Wallhausen (Goldene Aue)

Artefakte - Denkmale deutscher Geschichte
Fotos: Martin Schramme | Keine Verwendung der Fotos ohne Nachfrage!
letzte Änderung: 06.12.2016

Sanitärkeramikwerk C. & E. Carstens (VEB Steingutwerk Wallhausen)

Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012

1912 begann die Fertigung keramischer Erzeugnisse in Wallhausen (Goldene Aue). Die Manufaktur gehörte der Carstens-Gruppe, dem einst zweitgrößten deutschen Keramikhersteller neben Villeroy & Boch. Christian Heinrich Carstens hatte das Gewerbe 1900/1901 angefangen. Seine Söhne, Christian und Ernst (C. & E.) führten das Unternehmen weiter. Christian leitete die Sanitärkeramik in Wallhausen (direkt an der Bahnlinie Halle-Kassel) und Greußen. Nach dessen Tod 1929 gehörte Wallhausen (Helme) infolge der Teilung des Erbes zur Christian Carstens KG mit Fabriken in Neuhaldensleben, Hirschau, Gräfenroda, Georgenthal, Rheinsberg, Lübeck, Sorau, Blankenhain, Elmshorn, Reichenbach, Zeven, Wallhausen und Greußen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Wallhausen 1948 enteignet, verstaatlicht und von 1949 bis 1990 als VEB Steingutwerk Wallhausen im Kreis Sangerhausen betrieben. Am 5. August 1986 brannte eine Lagerhalle des Werkes, nachdem Vorschriften für Schweißarbeiten nicht eingehalten worden waren. Die Wort-Bildmarke Wallhausen bestand von 1974/75 bis 30. April 1994. Carstens erwarb 1990 von der Treuhand nur die enteignete Fabrik in Rheinsberg. 1991 übernahm die Deutsche Sanitär GmbH (Sphinx-Konzern Maastricht) die zu dem Zeitpunkt bereits auf Sanitärartikel orientierte Fertigung. Ab 1999 wurde Wallhausen nach der Fusion mit dem Weltkonzern Sanitec in der Keramag, Deutschlands Nummer Eins bei Sanitärkeramik, weitergeführt. Sanitec verkaufte Wallhausen. 2002 kauften Investoren aus Frankfurt am Main das ausgemusterte Werk. Zu Investitionen kam es nicht. Die Zusammenarbeit mit Keramag lief noch bis 2004. Ein letzter Katalog erschien zum Jahr 2006. Im Jahr 2008 folgte die Insolvenz. 2009 ging das Gelände im Zuge an einer Zwangsversteigerung an neue Eigentümer, die Gewerbeflächen entwickeln wollten. Anfang 2012 diskutierte der Gemeinderat dnr Abriss der Keramikfabrik. Laut Bericht der "Mitteldeutschen Zeitung" (Ruine soll verschwinden, 24. Februar 2012) würde der Abriss 670.000 Euro kosten. Wegen der Kosten blieb das Vorhaben jedoch umstritten.

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Betriebe in der DDR
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