Raguhn

Artefakte - Denkmale deutscher Geschichte
Fotos: Martin Schramme | Keine Verwendung der Fotos ohne Nachfrage!
letzte Änderung am 22.07.2018

Trainiungszentrum Raguhn (1986)

Foto: Martin Schramme, 2017 Foto: Martin Schramme, 2017

Im Herbst 2017 war die DDR (1949-1990) bereits seit 27 Jahren Geschichte, doch auch in Raguhn blieben Erinnerungen an jene Zeit. So fand sich an der Mulde die künstlerische Arbeit "Trainingszentrum Raguhn" samt der Jahreszahl 1986.

alte Brennerei

Foto: Martin Schramme, 2017 Foto: Martin Schramme, 2017 Foto: Martin Schramme, 2017

Mitten in Schierau, einem nach Raguhn-Jeßnitz eingemeindeten Örtchen, befindet sich dieser wunderbare Ziegelbau. Einer alten Zeitzeugin zufolge handelte es sich dabei um eine Brennerei. In der Nähe muss sich auch eine Ziegelei befunden haben.

alte Mühle

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Eintrag im Denkmalverzeichnis des Landes Sachsen-Anhalt über die Mühle: "Erbaut wurde die Mühle 1771 in Schierau, 1898 wurde sie an den heutigen Standort versetzt. Die Bockwindmühle befindet sich etwa ein Kilometer östlich des Ortsteils Marke. Die Mühle ist bis auf die Flügel und die Welle mit der Ausstattung erhalten."

Pabst & Kilian Drahtweberei und Metalltuchfabrik

Foto: Martin Schramme, 2017 Foto: Martin Schramme, 2017 Foto: Martin Schramme, 2017

Bei dem Objekt handelt es sich möglicherweise um die Pabst & Kilian Drahtweberei und Metalltuchfabrik. Das Unternehmen war in den Anfangsjahren der DDR offenbar von strategischer Bedeutung, da sich die CIA dafür interessierte. In einem Bericht vom 7. Februar 1952 heißt es unter anderem: Die Drahtflechterei beschäftigt rund 135 Personen. Direktor ist Rudi Brückner (SED). Der Betrieb in privater Hand produziert Drahtgeflechte für die TEWA in Neustadt/Orla und für die Papierindustrie an zwei Standorten in Raguhn, Die TEWA hieß später VEB Metallweberei Neustadt/Orla. Das Material für Raguhn kam laut CIA aus Neustadt/Orla und von den Kupfer- und Messingwerken Hettstedt (Mansfeld Kombinat, heute MKM). In Raguhn gab es zeitweise bis zu vier Drahtwebereien (Quelle: Raguhn in alten Ansichten, Rudolf Brückner). Pabst & Kilian übernahm 1899 das Objekt des Emaillirwerks Lindner, welches zuvor seit 1885 im Besitz der Tuchfabrik Oskar Haun war (Konkurs 1892). Der US-Geheimdienst CIA operierte bis in die DDR-Wirtschaft hinein, unterhielt dort Spitzel wie Franz Saretzki und unterstützte Subversions- und Sabotageakte gegen den jungen sozialistischen Staat (Beispiel KgU).

Betriebe in der DDR
VEB Stanz- und Drahtwebwerke Herbrandt
VEB OGIS

Wirtschaft in Raguhn vor 1945:
Drahtweberei Gottlob Herbrandt AG
Maschinenbau und Metalltuchfabrik AG
Pabst & Kilian Drahtweberei und Metalltuchfabrik

Eintrag im Brockhaus-Lexikon von 1895: "Stadt im Kreis Dessau des Herzogtums Anhalt, auf einer durch die Mulde gebildeten Insel, an der Linie Magdeburg-Zerbst-Leipzig der Preußischen Staatsbahnen. Post, Telegraph; Fabrikation von Papier, Öfen, ätherischen Ölen und Drahtsieben sowie eine bedeutende Mühle."