Bad Bibra (Sachsen-Anhalt)

Artefakte - Denkmale deutscher Geschichte
Fotos: Martin Schramme | Keine Verwendung der Fotos ohne Nachfrage!
letzte Änderung: 01.05.2019

1894 hieß es im Konversations-Lexikon von Brockhaus über Bibra: "Stadt im Kreis Eckartsberga des preuß. Reg.-Bez. Merseburg, 23 Kilometer nordwestlich von Naumburg a.d. Saale, in 123 m Höhe, an dem zur Unstrut gehenden Saubache, hat (1890) 1467 evang. E., Post, Telegraph; Papierfabrik, eine Eisenquelle (10-12°C.), eine alkalische Salzquelle (10-15°C.) und seit 1874 ein neues Badehaus (Aktiengesellschaft). Seit 1909 finden viele Bibraer Arbeit in den Schachtanlagen der Kaliwerke "Gewerkschaft Orlas" und "Gewerkschaft Nebra" bei Nebra.

Kaufhaus Reinhold Soff

Kaufhaus Reinhold Soff in Bad Bibra, Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015

An der Schaufensterfront entlang der Straße ist zu lesen: R. Soff. Möbel-Magazin | Haus- & Küchengeräte | Porzellan, Glas, Lampen, Steingut, Kinderwagen, Spiegel, Korb- & Spielwaren. Über der Ecktür zum Laden steht: Reinhold Soff, Inhaber Alfred Soff. Auf einer Postkarte von 1914 sahen die "Geschäftshäuser der Firma R. Soff" schon genauso aus wie 100 Jahre später. Reinhold Soff war Kolonial- und Gemischtwarenhändler. Aus erhaltenen Korrespondenzen geht hervor, dass Soff unter anderem von der Metallwerke Rudolph AG in Allstedt (Dampfkessel, Apparatebau, Kochanlagen, Emaillierwerk), von Carl Oswald Ritter aus Apolda (Haushaltswaren, Taschenlampen), LINN Konservengläser Arnstadt (Konservengläser, Haushaltswaren), Alfred Schmidt Arnstadt (Hosenträger, Ohrenschützer, Lederwaren) Otto Schulz Arnstadt (Seilerei, Flechterei, Bindfaden), Hans N. Rieß Arzberg, Bayern (Großhandel, Porzellan, Geschirr), Sächsische Metallwarenfabrik August Weller Söhne AG, Aue (Metallwaren, Besteck), Gowe Metallwaren AG, Aue (Metallverarbeitung, Besteck, Hotelsilber), Alfred Schumann in Bad Bibra (Kohlenhandel), Otto Schäfer in Bad Bibra (Tabakwaren, Großhandel), Richter & Röhrborn in Bad Bibra (Getreide, Dünger, Futter, Kohlenhandel), Otto Todte in Bad Bibra (Elektrotechnik, Radio), Richard Meister in Bad Bibra (Tischler, Möbel, Sargmachen), Buchdruckerei Otto Seiboth (Druckerei, Buchhandel, Papierwaren, Bürobedarf), C.G. Freitag in Bad Bibra (Mühle, Mehl), Otto Schmidt in Bad Bibra (Schuhe, Schuhwaren) Waren bezog. 1937 führten Alfred und Erich Soff das Geschäft (Möbel, Spielwaren, Haushaltswaren, Kurzwaren). 1944 war Erich Soff Inhaber.

Raiffeisen-Geschäft mit Speichergebäude

alter Raiffeisen-Speicher in Bad Bibra, Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015

Raiffeisen Baustoffe, Brennstoffe, Haus- und Garten-Markt steht an der Straßenseite des ehemaligen Verkaufsgebäudes. Am Speicher war im Herbst 2015 ein stark ausgeblichenes Schild zu finden: BORNIT - Bornit-Werk Aschenborn GmbH Zwickau - Tradition und Fortschritt - Aschenborn Bautenschutz-Chemie seit 1868.

Bahnhof Bad Bibra

Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015

Bad Bibra hat keinen Anschluss ans Bahnnetz. Das Bahnhofsgebäude ist eine Gastwirtschaft, der alte Wasserturm abgerissen. Bad Bibra lag an der Finnebahn, einer Nebenstrecke zwischen Laucha und Kölleda, die in den Jahren 1908 bis 1914 gebaut wurde. Der letzte Personenzug hielt am 30. September 1973 in Bad Bibra (1944 waren es laut Kursbuch noch 13 am Tag), der letzte Güterzug am 31. Dezember 1994. Güter wurden unter anderem auf das benachbarte Raiffeisengelände gefahren, das über einen separaten Gleisanschluss verfügte.

Dorfgenossenschaft Thalwinkel

Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015

Die erste bekannte Erwähnung des Ortes Thalwinkel datiert auf das 13. Jahrhundert. Es war lange eines der Zinsdörfer der Burg Scheidungen. Thalwinkel wurde 2009 nach Bad Bibra eingemeindet. Auf dem alten Speichergebäude steht: Dorfgenossenschaft Thalwinkel. Darunter scheint eine ältere Aufschrift durch: Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe - bäuerliche Handelsgenossenschaft. Außerdem ist ein Schild zu finden, das vom Wettbewerb "Schöner unsere Städte und Gemeinden" in der DDR stammt. Demnach wurde Thalwinkel "Mit dem Ehrentitel "Schönes Dorf" ausgezeichnet".

schicke Tore in Bad Bibra (19. Jahrhundert)

Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015

Hinter diesen sehenswerten Toren verbargen sich zumindest früher landwirtschaftlich geprägte Höfe.

Portal-Wappen in Bad Bibra

Foto: Martin Schramme, 2015

Bauern - ein Mann und eine Frau - mit Sense und Harke geben sich die Hand. Ein Mann und eine Frau tanzen und bei ihnen stehen ein Hund und ein Hahn. Über ihnen ist eine Blume, eingerahmt sind sie von Getreideähren.

Betriebe in der DDR
Konsum Getränkefabrik Bad Bibra
VEB Getreidewirtschaft Nebra, Betrieb Bad Bibra
VEB Molkereikombinat Bad Bibra

Wirtschaft in Bad Bibra vor 1945
Dampfziegelei Rother & Co.

Eintrag im Brockhaus-Lexikon von 1894: "Stadt im Kreis Eckartsberga im Reg.-Bez. Merseburg 23 Kilometer nordwestlich von Naumburg ..., Post, Telegraph; Papierfabrik, eine Eisenquelle, eine alkalische Salzquelle und seit 1874 ein neues Badehaus (Aktiengesellschaft)."