Rothenburg (Saale)

Artefakte - Denkmale deutscher Geschichte
Fotos: Martin Schramme | Keine Verwendung der Fotos ohne Nachfrage!
letzte Änderung am 21.04.2017

Bunker | Munitionsfabrik

Foto: Martin Schramme, 2011 Foto: Martin Schramme, 2011

Im Bereich der Sprungschanze im Nussgrund von Rothenburg an der Saale befinden sich mehrere Schächte, die zu einem Bunker führen. Wie Ortskundige sagen, stammt das sehr weitläufige Bauwerk, das sich über vier Etagen erstreckt, aus dem Zweiten Weltkrieg. Der Bunker soll auch vom Gelände des heutigen Seilwerkes aus begehbar sein und unter der Saale hindurch bis nach Friedeburg eine Verbindung haben. Der Gang unter der Saale könnte, so es ihn tatsächlich gibt, auch viel älter sein. In der unterirdischen Anlage soll Munition gelagert haben.
In der Tat betrieb die Mansfeld AG zur Nazi-Zeit (1933-1945), genau seit 1934, in Rothenburg eine Munitionsfabrik. Das große Montan-Unternehmen hatte am Standort schon lange den Vorläufer des Walzwerkes in Hettstedt betrieben. In der Munitionsfabrik, einem Zweigwerk des Kupfer- und Messingwerkes Hettstedt, wurde Munition für die Luftabwehr sowie für Gewehre und Pistolen hergestellt (Kennzeichnung mit S-334). Dabei kamen seit 1940 auch zahlreiche Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter zum Einsatz. Vom Herbst 1944 bis zum Kriegsende unterhielt das KZ Buchenwald in Rothenburg/Saale ein Außenlager für Männer. Am 13. April 1945 kamen die Amerikaner in die Region. Bald darauf übernahmen die Russen, die das Munitionswerk bis 1946 demontierten.
Die riesigen unterirdischen Räumlichkeiten sind geblieben. Soweit das von außen zu beurteilen ist bzw. von Ortskundigen beschrieben wird, ist die Anlage weitgehend geplündert, zerstört und teilweise abgesoffen. Schon den Zugängen hat kontinuierlich nachdrängendes Wasser Betonteile und Stahlelemente korrodiert.

Betriebsambulatorium

Foto: Martin Schramme, 2017 Foto: Martin Schramme, 2017 Foto: Martin Schramme, 2017

In der frühen DDR (1949-1990) war das Haus ein Kinderheim, dann nach dem Umbau der Jahre 1966 bis 1968 Ambulatorium, seit 1985 das Betriebsambulatorium des VEB Draht- und Seilwerk Rothenburg. Alle wichtigen medizinischen Fachgebiete waren abgdeckt. Im Haus befand sich auch eine Apotheke. Die Patienten warteten in einem Glaserker, der sich auf der Rückseite des Hauses über die gesamte Breite erstreckte. 2017 stand des Haus bereits seit Jahren leer.

Betriebe in der DDR
VEB Bau und Beton Rothenburg
VEB Draht- und Plastverarbeitung Rothenburg (VEB Kombinat Metallwaren Dessau)
VEB Draht- und Seilwerk Rothenburg (Betriebsteile in Bernburg, Staßfurt, Wiesenburg, Wurzen und Zwickau)