Artefakte: Salzatal im Saalekreis Sachsen-Anhalt - Germany urbex vintage retro

Salzatal

Artefakte - Denkmale deutscher Geschichte
Fotos: Martin Schramme | Keine Verwendung der Fotos ohne Nachfrage!
letzte Änderung am 13.04.2015

Zu Salzatal gehören unter anderem die Gemeinden Salzmünde, Bennstedt und Zappendorf (Saalekreis).

Zappendorf

Kaligrube der Gewerkschaft Salzmünde (1906-1925)

Kaligrube Salzmuende in Zappendorf| Foto: Martin Schramme, 2012 Kaligrube Salzmuende in Zappendorf| Foto: Martin Schramme, 2012 Kaligrube Salzmuende in Zappendorf| Foto: Martin Schramme, 2012 Kaligrube Salzmuende in Zappendorf| Foto: Martin Schramme, 2012 Kaligrube Salzmuende in Zappendorf| Foto: Martin Schramme, 2012 Kaligrube Salzmuende in Zappendorf| Foto: Martin Schramme, 2012 Kaligrube Salzmuende in Zappendorf| Foto: Martin Schramme, 2012

Durch den Einsatz von Kunstdünger und die wachsende Chemische Industrie stieg der Bedarf an Salzen. Überall in Deutschland wurde der Abbau vorangetrieben, auch im Raum Halle (Saale). Bei Tiefenbohrungen in der Nähe von Teutschenthal Bahnhof stieß die Internationale Bohrgesellschaft AG aus Erkelenz 1902 auf eine mächtige Salzlagerstätte. Zehn Preußische Normalfelder wurden ausgemacht, von denen fünf an das Kaliwerk Krügershall zu Teutschenthal vergeben (Teutschenthal I; Langenbogen I-III, Bennstedt I). Die anderen fünf, Langenbogen I und Salzmünde I, IV und V auf der Gemarkung Zappendorf sowie Salzmünde II auf der Gemarkung Müllerdorf schlossen sich 1906/1907 zur "Gewerkschaft Salzmünde" (Verwaltungssitz Halle) zusammen. Haupteigentümer waren die Vorstandsmitglieder Siegfried Weinstock aus Halle und Friedrich Heinrich Krüger aus Halberstadt (beide Bankiers). Direktor war Ferdinand Schweisgut aus Halle. 1906 war noch unter dem Name Gewerkschaft Ernst Albertshall mit der Teufe der Schachtanlage auf dem Feld Salzmünde II begonnen worden. Man traf auf ein 30 Meter mächtiges Salzlager. Geteuft wurde bis 910 Meter. Ende September 1907 war auch eine Grubenanschlussbahn betriebsbereit. Die Förderung begann im August 1909. Werkstätten, Magazine, Versorgungsgebäude und Unterkünfte wurden errichtet. Der Förderturm maß 30 Meter in der Höhe. Hinzu kam eine Chlorkalium- und Bromfabrik zur Weiterverarbeitung der Salze. 1912/13 wurde eine Verbindungsstrecke zur Kaligrube Teutschenthal begonnen (1925 fertiggestellt). 1921 und 1923 wurde die Grube bestreikt, 1924 die Förderung eingestellt - einerseits drosselte die Reichsregierung die Slazförderung wegen Überkapazitäten, andererseits waren die Vorräte in Salzmünde erschöpft. 1925 war auch in der Bittersalzfabrik Schluss. 1928/29 wurde Krügershall in Teutschenthal durch die Burbach-AG vereinnahmt. Die Gewerkschaft Salzmünde wurde liquidiert und 1928 ebenfalls an Burbach überführt. 1952 wurde der Schornstein des Kesselhauses gesprengt, 1962 die Eisenbahnverbindung Salzmünde-Teutschenthal eingestellt und 1982 der Verbindungsschacht nach Teutschenthal mit Beton verplombt.

Die Hauptförder- und Produktionsanlagen standen südwestlich von Zappendorf am Fuße des Rügenberges. (Fotos)

Gasthof zum goldenen Stern

Gasthof zum goldenen Stern in Zappendorf| Foto: Martin Schramme, 2012 Gasthof zum goldenen Stern in Zappendorf| Foto: Martin Schramme, 2012 Gasthof zum goldenen Stern in Zappendorf| Foto: Martin Schramme, 2012

Der Gasthof zum goldenen Stern steht schon seit vielen Jahren leer und verfällt.

Benkendorf

Halle-Hettstedter Eisenbahn

Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012

Zwischen Benkendorf und Quillschina verkehrte die Halle-Hettstedter-Eisenbahn über zwei Brücken (eine üner die Salza und eine über die ehemalige Bahnstrecke Salzmünde-Teutschenthal).

Bennstedt

Sternwarte Bennstedt (verfallen)

Sternwarte Bennstedt / Foto: Martin Schramme Sternwarte Bennstedt / Foto: Martin Schramme Sternwarte Bennstedt / Foto: Martin Schramme Sternwarte Bennstedt / Foto: Martin Schramme

Auf einem Hügel an der B80 bei Bennstedt wurde in den 80er Jahren zu DDR-Zeiten diese Mini-Sternwarte errichtet. Sie soll auch vom Ministerium für Staatssicherheit der DDR (Stasi) genutzt worden sein. Im Herbst 2010 war die Sternwarte schon stark beschädigt und einsturzgefährdet, wie auch auf den Fotos gut zu erkennen ist.

Salzmünde

Speichergebäude von Johann Gottfried Boltze (VEB Kombinat Getreidewirtschaft Halle / KGW)

Speicher Salzmünde / Foto: Martin Schramme Speicher Salzmünde / Foto: Martin Schramme Speicher Salzmünde / Foto: Martin Schramme An diesem Motor sind zwei Herstellerschilder zu finden: Elbtalwerk EAG Heidenau SA. - seit 1970 Teil des VEB Kombinat Elektromaschinenbau Dresden - und Maschinenfabrik Hartmann AG Offenbach. Speicher Salzmünde / Foto: Martin Schramme Blick auf Transportschaufeln für das Getreide. Zu sehen ist ein Ausschnitt eines Firmenschilds mit der Aufschrift MIAG Braunschweig (Mühlenbau & Industrie AG).
Speicher Salzmünde / Foto: Martin Schramme Speicher Salzmünde / Foto: Martin Schramme

Direkt an der Saale in Salzmünde (Saalekreis) befindet sich dieser Getreidespeicherkomplex von Johann Gottfried Boltze (1802-1868). Boltze war durch Heirat einer Müllerstochter an die Salzke-Mühle gelangt. Zu DDR-Zeiten gehörte der Mühlenbetrieb als Volkseigenes Gut (VEG) Salzmünde zum VEB Kombinat Getreidewirtschaft Halle (KGW). An die Anfangsjahre der DDR erinnerte auch ein fast verblichener Spruch in Weiß auf Rot an der Laderampe: "... in Ost und West werden ... die Einheit Deutschlands".

Mühle (VEG Salzmünde)

Mühle Salzmünde / Foto: Martin Schramme Mühle Salzmünde / Foto: Martin Schramme Mühle Salzmünde / Foto: Martin Schramme Blick von der Mühle zum Speicher. Gut zu erkennen ist, dass ein Rohr von der Mühle
zum Speicher geht.
Mühle Salzmünde / Foto: Martin Schramme Mühle Salzmünde / Foto: Martin Schramme Mühle Salzmünde / Foto: Martin Schramme Mühle Salzmünde / Foto: Martin Schramme Mühle Salzmünde / Foto: Martin Schramme

Volkseigenes Gut (VEG) Salzmünde zeichnete sich durch die besondere Aktivitäten in der Jugend- und Parteiarbeit aus. So fand der 1. Kulturtag der DDR in der Landwirtschaft 1952 in Salzmünde statt. Die Mühlentechnik kam unter anderem vom VEB Mühlenbau Dresden (VEB Kombinat NAGEMA).

Ziegelei (begonnen 1832 von Boltze)

Ziegelei Salzmünde / Foto: Martin Schramme Ziegelei Salzmünde / Foto: Martin Schramme Ziegelei Salzmünde / Foto: Martin Schramme Ziegelei Salzmünde / Foto: Martin Schramme

Die Ziegelei war zum Zeitpunkt ihrer Gründung mit 27 Öfen eine der größten Ziegeleien Preußens. Seit 1990 gehört das Gelände wieder der Familie Wentzel.

Kaolin- und Tonwerke Salzmünde

Die Kaolin- und Tonwerke Salzmünde gerieten in die Hand der Treuhand-Niederlassung Halle und wurden von dieser im September 1992 für eine D-Mark verkauft. Aussagen über den Verkehrswert hatten zuvor zwischen 0 D-Mark und 1,67 Millionen D-Mark geschwankt.

Betriebe in der DDR
VEB Kaolin- und Tonwerk Salzmünde (VEB Kombinat Feinkeramik Kahla)
VEB Landtechnischer Anlagenbau Halle in Salzmünde (seit Oktober 1978, im VEB Kombinat Landtechnik Halle)
VEB Anhydrit Bennstedt
VEB WTZ für Getreidewerke Benkendorf (VEB Kombinat Stärke- und Kartoffelveredlung Halle)