Mülsen (Sachsen)

Artefakte - Denkmale deutscher Geschichte
Fotos: Martin Schramme | Keine Verwendung der Bilder ohne Nachfrage!
letzte Änderung: 31.05.2019

Mülsen ist Sachsens längste Gemeinde. Der Kernort besteht aus Mülsen, Mülsen St. Jacob, Mülsen St. Michael und Mülsen St. Niklas. In den drei Orten gab es eine Webschule und bis zur Mechanisierung Handwebereien in Woll- und Baumwollwaren.

VEB Textilwerke Mülsen, ehemals Firma Schmieder

Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015

Mehrere Textilfabriken befanden sich am Mülsenbach. 1922 wurde die Textilfabrik in Mülsen St. Jacob errichtet. Die Textilfabriken produzierten bis zum Ende der DDR an verschiedenen Standorten unter anderem Krawatten (zum Beispiel Uniformkrawatte für Postbeamte), Sporthosen aus PA-E oder Dederon (Glanznylon). Im Ostsee-Bad Kühlungsborn befand sich ein Betriebsferienheim des VEB Textilwerke Mülsen. Nach der Wende (1989/90) wurde aus dem VEB eine GmbH, doch der Konkurs folgte wie bei so vielen Betrieben in Ostdeutschland.

Bahnhofs-Hotel & Cafe, Inhaber Kurt Ludwig

Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015

Bahnhofs-Hotel & Cafe, Inhaber Kurt Ludwig | Eigene Konditorei, Fremden-Zimmer, Auto-Garage, Ausspannung, Fernruf 95, Eingang | Haus 38b

Martin-Hoop-Steinkohle-Schacht (VEB Steinkohlenwerk Martin Hoop)

Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015
Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015

Der Abbau von Steinkohle im Martin-Hoop-Schacht begann 1867 (Kaiserzeit) als Steinkohlenwerk Morgenstern Sarfert & Wiede und endete 1983 (DDR). Die Bergarbeiter brachten in dieser Zeit 44,37 Millionen Tonnen Steinkohle ans Tageslicht. Von 1889 bis 1946 hieß das Unternehmen "Gewerkschaft Morgenstern", dann wurde der Betrieb verstaatlicht. 1958 begann eine umfassende Sanierung der Anlagen. Nach 1968 folgte die schrittweise Stilllegung des letzten Steinkohlewerks im Zwickauer Revier. Weitere Informationen zum Schacht sind bei Wikipedia zu finden.

Betriebe in der DDR (1949-1990)
VEB Asbestschutzbekleidung Mülsen St. Jacob (VEB Kombinat Baumwolle)
VEB Bademoden Müsengrund
VEB Dekostoffe Mülsen St. Jacob
(VEB Kombinat Deko Plauen / VEB Kombinat Baumwolle / VEB Kombinat Wolle und Seide Glauchau)
VEB Hosenfabrik Müsen
VEB Mülsenstoffe Mülsen (VEB Kombinat Wolle und Seide Glauchau)
VEB Steinkohlenwerk Martin Hoop
VEB Textilwerke Müsen (tm, VEB Kombinat Wolle und Seide Glauchau, Betriebsteile in Mülsen, Zwickau, Groß-Röhrsdorf, Gefell)
VEB Weberei Müsengrund

Wirtschaft und Leben vor 1945
Martin-Hoop-Schacht (seit 1867)
Textilfabrik (seit 1922)

Eintrag im Brockhaus-Lexikon von 1894: drei Fabrikdörfer in der Amtshauptmannschaft Glauchau der sächsischen Kreishauptmannschaft Zwickau, an der Nebenlinie Mosel-Ortmannsdorf der Sächsischen Staatsbahnen. 12 Kilometer lang. Post, Postagentur, Telegraph, Fernsprechverbindung, Handweberei in Woll- und Baumwollwaren, Korbmacherei, Färberei und Lohgerberei.