Petersberg

Artefakte - Denkmale deutscher Geschichte
Fotos: Martin Schramme | Keine Verwendung der Fotos ohne Nachfrage!
letzte Änderung: 02.12.2016

Im Brockhaus-Lexikon von 1894 steht unter Petersberg: In älterer Zeit auch Lauterberg (Mons serenus) genannt, eine isolierte Porphyrkuppe (248 Meter), 13 Kilometer nördlich von Halle an der Saale. Auf demselben befand sich vormals ein dem heiligen Petrus gewidmetes Kloster der regulierten Chorherren des Augustinerordens, das vom Grafen Dedo von Wettin 1124 gestiftet, aber erste gegen 1151 eingeweiht wurde. Nach der Säkularisierung von 1540 wurden die Gebäude am 31. August 1565 durch Blitzschlag zerstört. Die Kirche wurde unter König Friedrich Wilhelm IV. seit 1853 restauriert und am 8. September 1857 eingeweiht.

Felsenbad Petersberg (Freibad)

Foto: Martin Schramme, 2013 Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme
Foto: Martin Schramme

In den 1960er Jahren wurde das Naherholungszentrum Petersberg erschlossen und 1965 der Bevölkerung übergeben. Zu jener Zeit entstand in der DDR landauf landab derartige Freizeitangebote. In Sichtweite zum Fernsehturm auf der Spitze des Petersberges nahm das Bad die Besucher auf. Auf dem Galgenberg hatte es ein Schwimmerbecken mit acht Startblöcken und ein Nichtschwimmerbecken mit Rutsche. Noch vor der Badesaison 2002 wurde das Freibad am Petersberg geschlossen, nachdem der Förderverein den Betrieb des Felsenbades aufgab. 2006 und 2010 gab es Reaktivierungsversuche. Die Gemeinde wollte es 2010 noch einmal versuchen. Zuvor war ein Holländer abgesprungen, weil sich die Gemeinde über das Projekt nicht einigen konnte. Ein touristisches Freizeitzentrum mit Bad, Campingplatz, Restaurant und einem kleinen Laden war geplant.

Im Winter 2013 war das Bad, das sich so herrlich in die Felslandschaft einfügt, weiterhin verlassen - Zukunft ungewiss.

Beidersee
Beidersee ist ein Ortsteil von Morl und Morl gehört zur Gemeinde Petersberg. Beidersee ist ein Örtchen im Saalekreis, der einst Saalkreis hieß. Beidersee war zu DDR-Zeiten (1949-1990) recht abgelegen, lag aber an einer Bundesstraße nach Halle (Saale). Nach der Wende entstand unweit des Ortes die Autobahn A14, die bereits seit 1936 projektiert war, wegen des Zweiten Weltkrieges (1939-1945) und der damit verbundenen Schwerpunktverlagerungen, Restriktionen und Materialengpässe jedoch nicht fertiggestellt wurde. Schweinekombinat der LPG Friedrich Engels in Beidersee

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Zur LPG Friedrich Engels in Teicha (DDR) gehörten die Brigade II Möderau, die Läuferzucht Westewitz, die Rinderanlage Sylbitz und das Schweinekombinat Beidersee. Die DDR setzte auf die Massentierhaltung. Dabei ging es um die Versorgung der Bevökerung und dann auch um die Devisenbeschaffung, für die Fleisch insbesondere in die BRD exportiert wurde.

In der Nachbarschaft befinden sich mehrere kleine, geflutete Tagebaugruben, aus denen einst Formsand gewonnen wurde.

Betriebe in der DDR
VEB Kreisbaubetrieb Saalkreis
VEB Kombinat Kraftverkehr Halle, Kraftfahrzeuginstandsetzungswerk, Betriebsteil Wallwitz
VEB Saat- und Pflanzgut landwirtschaftliche kulturpflanzenarten Halle, Lager Sylbitz