Aken (Sachsen-Anhalt)

Artefakte - Denkmale deutscher Geschichte
Fotos: Martin Schramme | Keine Verwendung der Bilder ohne Nachfrage!
letzte Änderung: 19.09.2019

Die Lage an der Elbe war für das kleine Aken seit jeher ein strategischer Vorteil, wenn man von den wiederkehrenden Hochwässern einmal absieht. 1795 kam es zur Gründung der Kreuter-Werft, die später von Georg Placke übernommen wurde und bis zur Verstaatlichung 1972 in der Hand der Familie Placke blieb. 1991 erfolgte die Reprivatisierung. 2014 meldete die Werfteigner Insolvenz an, doch die Übernahme des Standortes durch die Heinrich-Rönner-Gruppe, ein gigantisches Stahlbauunternehmen mit 1200 Mitarbeitern, erfolgte faktisch nahtlos. Die Werft in Aken wurde der Roßlauer Schiffswerft zugeordnet. 1890 bekam der Ort einen Bahnanschluss nach Köthen und damit auch eine Bahnverbindung nach Leipzig und Magdeburg. Die I.G. Farben entdeckte später den Standort für den Bau eines Aluminium- und eines Leichtmetallwerkes, die schließlich Teil der nationalsozialistischen Rüstungsmaschinerie wurden und aus eben diesem Grund 1945 demontiert als Kriegsreparation in die Sowjetunion kamen. Das war jedoch nicht das Ende des Industriestandortes, weil im Zuge des Aufbaus des Sozialismus ein Flachglaswerk und ein Magnesitwerk entstanden.

Hafen Aken | Hafen- und Lagerhaus-AG

Hafen- und Lagerhaus in Aken, Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme

Seit 1889 ist der heutige Hafen in Aken samt Lagerhaus in Betrieb. Die Lage an der Elbe bot sich an für die gewerbliche Schifffahrt.

Magnesitwerk Aken (ehemals I.G. Farben, gegr. 1834)

Magnesitwerk Aken, Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme

Das Magnesitwerk in Aken wurde 1834 gegründet. Der erste Leiter des VEB Magnesitwerk Aken hieß Karl Kettmann. Er stemmte sich gegen die Demontage 1946 und leitete den Wiederaufbau von 1947 bis 1951. Der VEB bestand von 1947 bis 1990. Er gehörte zuletzt zum VEB Bandstahlkombinat "Hermann Matern" Eisenhüttenstadt (seit 1990 EKO Stahl AG). Kernstück war ein Drehrohofen für Sintermagnesit.

Magnesit ist ein extrem feuerfestes Material (bis 3000 Grad Celsius) und wird daher für Hochofen-Ziegel eingesetzt.

Betriebe in der DDR
VEB Anlagenbau Aken (VEB Kombinat Schwermaschinenbau Karl Liebknecht Magdeburg)
VEB Binnenhäfen Saale
VEB Einspritzgerätewerk Aken
VEB Flachglaswerk Aken (VEB Flachglaskombinat Torgau)
VEB Hausschuhfabrik Aken
VEB Magnesitwerk Aken (VEB Bandstahlkombinat Hermann Matern Eisenhüttenstadt / VEB Rohrkombinat Karl Marx Riesa)
VEB Makosidwerk Aken (VVB Feuerfest-Industrie)
VEB Kombinat Metallaufbereitung, Werk Dessau, Verschrottungswerft
VEB Mischfutter und Nährmittel Aken
VEB Schiffsreparaturwerft Aken

Wirtschaft in Aken vor 1945
Aluminiumwerk (I.G. Farben)
Eugen Deutz Fabrikation chemischer, technischer, pharmazeutischer und kosmetischer Artikel
Hafen- und Lagerhaus-AKtien-Gesellschaft (gegr. 1889, Wasserumschlag, Spedition, Lagerei, Getreidekonservierung)
Lichtmetallwerk (I.G. Farben)
Schiffswerk Aken (Eigentümer nach 1876 Georg Placke, 1848-1930)

Eintrag im Brockhaus von 1911: Schiffbau, Tuchweberei, Zucker- und Essenzenfabriken.

Eintrag im Brockhaus von 1894: Fabrikation von Zucker, ätherischen Ölen und Essenzen (Romershausensches Augenwasser), Tuchweberei, Schiffbauerei, Schiffahrt und Handel, vor allem mit Nutzholz.

Legende
Hermann Matern (1893-1971) = namhafter Funktionär der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD)