Waldheim (Sachsen)

Artefakte - Denkmale deutscher Geschichte
Fotos: Martin Schramme | Keine Verwendung der Bilder ohne Nachfrage!
letzte Änderung: 07.01.2016

Gaststätte "Scharfe Ecke"

Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme

Die Gaststätte "Scharfe Ecke" war ein bekanntes Lokal an der Bahnhofstraße. Ein gewisser August Jacobi eröffnete die Gaststätte 1857 samt Spirituosengeschäft. Sein gleichnamiger Sohn führte das Lokal bis zum Ende des Ersten Weltkrieges weiter Danach übernahmen Gertrud und Arno Lorenz, die Tochter und der Schwiegersohn, den Betrieb. Mangels Nachkommen beendeten sie das Gastronomiegewerbe 1961 und verkauften an das Ehepaar Reißhauer, die am selben Ort mit Obst und Gemüse handelten.

Kornhaus

Foto: Martin Schramme

Zwischen 1780 und 1784 wurde das Kornhaus errichtet, um Getreide einzulagern, zu trocknen und in Säcke abzufüllen. Es war damals eines der größten derartigen Bauwerke zwischen Dresden und Leipzig. Auf fünf Etagen konnten 4000 sächsische Scheffel Korn (400 Kubikmeter) lagern. Die gute Bevorratung wurde 1813 jedoch überstrapaziert, als Russen in Waldheim lagerten.

Webwarenfabrik J.G. Petzold (Schillerstraße)

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In Seidels Adressbuch Waldheim 1900-1902 ist als Inhaber der Webwarenfabrik Bruno Richard Petzold genannt. 1936 ist der Betrieb in der Hand von Florentine Emilie (verwitwete Petzhold, geborene Merretig) gewesen.

Georg Kolbe

Foto: Martin Schramme

Der Bildhauer Georg Kolbe (1877-1947) wurde in Waldheim geboren. Das Kunsthandwerk studierte er in Dresden, München, Paris und Rom. Er gehörte seit 1905 der Berliner Secession an, einer Abspaltung zeitkritischer Künstler. Seine Reise durch die Lande brachte ihn 1932 nach Moskau. Unter den Nazis lehnte er Monumentalwerke ab, schuf aber auch Krieger- und Kasernenfiguren. Seine Werke aus der Weimarer System-Zeit wurden von der NS-Nomenklatura von öffentlichen Plätzen entfernt. Trotz seines Engagements gegen den Begriff der "entarteten Kunst" kam er 1944 in die Sonderliste der von Hitler und Goebbels zusammengestellte Gottbegnadetenlisten (1041 uk gestellte Kulturschaffende), welche die zwölf wichtigsten Künstler des Reiches enthielt. Schließlich ließ er sich in Berlin nieder, wo er 1947 starb.

In Waldheim an der Bahnhofstraße steht eine Plastik mit dem Vermerk: "Georg Kolbe seiner Vaterstadt 1937".

Fabrik an der Zschopau

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An der Zschopau, die durch Waldheim fließt, stehen Reste einer alten Fabrik.

weitereführende Links
Seite zur Geschichte Waldheims

Gasthof Meinsberg

Foto: Martin Schramme

Auf einer Postkarte von 1908 ist der Gasthof Meinsberg mit der markanten langen Gaupe abgebildet. Als Besitzer ist Paul Schmidt vermerkt. Noch in den 1980er Jahren berichteten Gäste des Hauses vom guten Essen. Die Gaststube mit Nachtspeicherofen war gemütlich eingerichtet.

Quellen
www.waldheim-sachsen.de

Betriebe in der DDR (1949-1990)
VEB Brückenmühle Waldheim (VEB Kombinat Getreidewirtschaft Leipzig)
VEB Elektronischer Gerätebau Waldheim (bis 1986 im VEB Kombinat Wohn- und Freizeitbedarf Leipzig, seit 1986 im VEB Kombinat Elektromaschinenbau Dresden)
VEB FLORENA Waldheim (VEB Chemisches Kombinat Miltitz), VEB Rosodont-Werk Waldheim/Sachsen (Zahnpasta)
VEB Innenausstattung Waldheim (VEB Möbelkombinat Berlin)
VEB Junge Mode Waldheim (VEB Kombinat Oberbekleidung Lößnitz)
VEB Karosseriewerk Waldheim
VEB Kurbelwellenbearbeitung Waldheim
VEB Ladenbau Waldheim (VEB Kombinat Handelstechnik Berlin)
VdgB Molkereigenossenschaft Waldheim
VEB Posamenten Waldheim (VEB Kombinat Deko Plauen)
VEB Sitzmöbelwerk Waldheim (VEB Möbelkombinat Dresden-Hellerau)
VEB Stuhlfabrik Waldheim
VEB Waldheimer Gewürze (VEB Kombinat Nahrungsmittel und Kaffee Halle, NAKA)
VEB Waldheimer Suppen
VEB Webereizubehör Waldheim
VEB Zierleisten Waldheim

Wirtschaft und Leben in Waldheim vor 1945
Eintrag im Brockhaus-Lexikon von 1894: An der Zschopau, der Linie Chemnitz-Riesa und der Nebenlinie Penig-Waldheim der Sächsischen Staatsbahnen. Postamt erster Klasse mit Zweigstelle, Telegraph, ein Zuchthaus für Männer und Frauen. Fabrikation von Cigarren, Möbeln, Tuch, Bettzeug, Filz, Schuhwaren, Strumpfwaren und Trikotagen, Serpentinstein- und Blechspielwaren, Holzschnitzerei, Stuhlbauerei und lebhafter Getreidehandel.