Gräfenhainichen (Sachsen-Anhalt)

Artefakte - Denkmale deutscher Geschichte
Fotos: Martin Schramme | Keine Verwendung der Bilder ohne Nachfrage!
letzte Änderung: 25.02.2019

1822 bekam Gräfenhainichen die erste Postdienststelle, die als Postkutschenstation eingerichtet wurde. 1859 ging die Eisenbahnstrecke Wittenberg-Bitterfeld in Betrieb. 1874 wurde die erste Druckerei in Gräfenhainichen gegründet. 1890 begann der Braunkohleabbau. 1908 bekam die Stadt eine Brikettfabrik. 1909 kamen die Sächsischen Feindrahtwerke dazu, 1909 eine Dampfmolkerei, 1910 eine Klaviaturfabrik und 1926 die Chemische Fabrik Stoltzenberg. Nach dem Ende der DDR blieb nicht mehr viel übrig von der Industriestadt Gräfenhainichen. 1995, nach der Rekultivierung der Braunkohlegruben, erfolgte die Gründung der Eisenstadt "Ferropolis", eine Sammlung gigantischer Abrraumbagger aus DDR-Produktion. Der Stolz der Stadt ist seither ein Freilichtmuseum der Industriekultur.

Rote Armee in Möhlau

Im Wald und auf Wiesen bei Möhlau stationierte die Sowjetunion einst Truppen, unterhielt eine Kaserne, einen Truppenübungsplatz und zwei Bunker. Sie befanden sich auf dem Boden der DDR (1949-1990) zum Schutze des Sozialismus.

Objekt der Roten Armee: kleiner Bunker

kleiner sowjetischer Bunker, Foto: Martin Schramme

Betonfertigteile wurden im Waldgebiet vergraben und im Gelände getarnt. Zu DDR-Zeiten (1949-1990) befand sich der Bunker in einer Schutzzone, zu denen normale Bürger keinen Zutritt hatten.

Objekt der Roten Armee: großer Bunker

grosser sowjetischer Bunker

Rot, Gelb, Blau, Grün, Grau, Weiß - in der Dunkelheit des verlassenen Großbunkers der Sowjetarmee finden Artefakte-Forscher viel Farbe. Dicke Sicherheitstüre, Luken, Tanks, Rohre, Lüftungsschächte und technisches Gerät sind farblich ansprechend gestaltet sowie reichlich und gut lesbar in Russisch beschriftet.

Objekt der Roten Armee: Kaserne

Kaserne der Roten Armee Kaserne der Roten Armee Kaserne der Roten Armee Kaserne der Roten Armee Kaserne der Roten Armee Kaserne der Roten Armee Kaserne der Roten Armee Kaserne der Roten Armee Kaserne der Roten Armee Kaserne der Roten Armee Kaserne der Roten Armee Kaserne der Roten Armee Kaserne der Roten Armee

Schlichte Klinkerbauten wurde, wahrscheinlich in den 50er Jahren, am Waldrand von Möhlau errichtet. Etwas versteckt ist die großflächige künstlerische Gestaltung: drei große Wandbilder an den Gebäuden und Reliefs auf Betonplatten am Appellplatz zeigen Lenin, den Staatsgründer der Sowjetunion, und die ruhmreiche Rote Armee zu Land, zu Wasser und in der Luft. Matrose, Soldat und Pilot stehen Seite an Seite und erfüllen zu Fuß, in Panzern und Flugzeugen und auf Kriegsschiffen den Kampfauftrag der kommunistischen Partei. Die heroischen Kulissen standen freilich im krassen Widerspruch zum harten, unmenschlichen Alltag der Sowjetsoldaten fernab der Heimat in der DDR.

Betriebe in der DDR (1949-1990)
VEB Ankerwickelei Gräfenhainichen
VEB Braunkohlenwerk Mulde Nord Gräfenhainichen
Druckerei G. W. Leibniz Gräfenhainichen (Akademie der Wissenschaften der DDR, Berlin)
VEB Gebäudewirtschaft Gräfenhainichen
VEB Glasfliesen Gräfenhainichen
VEB Kreisbaubetrieb Gräfenhainichen
VEB Notschlachtungsbetrieb Gräfenhainichen
VEB Werk-Kunst Gräfenhainichen (VEB Kombinat Erzgebirgische Volkskunst Olbernhau)
VEB Werkdruck Gräfenhainichen (Akademie der Wissenschaften der DDR)
VEB Zentralwerkstatt Gräfenhainichen (VEB Kombinat Anlagenbau Braunkohle Regis, seit 1981, Umwandlung des Kombinats am 1. April 1990 in die Stahl- und Maschinenbau AG)

Wirtschaft und Leben in Gräfenhainichen vor 1945
Chemische Fabrik Stoltzenberg

Eintrag im Brockhaus-Lexikon von 1894: An der Linie Berlin-Halle der Preußischen Staatsbahnen. Post, Telegraph. Stärkefabrik, Holzhandel, Acker- und Tabaksbau, Braunkohlengruben.