Wolfen (Sachsen-Anhalt)

Artefakte - Denkmale deutscher Geschichte
Fotos: Martin Schramme | Keine Verwendung der Bilder ohne Nachfrage!
letzte Änderung am 04.07.2017

Filmfabrik Wolfen (1909-1994)

Foto: Martin Schramme, 2017 Foto: Martin Schramme, 2017 Foto: Martin Schramme, 2017

In Wolfen wurde 1936 der Farbfilm erfunden (Agfa Color). 1945 übertrugen die US-Amerikaner das Patent an Kodak. Es war ein Patent für die Massenproduktion, denn der erste bekannte, nicht nachträglich colorierte Farbfilm der Welt stammt von dem Engländer Edward Turner, der sich seine additive Methode (Kombination von Bildern in den Farben Blau, Rot und Grün) 1899 zum Patent anmeldete.

Wasserturm im Chemiepark

Foto: Martin Schramme, 2017 Foto: Martin Schramme, 2017 Foto: Martin Schramme, 2017

Die Firma Lingesleben aus Halle baute den Turm 1918/19 aus Stahlbeton mit Klinkerblende. Der Turm misst 36 Meter in der Höhe und hat eine Speicherkapazität von 400 Kubikmeter, ist jedoch außer Betrieb. Die einst benachbarte Maschinenhalle stand 1999 noch, 2017 war sie längst abgerissen.

Chemiefabrik

Foto: Martin Schramme, 2017

Konsum

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Noch Ende Mai 2017 erinnerte die Beschriftung "K Körbchen" an ein Land, das sich 1989/90 auflöste: die DDR. Wie es nach der Wende weiterging, zeigten Aufkleber der West-Zigaretten-Marke Marlboro.

DDR-Lokomotive aus dem LKM

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VEB Lokomotivbau Karl Marx Babelsberg (1948-1992). 1960 lieferte der Betrieb die letzte Dampflok aus. Der 1950 begonnene Diesellokomotivbau endete 1976. Ebenfalls aus dem LKM in Babelsberg kam die preiswerte Alternative zur Diesellok, die Dampfspeicherlok C, von der noch 2017 ein Exemplar an der Oppenheimer Straße unweit des Chemieparks in Wolfen stand. Die Lok gehörte einst zum Fuhrpark der Filmfabrik Wolfen.

Wasserturm

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Der Wasserturm ist Teil der Siedlung, die in der Zeit zwischen 1918 und 1929 für die Angestellten der benachbarten Filmfabrik entstand. Eine Schmiererei am Turmfüß erinnerte noch im Mai 2017 an ideologische Auseinandersetzungen der 1990er Jahre. Neben der "nazifreien Zone" steht der "Bundeskasper Kohl", gemeint ist Helmut Kohl, der von 1982 bis 1998 Bundeskanzler war.

Betriebe in der DDR
VEB Chemiekombinat Bitterfeld, Betriebsteil Wolfen
VEB Chemieanlagenbau, Produktionsbereich Filmfabrik
VEB Filmfabrik Wolfen (nach 1945 erst SAG "Photoplenka", dann VEB Film- und Chemiefaserwerk Agfa Wolfen und schließlich ORWO)
VEB Fotochemisches Kombinat Wolfen (seit 1970)
VEB Heizungs-Lüftungs-Rohrleitungsbau Dessau (K), Betriebsteil CKB Wolfen
VEB Industrie-Isolierungen Leipzig, Baust. CKB Wolfen
VEB Industrie- und Kraftwerksrohrleitungen Bitterfeld, Baust. CKB Werk Wolfen
VEB Kistenfabrik
VEB Reintex
VEB Wasserbau

Im Elementarlexikon des VEB Bibliographisches Institut Leipzig von 1985 (DDR) stand der Hinweis auf die Chemieindustrie mit den Sparten Filme, Magnetbänder, Farben, Fasern, Dünge- und Pflanzenschutzmittel.

Wirtschaft in Wolfen vor 1945
Farbenfabrik Wolfen (seit 1925 Teil der IG Farben)
Agfa AG (Filmfabrik seit 1909)

Abkürzungen:
AGFA = Actien-Gesellschaft für Anilin-Fabrication
ORWO = ORiginal WOlfen
SAG = Sowjetische Aktiengesellschaft (Sowjetunion 1917-1991)
VEB = Volkseigener Betrieb (statt Privateigentum)