Seeland

Artefakte - Denkmale deutscher Geschichte
Fotos: Martin Schramme | Keine Verwendung ohne Nachfrage!
letzte Änderung am 24.04.2015

Seit Juli 2009 bilden die Orte Hoym, Friedrichsaue, Frose, Nachterstedt und Schadeleben die Gemeinde Seeland.

Frose

Umspannwerk Frose (um 1936)

Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012

Das Umspannwerk in Frose erlaubt einen Blick in das Deutschland der 1930er Jahre. Es steht leer und wurde durch ein neues Umspannwerk ersetzt, das sich in unmittelbare Nachbarschaft befindet. Zu den wenigen Zeuge aus der alten Zeit gehört ein Elektro-Seilaufzug mit der Aufschrift "Bamag Dessau - Bauart Prof. Gensel D.R.P.".

Die Berlin-Anhaltische Maschinenbau Aktiengesellschaft (BAMAG) wurde 1872 gegründet und spezialisierte sich auf Transmissionen. 1914 gab es schon 2300 Firmenangehörige am Standort Dessau. In der NS-Zeit war die BAMAG Rüstungsbetrieb und werde fast vollständig zerstört beim Bombenangriff am 7. März 1945. In der DDR hieß der Betrieb zuletzt VEB Kombinat Elektromaschinenbau. Nachfolgebetrieb der BAMAG

Im Juni 2010 wurde das Objekt durch die Deutsche Internet Immobilien Auktionen GmbH (diia.de) angeboten und als nicht unter Denkmalschutz stehend angepriesen. Zwischenzeitlich ist das Umspannwerk offenbar als "Party Location" (USW, 2006) genutzt worden und war mit drei Floors und für bis zu 2000 Partygäste ausgewiesen. => Video auf Youtube

Wasserturm Frose (Baujahr 1906)

Der Wasserturm in Frose ist seit 1996 ein technisches Denkmal. 1906 wurde das Klinker-Bauwerk nach Plänen von Walter Pfeffer hochgezogen. Im Turm wurde ein Intze-Speicher (Zylinder mit Hängeboden) installiert, konstruiert und benannt nach dem Ingenieur Otto Intze.

Hoym

Wasserturm von 1933

Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012

Der Wasserturm Hoym, ein 46 Meter hoher, viereckiger Klinkerbau, befindet sich an der Straße zwischen Hoym und Frose. Über dem Eingang sind interessante Insignien zu finden: "Stadt Hoym 1933" steht rings um einen Bären, der ein Wappen hält. Der Bär ist das Wappentier der Anhaltiner.

Nachterstedt

Bahnhof Nachterstedt-Hoym

Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012

Im Jahre 1865 wurde der Ort Nachterstedt an das deutsche Eisenbahnnetz angeschlossen. Jetzt steht er seit Jahren leer. Auch Ende 2012 gab es offenbar keine Verwendung für das wunderschöne Objekt.

Am Hauptgebäude befand sich ein altes Bahnhofsschild von Schulze & Wehrmann (S & W), Elberfeld. Bei Recherchen zu dem Unternehmen zeigt sich, wie weit in die Geschichte zurück das Schild verwaist. Denn der Hersteller ist das gleichnamige Emaillierwerk in Wuppertal, Inhaber: Alexander Wehrmann. Im Jahre 1893 wurde das erste Emaillierwerk für Reklameschilder von Schulze & Wehrmann in Elberfeld/Wuppertal gegründet. Das Unternehmen bot in den 1920er Jahren Straßentafeln, Hausnummern, Amstschilder, Nummerschilder, Türschilder, Hydrantenschilder, Verbots- und Warnungstafeln, Ortstafeln sowie auswechselbare Orientierungstafeln, Haltestellenschilder, Wegweiser- und Fahrplantafeln sowie Firmenschilder an. Reklame-Plakate in wetterfester, lichtechter Ausführung auch für die Deutsche Reichsbahn.

Betriebe in der DDR
VEB Blewa Nachterstedt (VEB Kombinat Metallwaren Dessau)
VEB Braunkohlenwerk Nachterstedt
VEB Leichtmetallwerk Nachterstedt (VEB Mansfeld-Kombinat Wilhelm Pieck)
Hoch- und Tiefbau Hoym (Rat des Kreises Aschersleben)
VEB Strickwaren Hoym