Rudolstadt

Artefakte - Denkmale deutscher Geschichte
Fotos: Martin Schramme | Keine Verwendung der Fotos ohne Nachfrage!
letzte Änderung: 04.11.2015

Baukastenfabrik | Großhandelskontor (DDR)

Foto: Martin Schramme, 2014
Foto: Martin Schramme, 2014 Foto: Martin Schramme, 2014 Foto: Martin Schramme, 2014

1869 wurde in Rudolstadt die F.AD. Richter Cie Baukastenfabrik gegründet. Im Sommer 1921 erfolgte die Umwandlung in eines Aktiengesellschaft. Bekanntestes Produkt des Unternehmens war der Anker-Steinbaukasten. Das Objekt befand sich um 1953 an der Stalinstraße 59-61, später Schwarzburger Chaussee. Von 1953 bis 1963 arbeitete der Betrieb als VEB Anker-Steinbaukasten weiter. Dann wurde er geschlossen. Geschätze fünf Milliarden Anker-Bausteine waren zu dem Zeitpunkt weltweit verkauft worden.

Porzellanfabrik Schaefer & Vater

Foto: Martin Schramme, 2014 Foto: Martin Schramme, 2014 Foto: Martin Schramme, 2014 Foto: Martin Schramme, 2014

Wer weiß mehr über diese Porzellanfabrik?

Karl Ens Porzellan-Manufaktur (seit 1899)

Foto: Martin Schramme, 2014 Foto: Martin Schramme, 2014

Friedrich Karl Ens (1802-1865) war der bedeutendste Vertreter der Porzellanmalerei in Lauscha, die im 19. Jahrhundert ihre Blütezeit erlebte. Sohnemann Karl Ens (1832-1912) startete die Porzellanfabrik in Rudolstadt-Volkstedt. Mit im Boot waren seine drei Söhne. Aus ihrem Hause kamen Luxusporzellane wie nett anzusehende Figuren und Tiere, die weltweit gefragt waren und bis heute bei Sammlern beliebt sind. 1910 übernahm Sohn Paul Ens die Geschäfte. Die Firma "Karl Ens" gehörte von 1974 bis zu seiner Reprivatisierung 1990 zum VEB Sitzendorfer Porzellanmanufaktur.

mehr Bilder von der Manufaktur in Rudolstadt/Volkstedt

Pörzbrauerei Rudolstadt

Foto: Martin Schramme, 2014 Foto: Martin Schramme, 2014 Foto: Martin Schramme, 2014 Foto: Martin Schramme, 2014 Foto: Martin Schramme, 2014 Foto: Martin Schramme, 2014

Über dem Eingang des Hauptgebäudes sind die Jahreszahlen 1888 und 1930 zu finden. 1869 hatte der Hutmacher Albert Krebehenne die Pörze erworben und den Bau einer industriellen Brauerei veranlasst. Bis 1953 wurde die Brauerei immer weiter ausgebaut. 1953 verstaatlichte die DDR das Objekt. Es wurde der Saalfelder Brauerei zugeschlagen und gehörte später bis zum Ende der DDR 1990 zum Getränkekombinat Gera. Zum Braugut gehörten Bock, Caramell, Helles und Pils. Aufgrund technischer und hygienischer Mängel kam der Brauereibetrieb 1991 zum Erliegen. Er wurde durch eine Lohnbrauerei ersetzt, die 1997 in Insolvenz ging. Im Juli 2014 waren Teile der Brauerei abgerissen und das verbliebene Hauptgebäude gesperrt. Vom Gebäude an der Straße, das einst den Firmennamen trug und wegen Baufäligkeit einzustürzen drohte, war noch noch das schmiedeeiserne Tor erhalten. Das Objekt gehört heute späten Nachfahren der Firmengründer. Sie haben die ehemalige Friedrichsmühle, ein gelber Klinkerbau, der auch zur Pörzbrauerei gehört, saniert und als Wohnraum hergerichtet. Sabine Jenette-Krebehenne leitete 2014 die Geschäfte der Alb Krebehenne Brauerei Rudolstadt GmbH. Die Brauerei ist 2006 wieder angelaufen. Auf den Bieretiketten ist das Jahr 1711 ausgewiesen, denn 1711 erwarb Hermann Grießer die Pörze (slawisch "am Bach") und erhielt von Fürst Ludwig Friedrich I. das Braurecht.

weitere herrliche Fotos der Brauerei

Baugesellschaft für elektrische Anlagen Wolf u. Knauft Ingenieure

Foto: Martin Schramme, 2014

Heimstätten-Siedlung

Foto: Martin Schramme, 2014 Foto: Martin Schramme, 2014 Foto: Martin Schramme, 2014 Foto: Martin Schramme, 2014

Über den Haustüren der denkmalgeschützten Heimstätten-Siedlung an der Pörze stehen verschiedene Sprüche, unter anderem:
1924 - Was immer auch den Mensch ersinnt und schafft, stets bleibt der Wille größer als die Kraft.
1924 - Bei Eintracht, Fleiß und Heiterkeit wohnt göttliche Zufriedenheit.
1921 - Arbeit ist des Bürgers Zierde, Segen ist der Mühe Preis.
1921 - Viele suchen ein Heim, Du hast es gefunden.

Betriebe in der DDR
VEB Ankerwerk Rudolstadt (VEB Pharmazeutisches Kombinat GERMED Dresden, pharmazeutische Liquida, medizinische Aerosole wie Ankerplast, Augentropfen, Ohren- und Nasentropfen, pharmazeutische und Getränkegranulate, Cancerostatische Arzneimittel, Gesundheitspflegemittel, Pflanzensäfte und -sirupe)
VEB Antennenteile Rudolstadt
VEB Baureparaturen Rudolstadt
VEB Blechverarbeitungswerk Rudolstadt
VEB Brückenbau Rudolstadt (VEB Straßen-, Brücken- und Tiefbaukombinat Gera)
VEB Dachpappenfabrik Rudolstadt
VEB Drahtwarenfabrik Rudolstadt (VEB Kombinat Holzwerkstoffe, Beschläge und Maschinen Leipzig)
VEB Druckerei Werner John
VEB Elektroporzellan Rudolstadt
VEB Elektrotechnik Rudolstadt (VEB Elektroanlagen- und Gerätebau Greiz)
VEB Getreidewirtschaft Rudolstadt (VEB Kombinat Getreidewirtschaft Gera)
VEB Isola Rudolstadt (VEB Thüringer Glasunion, Betrieb im VEB Kombinat Technisches Glas Ilmenau)
VEB Kelterei Saalfeld in Rudolstadt-Schaala (VEB Kombinat Ostthüringer Brauereien Pößneck)
Kreisbetrieb für Landtechnik Rudolstadt (VEB Kombinat Landtechnik Gera)
VEB Leder- und Lederwarenfabrik Rudolstadt
VEB Leistenfabrik Rudolstadt (bis 1984 VEB Kombinat Plasterzeugnisse Eisenberg, ab 1985 VEB Kombinat Schnittholz und Holzwaren Gera)
VEB Möbelbau Rudolstadt-Schwarza, Humboldtstr. 6a (VEB Möbelkombinat Zeulenroda)
VEB Möbelwerk Rudolstadt
VEB Plastaufbereitung Rudolstadt (VEB Kombinat Plasterzeugnisse Eisenberg)
VEB Polstermöbel Vorwärts Rudolstadt (VEB Möbelkombinat Zeulenroda)
VEB Pörzbrauerei Rudolstadt
VEB Porzellanwerk Rudolstadt-Volkstedt (VEB Kombinat Feinkeramik Kahla)
VEB Röhrenwerk Rudolstadt (VEB Kombinat Mikroelektronik Erfurt)
VEB Stahlbau Rudolstadt
VEB Thüringer Arzneikräuter Rudolstadt
VEB Unterglasur Porzellanfabrik Rudolstadt
VEB Wäscherei Rudolstadt
VEB Kombinat Schmuck und Porzellan Rudolstadt (Betriebe in Rudolstadt, Neustadt/Orla, Königsee, Weida, Wittgendorf, Sitzendorf, Neustadt/Orla, Gera, Liebschütz)
Großhandelskontor für Lebensmittel - Volkseigener Großhandelsbetrieb
Großhandelsgesellschaft Lebensmittel Obst & Gemüse, Kreis Rudolstadt

Wirtschaft in Rudolstadt vor 1945
Eintrag im Brockhaus-Lexikon von 1894: "Hervorragend sind die Fabrikanlagen der Firma Ad. Richter & Co. (Kunstschlosser- und Schreinerwerkstätten, chem. Laboratorien, Buchdruckereien, Fabrikation von Anker-Steinbaukasten, Schokolade, kakao, Konfitüren und Musikautomaten); ferner bestehen Gerbereien, Fabriken für Porzellan, Pianinos, Klaviaturen, Cementwaren, Goldleisten und ätherische Öle."

Quellen
Wikipedia