Siersleben

Artefakte - Denkmale deutscher Geschichte
Fotos: Martin Schramme | Keine Verwendung der Bilder ohne Nachfrage!
letzte Änderung: 19.11.2016

Siersleben gehört zur Stadt Gerbstedt und war ursprüglich wahrscheinlich eine thüringische Gründung. Die bedeutendsten wirtschaftlichen Einflüsse kamen vom Kupferbergbau des Mansfelder Landes.

Gasthof zur Kugel

Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012

Der "Gasthof zur Kugel" an der Hauptstraße von Siersleben (Mansfelder Land) steht seit Jahren leer und verfällt. Dabei lässt das von der Zeit gezeichnete Gebäudeensemble noch erahnen, welche bedeutende Rolle es einmal für viele Jahrzehnte spielte im Ort. Das Hauptgebäude ist offenbar zur DDR-Zeiten um eine Etage aufgestockt worden. Rückwärtig sind ein großer Saal mit Bogenfenstern und Reste einer bescheidenen Tribüne aus DDR-Zeiten zu erkennen. Man konnte den Gasthof von allen Seiten erreichen. Tanz, Jugendweihen und Hochzeiten standen auf dem Programm. Es gab eine gastronomische Versorgung und zeitweise auch Kindergarten und Turnhalle. Besitzer des Anwesens waren ein gewisser F. Fleischhauer und später Heinrich Studte. Die Namen sind an der Fassade noch mehr oder weniger gut zu erkennen. Dort ist ebenso von Ausspanung (Ausspannung = Pferde ausspannen) und Mittagstisch zu lesen. Die ältere Schrift stammt wahrscheinlich aus der Weimarer Republik. (Stand 11.2012)

Wasserturm

Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012

Eine Rarität eines Wasserturmes befindet sich auf dem Gelände der Gärtnerei Gebr. Burkardt in Siersleben (Mansfelder Land). Errichtet wurde der Turm vor über 100 Jahren, als der Gartenbaubetrieb noch Gartenbaumeister Friedrich Körber gehörte, der 1892 in den Ort gekommen war. Aus England soll der Wasserspeicher ins Deutsche Reich geschafft worden sein. Heute noch liefert der Turm Wasser, doch ob er noch lange steht oder nicht eines Tages zusammenfällt, wissen die Besitzer nicht. Ihn zu sanieren können sie sich jedenfalls nicht leisten. Vor einigen Jahren soll sich die damalige Landwirtschaftsministerin von Sachsen-Anhalt, Petra Wernicke, das denkmalwürdige Bauwerk angesehen haben. Ein Rettungskonzept gibt es bis heute nicht.

Park des Friedens

Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012

"Park des Friedens" klingt schön. Der Ort, der so heißt, ist in der Tat ein ruhiger, friedvoller Platz in Siersleben abseits der Hauptstraße. Das Ensemble aus massiven Ziegelsteinbauten und Holzschuppen ist ein historischer Ort, der vor über 100 Jahren für die Bergarbeiter errichtet wurde, die in den nahen Kupferschächten wie zum Beispiel Paulschacht (seit 1951 Otto-Brosowski-Schacht, Teufe 1900-1906) und Vitzthumschacht (später Ernst-Thälmann-Schacht, Teufe 1906-1909) arbeiteten. Weitere Schächte rund um Siersleben waren: Eduardschacht I und II (bis 1905), Glückhilfschacht (bis 1909), Niewandtschacht I und II (bis 1913)