto: Tatiana Vorotneva, 2017 Foto: Tatiana Vorotneva, 2017 Foto: Tatiana Vorotneva, 2017 Foto: Tatiana Vorotneva, 2017 Foto: Tatiana Vorotneva, 2017 Foto: Tatiana Vorotneva, 2017 Foto: Tatiana Vorotneva, 2017 Foto: Tatiana Vorotneva, 2017 Foto: Tatiana Vorotneva, 2017

Die Metro in Moskau war ein Sinnbild für den Sieg des Sozialismus. Tatkraft, Heroismus, Klassenbewusstsein, Personenkult und sozialistische Moderne verschmelzen dort zu einem atemberaubenden Gesamtkunstwerk. Nach dem Bau der U-Bahn in London während der 1870er Jahre reiften auch in Russland Überlegungen, ein U-Bahn-Projekt voranzutreiben. Doch damals fanden sich dafür keine politischen Mehrheiten. Nach der Oktoberrevolution 1917 erlebte der Gedanke eine Renaissance. 1923 bekam das deutsche Technikunternehmen Siemens Bauunion den Auftrag, eine Metro für Moskau zu projektieren. Das Ergebnis lag 1925 vor: Ein 80 Kilometer langes Tunnelsystem mit 86 Stationen sollte entstehen. Der Bau scheiterte allerdings am Geld. Erst 1931 begannen die Bauarbeiten. Zehntausende Menschen mit primitivstem Gerät waren im Einsatz. Den Fertigstellungstermin zu halten, war trotz aller Bemühungen am Ende nur durch den Kauf und Einsatz englischer Tunnelvortriebstechnik möglich. Im Mai 1935 fuhr schließlich die erste U-Bahn. Inzwischen war das Projekt zur Sache des Komsomol, der sowjetischen Jugendorganisation, geworden.

Königsberg - Ostpreußens Stolz, seit 1945 russisch Kaliningrad

Königsberg war bis 1945 eine stolze, ostpreußischen Stadt. Nach dem barbarischen Vernichtungsfeldzug des Deutschen Reiches gegen die Sowjetunion fiel die Stadt 1945 in die Hand der Roten Armee und wurde zu einem Teil Russlands. Nach dem Niedergang der Sowjetunion 1991 und der Abtrennung der baltischen Staaten (Litauen, Lettland, Estland) wurde das Kaliningrader Gebiet zu einer russischen Enklave an der Ostsee, ohne Landzugang zu Russland.

Königseck mit Kreuz-Apotheke

Foto: Mikhail Ogorodnikov, mit freundlicher Genehmigung Foto: Mikhail Ogorodnikov, mit freundlicher Genehmigung Foto: Mikhail Ogorodnikov, mit freundlicher Genehmigung Foto: Mikhail Ogorodnikov, mit freundlicher Genehmigung Foto: Mikhail Ogorodnikov, mit freundlicher Genehmigung Foto: Mikhail Ogorodnikov, mit freundlicher Genehmigung

Unglaublich, aber wahr: An der Frunze-Straße in Kaliningrad verfällt ausgerechnet direkt neben der Gazprombank, also der Bank des mächtigsten und reichsten russischen Unternehmens, ein fantastisches Gebäude mit der Kreuz-Apotheke, Bauzeit um 1900, das sich im alten Königsberg an der Königsstraße 73-75 befand. 1987, in der Endphase der Sowjetunion, sollte das Jugendstilbauwerk restauriert werden, wofür seine Bewohner auszogen. Doch weitere Jahrzehnte vergingen und nichts passierte. Die Sowjetunion hatte das Haus verschont. Es wurde bewohnt, während ringsum sozialistische Neubauten entstanden. Seit 1990 wechselte wiederholt der Besitzer. 2013 hieß es, das Bauunternehmen Rossban AG wolle das Haus sanieren. Die AG besaß das Objekt allerdings schon seit 2007 und hatte der Stadt versprochen, es in Ordnung zu bringen. 2003 schon wollte die Stadtverwaltung des Bauwerk abreißen, doch Kaliningrader protestierten und die Medien stimmten ein in den Protest. Denkmalschutz ist ein Stiefkind geblieben in Kaliningrad, von wenigen Privatinitiativen einmal abgesehen. 2015 schätzte der ortskundige Immobilienexperte Uwe Erich Niemeier die Kosten einer Sanierung des Objekts auf mehr als 3,5 Millionen Euro. Den Wert der Immobilie taxierte er mit faktisch Null, doch das Grundstück darunter mit zwöf Millionen Euro.

Das Königseck überstand als eines der wenigen Gebäude in Königsberg den verbrecherischen Bombenterror der Engländer im August 1944, wo auch Napalm zum Einsatz kam, ein tödliches Brandmittel, das große Hitze erzeugt, an der Haut haftet und mit Wasser nicht zu löschen ist.

das Königseck bei Google maps als Street view

Wirtschaft in Königsberg vor 1945
Eintrag im Brockhaus von 1894: Es bestehen mehrere sehr bedeutende Eisengießereien und Maschinen-, besonders Lokomotivfabriken, darunter die Union, ferner Dampfmühlen, Holzschneidewerke, Brennereien, Fabrikation von Tabak und Cigarren, Zündhölzern, Klavieren, Dachpappe, Asphalt, Holzcement und Mineralwasser, 13 Brauereien in und drei vor der Stadt. Berühmt ist die Marzipanfabrikation.

Links
Wiederbelebung des Marzipans aus Königsberg
echtes Königsberger Marzipan nach Deutschland gerettet
Königsberger Marzipan in Berlin

Tobolsk / Region Tjymen - das russische Tor Sibiriens

Tobolsk ist eine Industriestadt im ältesten russischen Siedlungsgebiet Sibiriens und war dort einst die Hauptstadt. Größter Sohn der Stadt ist der Chemiker Dimitri Mendelejew, der das Periodensystem der Elemente entwickelte. Tobolsk war 1917 für Zar Nikolaus II., den letzten der Romanows, und seine Familie der erste Verbannungsort nach der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution. Auch für den namhaften Schriftsteller Fjodor Dostojewski war das Machtzentrum am Zusammenfluss von Irtysch und Tobol ein Schicksalsort. Der wegen frühsozialistischer Umtriebe (Anhänger des Petraschewski-Zirkels) zu vier Jahren Zwangsarbeit Verurteilte hatte hier auf dem Weg nach Omsk einen Zwischenhalt. Markante Mitte des Ortes ist der Tobolsker Kreml, der auf dem Steilufer des Irtysch steht und sich so hoch über der Altstadt erhebt.

Wandbild aus der Sowjetunion Nr. 1 (Mosaik, 1988)

Foto: Martin Schramme, 2018 Foto: Martin Schramme, 2018 Foto: Martin Schramme, 2018

Diese heroische Darstellung der arbeitenden Bevölkerung hatte im Herbst 2018 ganze 30 Jahre überstanden. Das Mosaik in Tobolsk ist ein Werk aus der Sowjetunion und damit aus der Zeit des Kommunismus.

Wandbild aus der Sowjetunion Nr. 2 (Mosaik)

Foto: Martin Schramme, 2018 Foto: Martin Schramme, 2018

Die Arbeiter und Bauern, der arbeitende Mensch, der, der die wahren Werte schafft, sollte im Mittelpunkt der Gesellschaft stehen und die Macht ausüben. Das war die Idee des Kommunismus, wie er in der Sowjetunion entstehen sollte. Zu Ehren der arbeitenden Bevölkerung entstanden in der Zeit von 1917 bis 1991 zahlreiche Kunstwerke. Eine beliebte Variante waren farbenfrohe Mosaike an öffentlichen Gebäuden oder Fassaden von Wohnblocks. So auch in Tobolsk, dem Tor nach Sibirien.

Tobolsk im Brockhaus-Lexikon von 1895: "Betrieben werden Fischerei, Fuhrwesen, Schiffbau, Gerbereien, Talg- und Seifensiedereien, Ziegeleien und andere." Provinzhauptstadt Tjumen: "Herstellung von Teppichen, 150 industrielle Etablissements, darunter Gerbereien, Seilereien, Eisengießereien, Zündhölzchenfabrik unter anderem, und Transithandel von und nach Sibirien."