Königstein (Sachsen)

Artefakte - Denkmale deutscher Geschichte
Fotos: Martin Schramme | Keine Verwendung der Bilder ohne Nachfrage!
letzte Änderung: 01.09.2019

Königstein bekam durch seine Lage an der alten Salzstraße von Prag nach Magdeburg. Überregionale Bedeutung und Bekanntheit erlangte der Ort an der Elbe durch die Festung Königstein, deren Ausbau im 16. Jahrhundert erfolgte und die in den Jahrhunderten danach selbst Zar Peter I. (1672-1725) und Napoleon Bonaparte (1769-1821) beeindruckte. In den frühen Jahrhunderten ihres Bestehens nnährte sich Königstein nicht zuletzt durch Weberei, Steinbrecherei, Flößerei und Bierbrauen. Im 19. Jahrhundert kam der Fremdenverkehr als Einnahmequelle hinzu. Die Entwicklung Königsteins wurde zu der Zeit nicht zuletzt durch die Personenschifffahrt auf der Elbe (seit 1837) und durch den Bau der Eisenbahn (1848-1851) maßgeblich gefördert. Trotz der geringen Größe des Ortes sind dort noch mehr Besonderheiten zu finden. Sie leistete der Ingenieur Max Schiemann (1866-1933) aus Dresden im Bielatal von Königstein Pionierarbeit als er 1901 eine Versuchsstrecke für einen Oberleitungsbus (O-Bus) mit zwei Führungsstangen errichten ließ. Anders als an einem Haus in Königstein zu lesen, war das zwar nicht der erste O-Bus der Welt, wohl aber der erste O-Bus Sachsens und der erste O-Bus der Welt mit dem Stromabnehmersystem, das noch heute verwendet wird. Zur Wirtschaftsgeschichte Königsteins gehört auch der Jugendwerkhof auf der Festung Königstein (1945-1955). Schwer erziehbare und straffällig gewordene Jugendliche sollten dort im Sinne der DDR-Doktrin von der sozialistischen Persönlichkeit mittels Arbeit zu besseren Menschen (um)erzogen werden.

alte Sägemühle an der Biela

alte Saegemuehle, Foto: Martin Schramme, 2019 , Foto: Martin Schramme, 2019 , Foto: Martin Schramme, 2019 , Foto: Martin Schramme, 2019 , Foto: Martin Schramme, 2019 , Foto: Martin Schramme, 2019 , Foto: Martin Schramme, 2019 , Foto: Martin Schramme, 2019 , Foto: Martin Schramme, 2019

Die alte Sägemühle hat eine Jahrhunderte alte Geschichte und wurde einst durch einen eigenen Wassergraben mit dernotwendigen Wasserkraft versorgt.

alte Fabrik

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Erste O-Bus-Strecke Sachsens

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Der Haken an dem Haus hielt einst, genauer gesagt von 1901 bis 1904, die Oberleitung des ersten O-Busses in Sachsen. 1904 wurde der Betrieb eingestellt und nach Wurzen verlegt. Weil er in Dresden keine Genehmigung bekam, hatte der Ingenieur Max Schiemann (1866-1933) den Testbetrieb eben in Königstein gestartet. Die Strecke betrug nach mehrfachen Verlängerungen 4,4 Kilometer und verband den Güterbahnhof Königstein mit der Papierfabrik in Hütten und dem Kurbad Königsbrunn. Das Kurbad florierte um die Jahrhundertwende. Die Passagierzahlen blieben weit hinter den Erwartungen zurück, so dass der Betrieb wegen Unwirtschaftlichkeit eingestellt wurde.

mehr zur Geschichte des O-Busses bei Wikipedia

Germania-Drogerie

Germania-Drogerie, Foto: Martin Schramme, 2019 Germania-Drogerie, Foto: Martin Schramme, 2019

Die Drogerie "Germania" ist die älteste Drogerie im Elbsandsteingebirge. 1897 wurde sie, allerdings an einer anderen Stelle in Königstein, gegründet. Das Geschäft hat alle Zeiten überdauert: zwei Weltkrieg, Wirren der Weimarer Republik, die DDR und die Wende-Wirren nach 1989. Ein altes Foto im Schaufenster des Anwesens erinnerte im Sommer 2019 an die frühen Jahre. Ein Blick auf das Bild verrät das breite Angebot des damaligen Inhabers Georg Weyhmann: Chemisch-technische Produkte, Beleuchtungsstofe, Parfümerien, Medicinische Seifen, Kindernährmittel, Bade-Salze, Photographische Bedarfsartikel, Dunkelkammer, Firniss, Terpentinöl, Farben, Pinsel, Verkaufsstelle der renommierten Röst-Kaffees von Richard Poetzsch Leipzig, Cigarren, Odol, Maggi, Nestle, Erdal, Palmin, "Olex" Benzin- und Oel-Station, Kräutergewölbe, Farbenhandlung.

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altes Haus - Kaffeegarten

Kaffeegarten, Foto: Martin Schramme, 2019 , Foto: Martin Schramme, 2019 , Foto: Martin Schramme, 2019 , Foto: Martin Schramme, 2019 , Foto: Martin Schramme, 2019 , Foto: Martin Schramme, 2019

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Weltkrieg-Denkmal

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Betriebe in der DDR
VEB Drahtwerk Königstein
VEB Feinpapierfabrik Königstein (nach Wiederaufbau der Papierfabrik 1947, Papierherstellung für DDR-Banknoten ab 1969)

Wirtschaft in Königstein vor 1945
Dampfsä:gewerk Königstein, Gebrüder Hering Dampfsägewerke und Holzhandlung, Goldleistenfabrik, Cellulose-Fabrik in Königstein an der Elbe Eisenhütte
Otto Voigtländer (Baugeschäft, Baumaterialien, Holzhandlung, Futtermittel, Sämereien, Malerartikel)
Papierfabrik (Papiermühle seit 1569, erste Papiermaschine 1861 unter Inhaber Hugo Hoesch, Demontage 1946)
Uhlemann & Söhne Essig-Fabrik

Eintrag im Brockhaus von 1894:
"An der Linie Dresden-Bodenbach der Sächsischen Staatsbahnen. Postexpedition, Telegraph, Dampferstation; Dampfsägemühlen, Papier- und Cellulose-, Spiegelrahmen-, Holzstoff-, Knopf-, Maschinenfabriken, Steinbrüche, Holz- und Steinhandel, Schiffahrt."

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