Vockerode (Elbe)

Artefakte - Denkmale deutscher Geschichte
Fotos: Martin Schramme | Keine Verwendung der Fotos ohne Nachfrage!
letzte Änderung am 09.01.2017

1937 wurde das Örtchen an der Elbe, das von der Fischerei lebte, aus dem Dämmerschlaf gerissen, denn im Tatendrang des aufstrebenden Großdeutschen Reiches Die Nationalsozialisten trieben den Bau einer Autobahnbrücke voran und begannen, am Ort ein Großkraftwerk zu errichten.

Kraftwerk Vockerode (1937/38 und 1951 bis 1959)

Foto: Martin Schramme, 2013 Kohlenbunker-Bahnhof des Kraftwerkes Vockerode
Foto: Martin Schramme, 2013 Abwasseranlage des Kraftwerkes

1937/38 wurde des Kraftwerk in Vockerode an der Elbe mit einem 117 Meter langen, 41 Meter breiten und 40 Meter hohen Kesselhaus sowie vier Stahlbetonschornsteinen errichtet. In Betrieb war es von 1938 bis 1994. Mit der Entnahme von Kühlwasser aus der Elbe entfiel der Bau großer Kühltürme. Die Trennung des Werkes durch einen Grünstreifen von der Elbe, die Verwendung dunkelbrauner Klinker und diverse Maßnahmen, um die Staub-, Rauch- und Abgasentwicklung zu minimieren, war dem Luftschutz geschuldet. Das Werk überstand den Zweiten Weltkrieg ohne nennenswerten Schaden. Dass die DDR von 1951 bis 1959 gleichwohl damit beschäftigt war, die Funktionstüchtigkeit wiederherzustellen, lag an der Demontage der Anlagen 1946/47 durch die Russen, die das Material als Reparationsleistung in die Sowjetunion verbrachten. Die Fassade des Kraftwerkes im Stile der 1950er Jahre wurde von Architekt Willy Baake ausgestaltet. 1954 begann der Probebetrieb. Fernwärme für Dessau war der Plan, der 1968 für Beginn des Baus einer Fernwärmeleitung vom Kraftwerk Vockerode in die Bauhaus-Stadt sorgte. 1996 wurde des Kraftwerk Vockerode in die Denkmalliste des Landes Sachsen-Anhalt aufgenommen. Heute befindet sich im flusseitigen Teil des ehemaligen Kraftwerks-Geländes der Startbahnhof der 5,5 Kilometer langen Draisinen-Strecke Vockerode-Oranienbaum. Über die Schienen wurde einst die Kohle für den Kraftwerksbetrieb herangeschafft.

VEG Gewächshausanlage Vockerode

Die Planungen liefen seit 1972. Bis 1974 entstand ein führender Betrieb der Treibhausgemüseproduktion in der DDR. 1989 waren 28 Hektar Land mit Gewächshäusern überbaut. Der Betrieb hatte 912 Mitarbeiter und 92 Lehrlinge. In der Haupterntezeit über 100 Tonnen Gurken pro Woche. Im Juni 1993 wurden die letzten Gurken geerntet. Die Treuhand hatte die Liquidierung 1992 beschlossen. 1997 wurden die letzten Gewächshäuser abgebaut und verkauft. Die Künstler Johanna Bartl, Wieland Krause und Olaf Wegewitz vom Landkreis Anhalt-Zerbst entdeckten das Thema für sich und fertigten aus einem Skelett einer ehemaligen Gewächshaushalle von Vockerode eine Skulptur, die sie 2005 im Zentrum Magdeburgs errichteten. Fortan wollten sie es der Natur überlassen, diesen Standort weiterzuentwickeln. Die Künstler wollten und die Passanten sollten die Entwicklung des Bewuchses beobachten.

Logo des Gewaechshauses in Vockerode in der DDR

Betriebe in der DDR
VEB Kraftwerk Elbe Vockerode (VEB Kombinat Braunkohlekraftwerke Jänschwalde, KBK)
VEG Gewächshausanlage Vockerode

Wirtschaft in Vockerode vor 1945
Kraftwerk Vockerode
Fischerei und Landwirtschaft