Magdeburg (Sachsen-Anhalt)

Artefakte - Denkmale deutscher Geschichte
Fotos: Martin Schramme | Keine Verwendung der Bilder ohne Nachfrage!
letzte Änderung am 29.09.2019

Wer auf der Suche nach interessanten Altindustriestandorten in Sachsen-Anhalt ist, sollte unbedingt Magdeburg-Buckau ansehen. Vor allem das alte Reichsbahnausbesserungswerk (RAW) Salbke ist eine Augenweide. Aber auch die leerstehenden Bauten der Maschinenfabrik Buckau oder Objekte des Unternehmens SKET sind eine Reise wert und natürlich der Hafen.

An der Stelle soll nicht unerwähnt bleiben, dass Buckau auch sonst ein sehenswerter Stadtteil von Magdeburg ist. Sehr viele Altbauten sind erhalten und inzwischen auch saniert.

Handelshafen Magdeburg

Speichergebaeude im Handelshafen Magdeburg, Foto: Martin Schramme, 2013 Speichergebaeude im Handelshafen Magdeburg
Foto: Martin Schramme, 2013 Speichergebaeude im Handelshafen Magdeburg
Foto: Martin Schramme, 2013 Foto: Martin Schramme, 2013 Foto: Martin Schramme, 2013 Speichergebaeude im Handelshafen Magdeburg
Foto: Martin Schramme, 2013 Foto: Martin Schramme, 2013 Speichergebaeude im Handelshafen Magdeburg

Wachsende Warenströme über den Übersee-Hafen in der Hansestadt Hamburg zogen einen wachsenden Bedarf für Lager- und Umschlagplätze im deutschen Inland nach sich. Nachdem die preußische Regierung in Berlin bereits 1878 die Erlaubnis für den Bau eines Hafens erteilt hatte, begannen 1888 die Bauarbeiten am Handelshafen. 1893 war ein 994 Meter langes und bis zu 65 Meter breites Hafenbecken fertiggestellt. Um die Wirtschaft weiter zu fördern, wurde in den Jahren 1908 bis 1911 im Norden Magdeburgs an der Elbe der Industriehafen errichtet. Der Hafen verfügt über eine Kai-Länge von 570 Meter. Nach dem Ende der DDR 1989/90 ist es im Hafen endgültig sehr ruhig geworden. Er hat heute vor allem Museumswert. Nach Angaben der Hafenbetreiber 2014/2015 werden Getreide und Zucker aus der Magdeburger Börde sowie Stahl und Schrott im Hafen umgeschlagen.

Gebr. Wernecke | Actien-Brauerei | Diamant Brauerei (1841-1994)

Foto: Martin Schramme, 2013 Foto: Martin Schramme, 2013 Foto: Martin Schramme, 2013 Foto: Martin Schramme, 2013

Die Actien-Brauerei Magdeburg war einst ein architektonischer Diamant in Magdeburg. Im November 2013 war das nur noch zu ahnen. Vom alten Glanz ist nicht viel übrig geblieben. 1841 hatten die Gebrüder Wernecke die Unternehmung gestartet. In den folgenden Jahrzehnten wuchs die Fabrik an der Lübecker Straße beständig. Bis zum 1. Weltkrieg war hervorragende ausgebaut in leuchtend roten Ziegeln und mit auffälligen Türmen und Türmchen. Bereits seit 1872 war die Brauerei als Aktiengesellschaft unterwegs. 1946 wurde der Betrieb enteignet und seit 1952 als Diamant Brauerei Magdeburg weitergeführt. In der DDR gehörte der Betrieb am Ende zum VEB Getränkekombinat Magdeburg. Gebraut wurde Helles, Pilsner und als besonders edle Sorte Luxator. 1994 war Schluss. Die Brauerei Kulmbach hatte den Betrieb von der Treuhand übernommen und wie Meisterbräu in Halle an der Saale platt gemacht.

Börde-Brauerei

Foto: Martin Schramme, 2013 Foto: Martin Schramme, 2013 Foto: Martin Schramme, 2013 Foto: Martin Schramme, 2013

1823 gründete August Leberecht Bodenstein, Gutsbesitzer und Kaufmann, an der Sievertorstraße eine Brauerei. Sein Sohn Franz übernahm den Betrieb 1877 und führte nach seiner Ausbildung in Bayern die bayerischen Brauweisen ein. Seit 1886 wurde das Unternehmen zur Aktiengesellschaft, die bis 1946 als Brauerei Bodenstein AG zu Magdeburg firmierte. 1936 entstand der älter anmutende Siloturm nach Plänen des Frankfurter Architekten Karl Weirich. Ab 1947 ging es im VEB Börde-Brauerei weiter. 1961 wurden die Brauereien in Magdeburg zusammengefasst. Die BB wurde in der DDR Werk II im VEB Vereinigte Brauereien Magdeburg, die Diamant-Brauerei Werk I. Hinzu kam ein Werk III in Sudenburg. 1991 endete die Betriebsgeschichte. 2006 fielen große Teile der denkmalgeschützten Brauerei den Abrissbaggern zum Opfer. Im Herbst 2013 standen nur noch der Sudturm und ein Pförtnerhäuschen samt Eingangstor mit den Initialen der Brauerei "BB". Die Immobilientochter der Deutschen Kreditbank (DKB) bot Teile des Areals zum Kauf an. Die Filetstücken, darunter das Flurstück mit dem Sudturm waren verkauft. Von den insgesamt 42.000 Quadratmetern waren noch 17.000 Qudratmeter zu haben. Das 2009 mit einem ersten Spatenstich begonnene Vorhaben, den Turm zu Loftwohnungen auszubauen, endete im Herbst 2011 mit einer Zwangsversteigerung vor dem Amtsgericht. 600.000 Euro Fördermittel und ein Bankkredit von 1,3 Millionen Euro hatten anfangs in Aussicht gestanden.

Brauerei Reichardt & Schneidewin / VEB Sauerstoff- und Acetylenwerk

Foto: Martin Schramme, 2019

1864 erfolgte die Gründung der Buckauer Dampf-Bierbrauerei Reichardt & Schneidewin. 1920 begann ein neues Zeitalter für die rot-gelben Ziegelgemäuer: Das Unternehmen Linde, damals namentlich die "Gesellschaft für Lindes Eismaschinen AG", kaufte Teile des Anwesens, das seit 1914 der Brauerei Bodenstein AG gehörte, und änderte die Nutzung. Fortan wurde Sauerstoff produziert. Es war genau jene Zeit, als das Verflüssigen und Zerlegen von Gasen zum wichtigsten Umsatzträger des Unternehmens wurde. Eismaschinen waren nun auch in privaten Haushalten auf dem Vormarsch. Bereits 1924 gingen Teile des Objektes an die neue Brennerei Abtshof, die auch 2019 noch existierte. Zu NS-Zeiten (1933-1945) bekam die Sauerstoffproduktion militär-strategische Bedeutung. 1940 wurde eine neue Produktionshalle errichtet. Bis 1943 folgten weitere Umbauten und der Bau eines Luftschutzkellers. Bereits im Juni 1940 war seitens des Luftverteidigungskommandos die ständige Feuerschutz- und Brandwache angeordnet worden. Am 21. August 1940 waren die ersten Bomben auf Magdeburg gefallen. Am 16. Dezember desselben Jahres galten die Angriffe bereits den strategisch besonders wichtigen Gruson-Werken. Bei einem Bombardement 1944 wurden Gebäue des historischen Fabrikgeländes schwer beschädigt. Seit 1943 waren in der Fabrik Zwangsarbeiter im Einsatz. Nach Kriegsende 1945 und Wiederaufbau entstand 1948 der VVB Oxyka, Sauerstoffwerk Magdeburg (später VEB Sauerstoff- und Acetylenwerk Magdeburg-Buckau). Die Sauerstoffproduktion ging weiter. Doch der Betrieb wurde als kriegswichtig eingestuft und der Betreiber Linde während der Kriegsverbrecherprozesse in Nürnberg mit den Machenschaften der I.G. Farben in Verbindung gebracht. Enteignung und Demontage erheblicher Teile der Anlagen durch die Sowjetische Militäradministration (SMAD) folgten. Nach einer Explosion stand die Produktion 1947 vollends, konnte aber schrittweise wieder angefahren werden. 1973 kam das Werk in den Kombinatsverbund des VEB Kombinat Leuna-Werke "Walter Ulbricht" als Betriebsteil technische Gase Leipzig. In den 1980er baute die DDR den Bunker für die Erfordernisse der modernen Kriegsführung aus. Wegen der wachsenden Mängel an den Anlagen des Sauerstoffwerkes in Buckau plante die DDR ab 1977 ein neues Werk in Magdeburg-Hopfengarten. 1990 erfolgte die Reprivatisierung. Zwei Jahre später kam das Objekt an das französische Konsortium Air Liquide (ein führender Produzent technischer Gase), das an etlichen Standorten auf dem ehemaligen Gebiet der DDR zuschlägt. Die neuen Eigentümer betrieb 1996 die Demontage der Anlagen. Nach Verhandlungen ab September 2011 war die Übernahme durch die werk4 GmbH & Co. KG im Juni 2012 perfekt.

Interview mit der Objekt-Inhaberin Uta Linde

Kunstprojekt auf dem ehemaligen Brauerei/Sauerstoff-Fabrik-Gelände

Krystall-Palast Magdeburg

Foto: Martin Schramme, 2019 Foto: Martin Schramme, 2019 Foto: Martin Schramme, 2019

1891/92 entstand an der Straße Am Fuchsberg ein Saalbau mit 2700 Plätzen. In den 1920er Jahren entwickelte sich das Objekt zum größten Konzert- und Ballsaal der Provinz Sachsen und zum Treffpunkt der vornehmen Gesellschaft. 1928 hieß das Objekt sogar "Haus der Vornehmen Gesellschaft". In der Zeit des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945 etablierte sich das Haus zunächst als Veranstaltungsort für ein breites Publikum im Rahmen der NS-Gemeinschaft "Kraft durch Freude". Doch noch vor der Sportpalast-Rede von Reichspropagandaminister Josef Goebbles und der Ausrufung des "totalen Krieges" war Schluss mit lustig. Das Heeresbeschaffungsamt beschlagnahmte den Palast, um ihn erst als Getreidelager, dann als Internierungslager für bis zu 1400 Fremdarbeiter und Kriegsgefangene umzunutzen. Dabei und durch die Kampfhandlung während des Zweiten Weltkriegs (1939-1945) wurde das Gebäude arg in Mitleidenschaft gezogen. Nach einem Beschluss, den Palast wieder aufzubauen, konnten die Menschen ihr Haus ab Ende November 1949 und damit kurz nach der Gründung der sozialistischen DDR wieder in Beschlag nehmen. Der Kristallpalast erlebte große Zeiten, unter anderem mit DDR-Star-Komiker Eberhard Chors. Wechselnde kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen belebten das Haus bis 1977. Dann zog das Magdeburger Kabarett "Die Kugelblitze" ein. Das historische Objekt verfiel derweil, so dass 1986 die baupolizeiliche Sperrung kam. Seitdem nagt der Zahn der Zeit noch schneller als zuvor. Im Herbst 2019 waren wesentliche Teile des Bauwerks eingestürzt bzw. in einem maroden Zustand. Der 2011 gegründete Verein Kristall-Palast Magdeburg konnte das erklärte Ziel, den Kristall-Palast wiederzubeleben noch nicht erreichen.

Lokal am Bahnhof

Foto: Martin Schramme, 2013

Bei einer Zwangsversteigerung im April 2016 ging das Lokal am Bahnhof für 112.000 Euro an einen neuen Eigentümer.

Kaffeefabrik Röstfein (gegr. 1908, Kathreiners Malzkaffee-Fabriken)

Foto: Martin Schramme, 2013

Malzkaffee nach dem Pfarrer Sebastian Kneipp zu fertigen, war 1908 die Gründungsidee von Röstfein (Name erst seit den 1950er Jahren). 1912 begann die industrielle Massenherstellung des Malzkaffees, der mit den Jahren vom Volksgetränk Nummer Eins in Deutschland wurde. Für den Malzkaffee wurde statt der Kaffeebohnen aus den Kolonien in Afrika und Amerika gemäzte Gerste verwendet. Erstmals stärker gefragt war Malzkaffee bereits ab 1806, weil der Bohnenkaffee durch die Kontinentalsperre Napoleons zum seltenen und teuren Luxusgut geworden war. Zuvor hatte bereits das von König Friedrich dem Großen für sein Volk verhängte Bohnenkaffee-Verbot zur Suche nach kaffeeähnlichen Getränken geführt. Zichorienfabriken entstanden, in denen "Kaffee" aus der Wurzel der Gemeinen Wegwarte gewonnen wurde.

VEB Fleischkombinat Magdeburg

Foto: Martin Schramme, 2013 Foto: Martin Schramme, 2013

Im Zuge der Industrialisierung wuchs Magdeburg rasant. Die Einwohnerzahl stieg von 68.000 im Jahre 1840 auf 250.000 zur Jahrhundertwende. Im mehr Menschen auf engstem Raum - das zog große hygienische Probleme nach sich. Unter anderem das Schlachten zur Fleischgewinnung, das an vielen Orten der Stadt betrieben wurde, führte zu üblen Gerüchen und Abwässern. Einiges sprach daher dafür, die Schlachterei zu zentralisieren. Strengere Gesetze von 1868 und 1881 in Preußen sollten Abhilfe schaffen. 1893 entstand in Sudenburg der Magdeburger Schlacht- und Viehhof, ein Großbetrieb zur Fleisch- und Wurstgewinnung, mit 3,5 Millionen Mark an öffentlichen Mitteln, ein Anschluss an die Königliche Staatsbahn inklusive. Zuvor hatten die Stadtverordneten jahrelang um die Finanzierung gestritten. Sie favorisierten zunächst eine Privatinvestition. Weil die Stadt Magdeburg, nicht zuletzt durch Eingemeindungen, immer weiter wuchs, musste der Schlachthof 1924 erweitert werden. Das einst vor der Stadt gelegene Gelände wurde schrittweise von der expandierenden Stadt aufgesogen. In der DDR wurde der Betrieb volkseigen. 1990 war die Treuhand für die Privatisierung zuständig. Eine Diesellok aus dem Kombinat steht heute im Industriehafen Magdeburg.

SKET - Poliklinik

SKET Poliklinik | Foto: Martin Schramme SKET Poliklinik | Foto: Martin Schramme

Der Schwermaschinenbau in Magdeburg hat eine lange Geschichte. Dafür steht das Unternehmen SKET. 1969 kam das Kürzel auf, als das VEB Schwermaschinenbau-Kombinat "Ernst Thälmann" (kurz: SKET) gegründet wurde.

Reichsbahnausbesserungswerk (RAW) in Magdeburg-Salbke

Salbke | Foto: Martin Schramme Salbke | Foto: Martin Schramme Salbke | Foto: Martin Schramme Salbke | Foto: Martin Schramme

Zu den beeindruckendsten Altindustriestandorten Sachsen-Anhalts gehört das Reichsbahnausbesserungswerk (RAW) Salbke im Süden von Magdeburg. Die Werkstätten samt Kesselhaus waren im Frühjahr 2011 noch erstaunlich gut erhalten. Allerdings kam es auf dem von neugierigen Besuchern gut frequentierten Gelände immer wieder zu Zwischenfällen. So stürzte ein Geocacher in einen Schornstein und musste schwer verletzt ins Krankenhaus. Im Mai 2014 brannte ein Gebäude völlig nieder. 2013 wurde bekannt, dass ein Investor das Gelände kaufen will, um einen Solarpark zu errichten. Sein Ansinnen scheiterte jedoch zunächst an Denkmalschutz-Auflagen.

Maschinenfabrik Buckau in Buckau und Salbke

Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme

Sehr ausführliche Informationen zur Maschinenfabrik Buckau sind bei Wikipedia zu finden, siehe hier.

VEB Messgerätewerk (MGW) "Erich Weinert" (seit 2009: Teilabriss und Umbau zu Loftwohnungen)

Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme
Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme

Das Unternehmen Schäffer & Budenberg baute 1858/59 (Bernhard Schäffer war einer der Pioniere des deutschen Maschinenbaus). 1946 erfolgte die Enteignung. Die Russen übernahmen die Regie. Bis 1951 hieß der Betrieb SAG "Pribor" (Pribor ist Russisch und heißt Apparat/Gerät.), 1951 SAG "Transmasch" (Das Kürzel Transmasch steht für Transportmaschinenbau.). Im gleichen Jahr noch wurde das Messgeräte und Armaturenwerk "Karl Marx" (MAM), das 1953 an die DDR übergeben wurde. Zuletzt firmierte dort der VEB Messgerätewerk "Erich Weinert" (MESSMA). 1990 wurde das Unternehmen privatisiert und von 1994 bis 1998 liquidiert. 1992 Neugründung als messma, 2001 in der Siemens-Gruppe.

Umbau zu Lofts.
Video von den abgerissenen Gebäuden bei Youtube.

Wasserturm Salbke (anno 1893/94)

Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme

1894 wurde der Wasserturm in Salbke (damals noch eigenständig, heute Magdeburg) fertiggestellt und damit gerade rechtzeitig für die 1895 eröffnete Königliche Eisenbahnhauptwerkstatt Salbke. Die Konstruktion des Wasserbehälters entspricht dem technischen Entwurf von Otto Intze (1843-1904). Zu dem mehr als 36 Meter hohen Turm gehörten noch ein Pumpenhaus, Absetzbecken und eine Parkanlage. Im Zuge des Nationalen Aufbauwerkes (NAW) in der DDR wurde eines der Absetzbecken bis 1962 zum Schwimmbad ausgebaut. Nach dem Ende der DDR stand der Turm viele Jahre leer und verfiel, bis sich Bürger für den Erhalt engagierten und die Stadt Magdeburg des Bauwerk kaufte. 2012 konnte das sanierte Pumpenhaus, 2013 auch der Wasserturm im sanierten Zustand an die Bevölkerung übergeben werden. Auch der Turmpark erstrahlt inzwischen im neuen Glanze und ist regelmäßer Ausstellungs- und Veranstaltungsort. (Stand: Januar 2019)

Wiki-Eintrag

Bahnhof Magdeburg-Neustadt

Der Bahnhofsgebäude Magdeburg-Neustadt (ursprünglich Neustadt-Magdeburg) ist ein Bauwerk aus dem Jahr 1901. Der Bahnhof selbst bestand seit 1873. Nach langen Verhandlungen lag im Sommer 2019 die Genehmigung für den Umbau des historischen Objekts zum Sportstudio vor. Das Eisenbahnbundesamt hatte zugestimmt. 2014 hatte die Immobilientochter der Deutschen Bahn AG den roten Klinkerbau verkauft. Seit 2017 bemührte sich die Stadt Magdeburg um den Kauf des Hauses.

Betriebe in der DDR
VEB Abtshof Magdeburg
VEB agrotechnic Magdeburg (VEB Kombinat Fortschritt Landmaschinen)
VEB Albis Schleifmittel Magdeburg
VEB As Lederwaren Magdeburg
VEB Asbestzementwerk Magdeburg (VEB Kombinat Bauelemente und Faserbaustoffe)
Aufbereitung tierischer Rohstoffe Pelztierproduktion Magdeburg (VEB Kombinat Aufbereitung tierischer Rohstoffe)
VEB Aufzugbau Magdeburg (VEB Kombinat Unitras Magdeburg)
VEB Autobahnbaukombinat Magdeburg
VEB Autoreparaturwerk Magdeburg
VEB Backwarenkombinat Magdeburg
VEB BMK Magdeburg
VEB Bau Union Magdeburg
VEB Baumechanik Magdeburg (VEB Kombinat Baumechanisierung Dresden)
VEB Baureparaturen Magdeburg
VEB Baustoffkombinat Magdeburg
VEB Baustoffmaschinen Magdeburg (VEB Kombinat Baukema)
VEB Baustoffversorgung Magdeburg (VEB Kombinat Baustoffversorgung Berlin)
VEB Baustoffwerk Magdeburg
VEB Bekleidungswerk Elsta Magdeburg
VEB Beton und Werkstein Magdeburg
VEB Bona-Werk Magdeburg
VEB Getränkekombinat Magdeburg
VEB Rationalisierung und Ingenieurtechnik Magdeburg
VEB Schwermaschinenbaukombinat Ernst Thälmann Magdeburg
VEB Spezialbaukombinat Magdeburg
VEB Bau- und Montagekombinat Magdeburg (BMK)
VEB Kombinat Futter und Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte Magdeburg
VEB Kombinat Holz- und Kulturwaren Magdeburg (ab 1981 VEB Kombinat Magdeburger Kultur- und Lederwaren)
VEB Kombinat Magdeburger Armaturenwerke (MAW - Betriebe in Altenburg, Berlin, Eisenberg, Freiberg, Halle, Herzberg, Hötensleben, Leipzig, Prenzlau, Reichenbach, Roßwein, Wehrsdorf, Zittau und Zöblitz)
VEB Kombinat Magdeburger Kultur- und Lederwaren
VEB Kombinat Öl und Margarine Magdeburg
VEB Kombinat Unitras Magdeburg ("Für nur 1,5 Millionen Mark ging zum Beispiel die Magdeburger Unitras Fördertechnik GmbH an Vulcanos Firma Marcotec", berichtete der Spiegel am 23. März 1992 über dubiose Geschäfte der Treuhand.)

Wirtschaft in Magdeburg vor 1945
A. Behrens Groß-Destillation, Essig-Sprit-Fabrik und Mostrichhandlung (gegr. 1828)
Albert Badelt (Möbelstoffe und Polstermaterialien-Grosshandlung, Stuhl- und Sofagestelle, Rosshaare)
August B¨hmer & Co. Waagenfabrik, Magdeburg-Neustadt (Spezial-Waagehäuser, Gleiswaagen mit bis zu 17,20 Meter Brückenlänge und 80.000 Kilogramm Wiegefähigkeit, hochwertige Erfindung für Kohlenverladung auf Zechen)
Carl Hans Blume Lackfabriken, Magdeburg (gegr. 1873)
Carl Winter Fabrik wasserdichter Planen und Decken Zelte-Bau-Anstalt
Chemische Fabrik Pickler & Co. AG (1923-1925)
Curt Röhrich KG Säcke- und Planenfabrik, Magdeburg-Neustadt
Dampf-Chocolade- und Zuckerwaren-Fabrik Thiele & Holzhause, Fabrik-Niederlage Magdeburg (Fabrikations-Specialitäten: entölter Cacao, Speise- und Koch-Chocolade in Tafel- und Pulverform, Bonbons, Bisquits und Honigkuchen, feinste englische und schweizer Bonbons sowie Creme- und Marzipan-Artikel)
Dampf-Syrup-Fabrik Robert Brandt (Cichorien und Caffee-Surrogate)
Dresdner Gasmotoren-fabrik vorm. Moritz Hille
Eduard Imroth Seifenfabrik, Calbe/Saale und Magdeburg (Richard Imroth Seifenfabrik)
Ernst Schmidt & Co. (gegr. 1823, Kaffe-, Tee-, Kolonialwaren-, Zucker-Grosshandlung, Kaffee-Rösterei mit elektrischem Antrieb, Sortier- und Beleseanstalt)
Fahlberg-List & Co. Saccharinfabrik Salbke A/E
Friedrich Krupp, Grusonwerk Magdeburg-Buckau
Göckeritz & Dreikorn, Niederlage der Adler-Werke vormals Heinrich Kleyer AG Frankfurt am Main (Adler-Automobile, Fahrräder, Schreibmaschinen und Zubehör-Teile)
Gustav Storch & Co.
Haessler & Völcker Fabrikation von Reise-Artikeln
Heinrich Mittag Textilwarengroßhandelung (gegr. 1823)
Industrie-Werke Sachsen-Anhalt, "Rakra"-Lackfabrik Magdeburg-Sudenburg, Fichtestraße 29
J.H. Schmidt Jun. & Co. (Engros-Lager: Kurz-, Stahl-, Eisen- und Messingwaren, Porzellan-, Steingut-, Glas- und Spielwaren)
Kakao- und Schokoladenwerke Becker Kommandit-Gesellschaft
Kleinefeld & Schrader Lackfabrik, Magdeburg, "Fama"-Lacke und Lackfarben für die Industrie
Magdeburger Kaffee- und Getreide-Rösterei Fritz Meimart
Magdeburger Mühlenwerke AG (gegr. 1896)
Magdeburger Viehmarkt-Bank Aktiengesellschaft (gegr. 1893)
Mono-Werk Rudolf Chaste Photo-Artikel (gegr. 1897)
Müller & Hamel, Otto Dingels Nachf., Chocoladen- und Confit¨ren-Fabrik
Naverma-Haus Großhandels-GmbH Magdeburg (gegr. 1906)
Oertgen & Schulte Fabrik chemisch-technischer Produkte GmbH, Magdeburg (Stammhaus in Duisburg 1875 gegr.)
Ra&zlig;bach & Kralle Aktiengesellschaft, Magdeburg
R. Riebel & Sohn Lebkuchen-, Konfitüren- und Bonbon-Fabrik
R. Wolf Magdeburg-Buckau
Sauerkraut- und Conserven Fabrik Richard Plagemann
Schmidt & Gretzler (S&GM, lieferte unter anderem Sch&aauml;mmkreide von der Insel Rügen)
Schöffer & Budenberg GmbH Magdeburg-Buckau
Schreiber & Co. Magdeburg
Schubath & Siebert Konserven- und Delikatessen-Großhandlung (Spezialitäten: Käse, frische und getrocknete Südfrüchte, Obst-, Gemüse-, Fisch- und Fleisch-Konserven)
Syrup-, Kunsthonig- und Kulörfabrik Rudolf Boye, Magdeburg, Gerhard-Hauptmann-Straße 30
Tempel & Otto Fabrik feiner Liqueure und Essenzen
Thile & Holzhause Dampf-Chocoladen-Biscuit-Marzipan- und Zuckerwaaren-Fabrik
Voigt & Co. GmbH Mostrich-, Weinessig-, Essigsprit- und Speiseöl-Fabrik (gegr. 1882)
Weingrosshandlung Dankwarth & Richters
Zuckerraffinerie Magdeburg Actien-Gesellschaft

Eintrag im Brockhaus-Lexikon von 1894: In den Jahren 1871 bis 1890 hatte sich die Einwohnerzahl Magdeburgs auf 202.234 mehr als verdoppelt. "Die Industrie erstreckt sich auf Schiffbauanstalten, Eisengießereien und Maschinenfabriken, letztere namentlich in Buckau (Grusonwerk; Lokomobilfabriken: R. Wolf Und Garnett, Smith & Co.; Armaturenfabrik: Schaeffer & Budenberg), auf die Fabrikation von Zucker, Schokolade, Cichorien, Chemikalien, Woll- und Baumwollwaren, Handschuhen, Band, Leder, Tabak, Cigarren, Geldschränken, Harmonikas, Sprit, Seife und Bleiweiß; ferner bestehen Kunsttischlereien, Holzbildhauereien, Zuckerraffinerien, Brauereien. Bedeutend ist auch der Garten-, Obst- und Gemüsebau (Magdeburger Sauerkraut und Gurken). Der Handel erstreckt sich vornehmlich auf Zucker, für den Magdeburg einer der Hauptplätze der Welt ist, auf Eisenartikel, Getreide, Cichorien und Cichorienfabrikate, Wein, Stein- und Braunkohlen, Baumwolle, Tabak, wollene, baumwollene Garne, Leinenwaren, Tuche, Kolonialwaren und Holz (aus polnischen und russischen Wäldern). 1867 wurde in Magdeburg die Kettenschleppschiffahrt, die erste in Deutschland, gegründet. Magdeburg liegt an den Linien Berlin-Magdeburg, Magdeburg-Hannover, Magdeburg-Halle-Leipzig, Magdeburg-Güsten, Magdeburg-Zerbst-Leipzig, Magdeburg-Halberstadt-Thale, Magdeburg-Stendal, Magdeburg-Öbisfelde und der Nebenlinie Magdeburg-Bieberitz-Loburg der Preußischen Staatsbahnen und hat sechs Bahnhöfe (Hauptbahnhof, Magdeburg-Neustadt, Magdeburg-Sudenburg, Magdeburg-Buckau und die Güterbahnhöfe Elbbahnhof und Magdeburg-Neustadt). Mehrere Pferdebahnen durchziehen die Stadt und verbinden die Altstadt mit den Vorstädten; von Magdeburg-Friedrichstadt führt eine Dampftrambahn nach dem Herrenkrug."