Ilberstedt (Sachsen-Anhalt)

Artefakte - Denkmale deutscher Geschichte
Fotos: Martin Schramme | Keine Verwendung der Bilder ohne Nachfrage!
letzte Änderung: 08.06.2019

Zucker, Likö, Salz, Galvanik - das sind die wesentlichen Zutaten aus der Wirtschaftsgeschichte Ilberstedts. Neben den vergleichsweise bescheidenen Industrieobjekten blieb Ilberstedt primär ein Ort mit landwirtschaftlichem Gepräge. Wichtig für den Anschluss an die Region war die Bahnstrecke Köthen-Aschersleben, die von 1845 bis 1865 entstand und ab 1879 von Preußen betrieben wurde.

Galvano Ilberstedt

Galvano Ilberstedt, Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015

Der VEB Galvano Ilberstedt wurde 1957 gegründet. Auf dem Betriebsgelände befand sich zuvor eine Spiritusfabrik und davor eine Zuckerfabrik. Wegen radikaler Umbauten ist von der Ära vor Galvano kaum noch was zu erkennen. Die Zuckerfabrik startete 1872 mit der Produktion von Rohzucker. In den Jahren 1898 und 1905 bis 1911 kam es zu diversen Umbauten. 1924 erfolgte die Stilllegung. Nach der politischen Wende 1989/1990 wandelte sich der VEB zur GmbH, der Galvano Ilberstedt GmbH.

Schacht Johanne

Foto: Martin Schramme, 2015
Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015

Der Salzbergbau gehört in Ilberstedt dazu. 1911/12 wurde der Schacht Johanne abgeteuft. Bis in 576 Meter stießen die Bergleute vor. Bei einer Teufe von 543 Meter wurde der Schacht angefahren und Carnalitt abgebaut. Am 2. Februar 1921 kam es zu einer Explosion in der Grube. Unter Ilberstedt liegt eines der reinsten Salze in Deutschland. Der Schacht Johanne ist heute nur noch ein Wetterschacht, dient also der Belüftung des Untertagebaus. In den 1980er Jahren hatte die DDR den Schacht dafür reaktiviert.

Zu DDR-Zeiten mussten die Menschen mit heftigen, unterirdischen Sprengungen leben. Alte Bewohner berichten, Häuser wären regelrecht gehüpft. Das Problem ist geblieben. Das Unternehmen Esco, so berichtete die Mitteldeutsche Zeitung im Jahr 2009, sprengt drei Mal täglich unter dem Ort Kalisalz aus der unterirdischen Lagerstätte heraus. Bewohner berichten von Gläserklirren, Rissen in Häusern und ihrer Angst, dass noch Schlimmeres passieren könnte wie um nahen Nachterstedt, wo die Böschung eines alten Tagebaues abrutschte. Resultat: zerstörte Häuser, tote Menschen. Geologen haben im Raum Ilberstedt bereits umfangreiche Senkungen festgestellt, die sich der Voraussage nach fortsetzen. Tagesbrüche, so beschwichtigen Offizielle, seien beim Kali-Bergbau unüblich. Das kann die Menschen nicht wirklich beruhigen, zumal es in der Kali-Region Bernburg im April 2010 bei Gnetsch einen 40 Meter tiefen Tagesbruch gab, so dass eine Landsträße verlegt werden musste. Am Ort des Geschehens war Medienberichten zufolge eine alte Deponie.

Schule, Jugendklub, Heimatverein

Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015

In diesem Objekt befand sich einst der Jugendklub von Ilberstedt. Auch der Heimtverein Ilberstedt nutzte das Gebäude. Wer weiß mehr über dieses Objekt und insbesondere über das Wandbild? Bitte hier melden!

Mahnmal in Ilberstedt

Foto: Martin Schramme, 2015

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Betriebe in der DDR
VEB Galvanao Ilberstedt

Schacht in Ilberstedt vor 1945
Schacht Johanne
Likörfabrik Ilberstedt
Zuckerfabrik Ilberstedt (1872-1924)

Quellen
albert-gieseler.de
Wikipedia