Freital / Deuben

Artefakte - Denkmale deutscher Geschichte
Fotos: Martin Schramme | Keine Verwendung der Fotos ohne Nachfrage!
letzte Änderung: 09.10.2018

Lederfabrik Heinrich Berger & Co. / VEB Freitaler Lederfabrik

Foto: Martin Schramme, 2016 Foto: Martin Schramme, 2016 Foto: Martin Schramme, 2016 Foto: Martin Schramme, 2016 Foto: Martin Schramme, 2016 Foto: Martin Schramme, 2016 Foto: Martin Schramme, 2016

Das große Hauptgebäude der ehemaligen Lederfabrik ist der Rest eines Gebäudeensembles, steht unter Denkmalschutz und wurde 2014 von der Stadt Freital gekauft.

alter Spielwarenladen

Foto: Martin Schramme, 2016 Foto: Martin Schramme, 2016 Foto: Martin Schramme, 2016 Foto: Martin Schramme, 2016 Foto: Martin Schramme, 2016

Aufschriften an den Mauern dieses Eckgeschäftes erinnerten noch im Juni 2016 an längst vergangene Zeiten: "Puppen u. Puppen-Sportwagen | Galanterie und Spielwaren | Puppen und Puppenteile." Nach Art der Aufmachung der Werbung stammen die Aufschriften wahrscheinlich aus der Kaiserzeit (bis 1919) oder der Weimarer Republik (1919-1933).

VEB Kamerafabrik Freital

Mit der Gründung der Freitaler Kamera-Industrie Beier & Co. 1923 begann die Kameraproduktions-Geschichte in Freital. Das Unternehmen stellte anfangs Plattenkameras her, Klapp- und Boxkameras folgten um 1930. Von 1941 bis zum Kriegsende 1945 war die Produktion komplett auf die Kriegswirtschaft umgestellt und Zulieferer der Askania-Werke in der Reichshauptstadt Berlin. Teile für den Luft- und U-Bootkrieg wurden gefertigt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der Besetzung durch die Russen erfolgte die Demontage der Anlagen. Zurück blieb eine Belegschaft, die mit den wenigen verbliebenen Mitteln Waren herstellten, die in der Zeit von Hunger und Mangel wichtiger waren als Kameras. 1949/50 lief die Kamerafertigung wieder an. 1958 präsentierte die Kamerafabrik aus Freital die neue Beirette, die erste Kleinbildkamera der DDR mit Schnellspannhebel. 1965 war das Kamera-Werk das erste in der DDR, das auf Fließbandarbeit umstellte. Ende April 1972 wird auch in Freital die Verstaatlichung der Betriebe abgeschlossen und Beiers Kamerafabrik zum VEB Kamerafabrik Freital. Im Zuge der Kombinatsbildung in der DDR wurde die Kamerafabrik in Freital 1976 dem Kombinat VEB Pentacon zugeordnet, das 1985 wiederum im Kombinat VEB Carl Zeiss Jena aufging.

Betriebe in der DDR (1949-1990)
VEB Alpha Chemische Fabrik, Freital, Hüttenstraße 14
VEB Edelstahlwerk "8. Mai 1945" Freital, Hüttenstraße 1
VEB Fototechnik Freital
VEB Freitaler Lederfabrik
VEB Glaswerk Freital
VEB Kamerafabrik Freital (Herstellung Kleinbildkamera 24x38 mm)
VEB Kommunale Wohnungsverwaltung Freital
VEB Eisenhammerwerk Dresden-Dölzschen, Freital
VEB Plastmaschinenwerk Freital, Hüttenstraße 14 (Trusioma, VEB Kombinat Umformtechnik "Herbert Warnke")
VEB Reise-Plastik Freital, Güterstraße 4
VEB Sächsische Porzellan-Manufaktur Dresden, Freital, Bachstraße 16 (Zier- und Luxusporzellane)
VEB Steinkohlenwerk Freital

Wirtschaft in Freiberg (Sachsen) vor 1945
Bombastus-Werke (Arzneimittelhersteller, gegr. 1904)
Freitaler Kameraindustrie Beier & Co. (gegr. 1923)
Lederfabrik Heinrich Berger & Co.
Rumbo-Seifen-Werke (Gebr. Rumberg - Freital in Sachsen, Umbau der Seifenfabrik ab 2015 zum Wohnhaus)

Eintrag unter Deuben im Brockhaus-Lexikon von 1894: an der Weißeritz und der Linie Dresden-Chemnitz der Sächsischen Staatsbahnen. Post, Telegraph, Fernsprecheinrichtung; Glas- und Emaillierhütten, Dampfziegeleien, Tischlereien, Schneidemühlen, Maschinenfabrik- und Eisengießerei, Fabrikation von Cigarren, Sammet, Schmiedeteilen, Blechkochgeschirr, Lack, Dachpappe, Holzcement und Asphalt, ferner Bau- und Kunstschlosserei, Vernickelungsanstalt, Buchdruckerei, Lohgerberei, Handelsmühle und in der Umgebung Steinkohlenbergwerke und Maschinenfabriken.

Quellen
beier-kamera.de
Wikipedia