Teutschenthal

Artefakte - Denkmale deutscher Geschichte
Fotos: Martin Schramme | Keine Verwendung der Fotos ohne Nachfrage!
letzte Änderung am 20.10.2017

LPG (P) "Lenin" Teutschenthal (Feldstraße 5) - Sparkassen-Skandal (!)

Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme

An der Feldstraße 5 befanden sich zu DDR-Zeiten (1949-1990) die LPG Pflanzenproduktion "Lenin" Teutschenthal und die Verwaltung der LPG Tierproduktion "Sieg des Sozialismus".

Dieses unscheinbare, leerstehende ehemalige Gebäude der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) "Lenin" in Teutschenthal (Saalekreis / Sachsen-Anhalt) war kurz nach der politischen Wende in der DDR Teil des Areals Feldstraße 5, auf dem der größte Bankenskandal der deutschen Nachkriegsgeschichte eingefädelt wurde. Betroffene Bank war die Stadt- und Saalkreisparkasse Halle. Sie ging windigen Geschäftsleuten auf dem Leim, die unter anderem in München und Frankfurt/Main mit Schmuck und Autos gehandelt hatten und sich nun Millionenkredite beschafften unter anderem für das angebliche Vorhaben, das LPG-Gelände in einen blühenden Gewerbepark zuverwandeln. Am Ende ging es um 70 Kredite und 700 Millionen Mark, von denen schließlich 434 Millionen Mark als Verlust verbucht werden mussten. Das Geld sollte nicht nur nach Teutschenthal, sondern unter anderem auch nach Leipzig fließen. Auch in Teutschenthal endete die Geschichte ernüchternd: Die windigen Geschäftsleute verschwanden und mit ihnen das Geld. Zurük blieben verlassene LPG-Gebäude, die zuletzt von der DDR 1989 modernisiert worden waren mit Technik der NAGEMA (Nahrungs Genussmittel Maschinenbau).
Quelle: Die Zeit - Kredit ohne Wiederkehr

Russen-Kaserne (2011 abgerissen, stand zwischen Köchstedt und Teutschenthal Bahnhof)

Foto: Martin Schramme Kasernengebäude aus Betonfertigteilen mit Funkmasten
Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme ehemalige Tankstelle
Foto: Martin Schramme Modell 220-508 IYA-112A GOST 5513-75 steht auf dem Reifen sowie ein großes "D" und Made in USSR. Der Reifen wurde also in der Sowjetunion hergestellt. Das D
steht für Dnepropetrowsk (Ukraine). Der Reifen würde an einen Lkw des Herstellers
GAZ (Nischni Nowgorod) oder SAZ passen. GOST 5513-75 definiert den "Staatlichen
Standard" des Reifens. In diesem Fall ist der Reifen für Temperaturen bis minus
45 Grad ausgelegt.
Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Google Maps-Luftbild vom ehemaligen Kasernengelände
Foto: privat zwei Sowjetsoldaten stehen auf der östlichen Kalihalde von Teutschenthal
Bahnhof. Im Hintergrund ist die "Russenkaserne" sehr gut zu erkennen.

Bis 1991 waren Soldaten der Roten Armee (Sowjetunion) in Teutschenthal Bahnhof stationiert. Nach ihrem Abzug waren die Gebäude, Funk- und Tankanlagen dem weiteren Verfall preisgegeben. 2010 wurde für Teile des Geländes der Bau eines Solarkraftwerks angekündigt, was ein Jahr später auch geschah. Ende der 90er Jahre hatte an gleicher Stelle ein Motorsport-Park mit Hotel, Go-Card-Bahn und Jeep-Savari-Strecke entstehen sollen. Reste bescheidener Anfänge in dieser Richtung waren selbst im Sommer 2010 noch zu finden.

Köchstedt

VEB Betonwerke Gröbzig | Gleisbau Röblingen GmbH | ehemals Deutsche Molybdaen-Werke (2014 Teilabriss)

Foto: Martin Schramme, 2014
Foto: Martin Schramme, 2014 Foto: Martin Schramme, 2014 Foto: Martin Schramme Industrieanlage an der Bahnstrecke Halle-Kassel nahe Teutschenthal-Bahnhof
mit den gut lesbaren Firmennamen Gleisbau Röblingen GmbH und Klebl.
Foto: Martin Schramme Schon etwas verblichen ist die Aufschrift "Gröbziger Betonwerke GmbH -
Niederlassung Teutschenthal".
Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Förderanlage: Rollen ohne Transportband für Schüttgut
Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme, 2017 2017 war die alte DDR-Losung an der Firmenmauer noch zu erahnen: "Je stärker der Sozialismus,
desto sicherer der Frieden."
Foto: Martin Schramme, 2017 Foto: Martin Schramme, 2017 Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme

Das Werk startete 1914 an der Casseler Bahn (Halle-Cassel). Das historische Bild, das hier zu sehen ist, stammt von einer Postkarte aus dem Jahr 1917. Die Chemische Fabrik Griesheim-Elektron (CFGE) kaufte es 1920 als neues Standbein in der Metallchemie für neun Millionen Mark. 1921 folgte die Übernahme. Der Betrieb ging bis 1923/25. Ab 1934 wurde dort Molybdän hergestellt, das anstelle von Wolfram zum Härten von Stahl genutzt wurde und Die Rüstungsindustrie hatte entsprechenden Bedarf. Nach dem Zweiten Weltkrieg demontierten die Russen den Rüstungsbetrieb und nahmen die Maschinen in die Sowjetunion mit. Ab 1950 dienten die Werkshallen dann zur Herstellung von verschiedenen Betonerzeugnissen wie Hohlblocksteinen und Leichtbetonkörpern. Im Jahr 1964 wurden die selbstständigen Betonwerke in Teutschenthal und Plötz mit dem Gröbziger Werk vereint. Bis zur Wende 1990 trug das Werk in Teutschenthal nun die Bezeichnung VEB Betonwerke Gröbzig. Nach der Wende waren unter anderem die Firmen Gleisbau Röblingen und das Schotterwerk Röblingen auf dem Fabrikgelände beheimatet. Der Gleisbau Gröbzig ging an die bayerische Klebl-Gruppe über. Der Gleisbau GmbH Röblingen (Teutschenthal-Bahnhof) wurde im Spätsommer 2006 als Betrieb der Eichholz-Gruppe im Zuge eines Insolvenzverfahrens aufgelöst. Nachfolgebetrieb wurde die STRABAG SE.

Mehr dazu, was es mit dem Molybdän auf sich hatte.

Wasserturm in der Siedlung Teutschenthal-Bahnhof

Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme

Wasserturm an der Bahnstrecke Halle-Eisleben

Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme, 2017 Foto: Martin Schramme, 2017
Foto: Martin Schramme, 2017 Foto: Martin Schramme, 2017

Dieser Wasserturm mit Barkhausen-Behälter (eine Sonderform des Hängebodenbehälters, die von 1870 bis 1910 bei Bahn- und Industriewassertürmen eingesetzt wurde) steht an der Bahnstrecke Halle-Kassel Höhe GTS Grube Teutschenthal in Teutschenthal Bahnhof.
Wassertürme in Sachsen-Anhalt

LPG-Rundbau aus HP-Schalen

Foto: Martin Schramme, 2014 Foto: Martin Schramme, 2014 Foto: Martin Schramme, 2014

Dieser Rundbau aus HP-Schalen ist der Rest der Zuckerfabrik Eisdorf, deren historischer Teil 1864 als Zuckerfabrik Reußner & Co. startete und nach dem Jahr 2000 für den Schwarzen Netto (Einzelhandel) abgerissen wurde. In der DDR wurde die Zuckerfabrik Eisdorf an der Halleschen Straße 1 zuletzt als Betrieb 7 des VEB Zuckerkombinat "Vorwärts" Halle geführt (Vgl. Fernsprechbuch Bezirk Halle 1983, Seite 440).

Betriebe in der DDR
VEB Apparate- und Behälterbau Teutschenthal (VEB Schwermaschinenbaukombinat Ernst Thälmann Magdeburg) VEB Kali- und Steinsalzbetrieb Saale BT Teutschenthal (VEB Kombinat Kali Sondershausen)
VEB Kaliwerk Deutschland Teutschenthal
VEB Stahlbau Teutschenthal
LPG Pflanzenproduktion "Lenin" Teutschenthal
LPG Tierproduktion "Sieg des Sozialismus"