Leipzig I

Leipzig II
Artefakte - Denkmale deutscher Geschichte
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letzte Änderung: 11.05.2015

Für Händler und damit für die Wirtschaft war Leipzig schon vor Jahrhunderten die Mitte Europas. Dort kreuzten sich Europas alte Handelsstraßen Via Regia und Via Imperii. Eben jene Kreuzung veranlasste den Markgraf Otto der Reiche von Meißen dem Ort 1165 das Stadt- und Marktrecht zu erteilen. Das Jahr 1165 gilt seither als das offizielle Gründungsjahr der Stadt Leipzig. Damals hieß der Ort noch Lipz. Der heutige Name Leipzig steht erst seit 1507 fest. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Leipzig zu einem der wichtigsten Industriestandorte des Deutschen Reiches. Wesentlich geprägt wurde die Stadt durch die Pelz- und Textilindustrie, Klavierbau, Gießereiwesen und Maschinenbau sowie das Druck- und Verlagswesen. Später kamen der Förder- und Chemieanlagenbau, die Technische Gebäudeausrüstung sowie die Rundfunk- und Fernmeldetechnik hinzu.

Stadtbad Leipzig (Baujahr 1916, Jugendstil)

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Das Stadtbad Leipzig ist ein Objekt im Jugendstil, fertiggestellt im Jahr 1916. Zur prächtigen Einrichtung des Hauses gehörte unter anderem die Herrenschwimmhalle mit Wellbad.

Konsum-Zentrale Leipzig

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Die Konsumzentrale in Plagwitz an der Industriestraße stammt aus den Jahren 1929-1932. Architekt Fritz Höger (1877-1949), zu dessen berühmtem Erbe das Chilehaus in Hamburg gehört, entwarf ein Objekt im Stil des Expressionismus mit Anklängen an die Neue Sachlichkeit.

Leipziger Trikotagenfabrik AG | VEB Leipziger Trikotagenfabrik

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Leipziger Trikotagenfabrik: 16.06.1898 gegründet zur Herstellung von Damen- und Herrentrikotagen. 1953 Umwandlung in die Leipziger Trikotagen Fabrik K. Obst KG (Privatbetrieb mit staatlicher Beteiligung). 1972 vollständige Verstaatlichung zum VEB Leipziger Trikotagenfabrik (Lützner Straße 102/104).
An eines der historischen Ziegelgebäude wurde nachträglich ein Fahrstuhlschacht angebaut. Dabei wurde die alte Firmenaufschrift durchschnitten, sie wurde aber nicht weiter angerührt, weswegen sie nun nach dem Abriss des Fahrstuhlschachtes wieder zum Vorschein gekommen ist.

Gaswerk Eutritzsch (1836 gegr., Gasometer um 1890 errichtet)

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1836 wurde das Gaswerk I errichtet und damit Leipzigs erste Energierversorgungsanlage. Sie arbeitete bis 1892. Der Gasometer stammt aus der Zeit um 1890 und wurde bis 1929 betrieben. Dann übernahm das Gaswerk Connewitz die Versorgung (1929-1977). 1895 erfolgte der Bau des Elektrizitätswerks Nord durch die Leipziger Elektrizitätswerke AG. Der Gasometer ist ein Klinkerbau mit 60 Metern Durchmesser. In dem Rundbau befand sich ein Gasglockenbehälter überdacht von einer Schwedler-Kuppel. Johann Wilhelm Schwedler (1823-1894) war ein Bauingenieur aus Berlin.

Stellwerk 24

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Die Ära der mechanischen Stellwerke endete am Hauptbahnhof Leipzig im November 2003. Seitdem wird der Schienenverkehr elektronisch gelenkt. Zeitgleich wurden zahlreiche alte Gleise demontiert, so dass etwa das Stellwerk W24 an der Ecke Berliner Straße Roscherstraße ein einzelnes Gebäude ist, ohne dass der Laie es noch als Bahnbauwerk wahrnimmt.

Flughafen Leipzig-Mockau

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Ganz weit im Norden auf flachem Feld vor der Stadt Leipzig lag einst der Flughafen Leipzig-Mockau. Anfang 2013 standen nur noch das Empfangsgebäude, das Fliegerheim (zu DDR-Zeiten Mitropa-Gaststätte) und Reste der einst 1560 Meter langen Start- und Landebahn. Am 22. Juni 1913 wurde der Flughafen eröffnet. Die DDR-Fluggesellschaft betrieb den Flughafen noch bis zum 31. Mai 1991. Zu Beginn waren Luftschiffe in Mockau stationiert. Betreiber war damals die von Leipziger Bürgern gegründete Leipziger Luftschiffhafen und Flugplatz AG (LEFAG). Vor den Toren Leipzig errichteten Bauleute die damals größte Luftschiffhalle der Welt, die zwei Zeppelinen Platz bot. Zur Eröffnung kam auch der betagte Konstrukteur Graf Zeppelin. Während der beiden Weltkriege war Leipzig-Mockau auch Rüstungsstandort.

Reichsbahnausbesserungswerk (RAW) Leipzig-Engelsdorf

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Mehr als 1000 Mitarbeiter hatte das Reichsbahnausbesserungswerk (RAW) Leipzig-Engelsdorf 1932. Geschichte ausführlich

Bache-Eichwald-Werk Aktiengesellschaft (Leipzig-Paunsdorf, Kofferfabrik)

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Beim Abriss eines Nachbargebäudes kam Ende Oktober 2007 die große Wandaufschrift "Bache-Eichwald Werk Aktiengesellschaft Koffer Lederwaren Reise- u. Sportartikel" wieder zum Vorschein. Das Werk war nicht die einzige Kofferfabrik in Leipzig. So gab es unter anderem die Fabriken Saxonia, Moritz Mädler und F.A. Winterstein. Das Paunsdorfer Ortsblatt, eine Teilausgabe des Leipziger Ortsblattes, berichtete über die Kofferfabrik Bache-Eichwald in der Ausgabe Nummer 185 im Juli 2008.

Hafen in Lindenau

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"M.R.A. Schneider | Hafen-Umschlag Speicherei" und "HA-LA-GE" steht an den Speichergebäuden im Hafen Leipzig-Lindenau.
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Deutsche Handelszentrale Metallurgie - Sächsische Edelstahl-Härtereien

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Als die Bundesrepublik nach der Gründung der DDR am 7. Oktober 1949 die Stahllieferungen reduzierte, wurden im deutschen Osten die Gesellschaften Deutscher Außenhandel Metall und Deutsche Handelszentrale Metallurgie eingerichtet.

Bahnhof Leipzig-Plagwitz

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Der Bahnhof Leipzig-Plagwitz wurde 1873 als Zeitzer Bahnhof eröffnet. mehr

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MEWA Leipziger Werke VEB Leipzig-Paunsdorf

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Das Kürzel Mewa steht für Metallwaren. Die 1947 gegründete Firma Halbzeug- und Metallwarenherstellung Leipzig wurde ein Jahr später verstaatlicht, hieß VEB Leipziger Werke und gehörte absofort Vereinigung Volkseigener Betriebe (VVB) MEWA mit Sitz in Zwickau. Produziert wurde vor allem Lampen. Der Vorläufer der MEWA war die Hugo Schneider AG (HASAG), die 1899 aus der Lampenfabrik Häckel und Schneider (gegr. 1863) hervorging. Seit Mitte der 1930er Jahre produzierte die HASAG ausschließlich für die Deutsche Wehrmacht. Die HASAG hat zahlreiche Zweigbetriebe und beschäftigte Zwangsarbeiter aus 28 Nationen. mehr

Unter dem Begriff Arcumhallen blüht seit Jahren der kühne Traum, den alten Industriestandort für neue Nutzungsformen auferstehen zu lassen. Das 39.951 Quadratmeter große Areal mit zwölf Geäuden in drei Komplexen liegt an der Riesaer Straße.

Motorenwerk und Heeresbäckerei (Olbrichtstraße in Leipzig-Möckern, früher Heerstraße)

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Gegründet 1867
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2011 war das Areal schon sehr in Mitleidenschaft gezogen, als historischer Ort aber noch immer sehr interessant. So befand sich in einem Gebäude ein Panzerschrank mit der Inschrift "Panzerkassenfabrik C. Rob. Drechsler & Wagner Harthau bei Chemnitz Gegründet 1867". Das Unternehmen Drechsel & Wagner war eine Tresorbau, Panzerkassen-Kassetten- und Kopierpressen-Fabrik.

"Löffelfamilie" vom VEB Feinkost Leipzig (Braustraße)

Foto: Martin Schramme kultige DDR-Leuchtreklame
Foto: Martin Schramme Ziffernblatt an der Seitenwand des Gebäudes
Foto: Martin Schramme

Die wohl bekannteste Leuchtreklame der 1989/90 untergegangenen DDR, die "Löffelfamilie", befindet sich in Leipzig. Mama, Papa, Tochter und Sohn sitzen an einem Tisch und löffeln Suppe. Auf dem weißen Tischtuch steht "VEB Feinkost Leipzig | Obst- und Gemüsekonserven, tischfertige Gerichte, doppelt konzentrierte Suppen".

geschichtliche Hintergründe

Bahnbetriebswerk Leipzig-Wahren

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Zur Erinnerung an die Jochmontage im Bahnbetriebswerk (Bw) Leipzig-Wahren wurde 2009 eine Zufahrt zum Unterwerk Leipzig-Wahren Jochmontagestraße genannt (Gleisjoch = vormontierte Einheit von meist zwei gleichlangen Schienensträngen).

Video über das Bahnbetriebswerk

Möbelwerke Leipzig (Werk II Böhlitz-Ehrenberg)

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Die VEB Möbelwerke Leipzig, Werk 2, Böhlitz-Ehrenberg stellten zu DDR-Zeiten verschiedene Massenbedarfsgüter her.

VEB Polygraph, Reprotechnik Leipzig (Polygraph Graphische Geräte GmbH, Leutzsch)

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Die Polygraph Komponenten- und Gerätebau GmbH entwickelt, produziert und fertigt am traditionellen Standort in Leipzig. Das Unternehmen wurde 1991 aus den Strukturen des ehemaligen Polygraph-Kombinats und des VEB Polygraph Reprotechnik Leipzig heraus, gegründet. Heute arbeiten etwa 50 Mitarbeiter in der Metall- und Blechfertigung, im Gerätebau und der -konstruktion sowie im Produktvertrieb und -service von Grafischen Anlagen und Geräten. Link zum Unternehmen heute / weitere Bilder

Schaumgummiwerk VEB Leipziger Gummiwaren - ELGUWA in Leutzsch (abgerissen)

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1947 ging die Flügel & Polter KG (gegr. 1879) auf der Grundlage des Volksentscheids vom 30. Juni 1946 in Eigentum des Landes Sachsen über und änderte ihren Namen in Leipziger Gummiwarenfabriken, später VEB Leipziger Gummiwarenfabriken. Seit 1968 nannte sich der Betrieb VEB Elguwa Leipzig. Er unterstand seit 1970 dem VEB Kombinat Elbit (Gummiwerk Elbe, Wittenberg) und ab 1979 dem VEB Kombinat Plast- und Elastverarbeitung Berlin. 1980 übernahm er die Leipziger Produktionsstätte des VEB Galfütex Schmölln und den VEB Keilriemenwerk in Böhlitz-Ehrenberg. Nach 1990 wurde das Unternehmen in die Elguwa Leipzig GmbH umgewandelt. Die Firma war sehr erfolgreich, weil sie in der DDR der einzige Hersteller von Sitzpolstern für Autos war. Die Querelen nach der Wende hat sie nicht überstanden. Zu den erhaltenen Dokumenten über den VEB gehört die DEFA-Wochenschau Nummer 48 von 1962, welche unter anderem über die "nützlichen Schaumschläger" berichtet. Link zur ELGUWA

Sternburg-Brauerei (Stand 2010: zum Abriss vorgesehen)

Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme

Die Tradition der Sternburg-Brauerei Leipzig reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück. Die industrielle Bierproduktion am Standort Lützschena begann 1883 mit der Dampfbrauerei Sternburg. Laut Halleschem Adressbuch von 1941 befand sich in Halle (Saale) eine Niederlage der Brauerei Sternburg GmbH in der Reideburger Straße 16-19. In der DDR hatte das enteignete Unternehmen am abgebildeten Standort zuletzt VEB Brau- und Malzkombinat Sternburg Lützschena, Werk I geheißen. Mit dem Verkauf des Unternehmens 1991 an Sachsenbräu war auch das Ende der Produktion in Lützschena besiegelt.

Karipol (Globus Werke Leipzig)

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In der Limburgstraße Eche Klingenstraße in Leipzig-Plagwitz fällt dieser Gebäudekomplex auf. Über dem Eingang steht Autopflegemittel Karipol und daneben steht eine Steinfigur - ein starker Mann, der kniet und eine Kugel trägt. Wie passt das zusammen? Nun es handelt sich um eine 1897 errichtet Fabrik.
Das geschütze Warenzeichen Karipol gibt es heute noch bei der Firma ARDOS in Espenhain (Sachsen).

Körting & Mathiesen AG (Leutzsch)

Foto: Martin Schramme

1889 wurde die Firma Körting & Mathiesen AG in Leipzig gegründet. Die produzierten Waren umfassten Elektromechanik, Transformatoren und Beleuchtungstechnik. Marktführend war die Körting & Mathiesen AG bei der Herstellung von Bogenlampen für Straßenbeleuchtungen. Ab 1923 begann sie außerdem mit der Fertigung von Kleintrafos, Drosselspulen und Stromversorgungsgeräten für die Funk- und Rundfunktechnik. Ab 1932 wurden auch Radios produziert.
Nach der erst 1948 erfolgten Enteignung des Werkes in Leipzig ging Oswald Ritter mit einem kleinen Mitarbeiterstab in den Westen und gründete dort 1949 die Körting Radio Werke GmbH mit Stammsitz in Grassau im Chiemgau.
Der Betrieb im Osten wurde zum VEB Funkwerk Leipzig. 1964 wurde er zum VEB Fernmeldewerk Leipzig. Zuletzt hieß er VEB RFT Nachrichtenelektronik Leipzig "Albert Norden", Betrieb des VEB Kombinat Nachrichtenelektronik.

Leipziger Baumwollspinnerei

Foto: Martin Schramme

Die Leipziger Baumwollspinnerei wurde 1884 gegründet. Schnell entwickelte sie sich zu einer Größe, die nur von der englischen Baumwollindustrie überboten wurde. Begünstigt wurde das durch die günstigeren Preise der Produktion in Deutschland gegenüber der Importgarne aus England und der Schweiz. Die Blüte wie zur Kaiserzeit erreichte die Spinnerei nie wieder. Kriege und Wirtschaftskrisen waren wesentliche Gründe dafür. Trotzdem lief die Spinnerei bis 1989/90 auf Hochtouren. Bis zum Ende des regulären Spinnereibetriebes 1993 wurden schrittweise Stellen abgebaut. Bis zum Jahr 2000 wurde mit einer Minibelegschaft noch Reifenkord hergestellt. Parallel entwickelte sich ein völlig neues Nutzungskonzept. Künstler, Architekten und alternative Projekte haben dort eine attraktive Heimstatt gefunden.

Rauchwarenfabrik "Kniesche" (Leipzig-Wahren)

Rauchwarenfabrik "Kniesche" / Foto: Martin Schramme

Theodor Kniesche ließ um 1900 direkt an der Weißen Elster eine Rauchwaren-Zurichterei, -Färberei und -Handlung errichten. Die Spezialität des Hauses war der Handel mit Lammfellen und Schwarzfärberei. Nach dem Tod des Gründers 1907 führten seine Söhne Curt und Willi den Betrieb weiter. Als Kanin in Mode kam, wurde bei Kniesches Kanin Blau gefärbt. Die Sanierung des historischen Gemäuers wurde im Rahmen des Projekts "Wendische Höfe" vom halleschen Immoblienunternehmen Weißenburger Wohnbau betrieben. 2013 waren das Objekt saniert und wurde als Wohneigentum verkauft. Wendische Höfe

Elida AG (Georg Schicht AG, Unilever)

Elida AG | Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme

Die Aufschrift dieses Gebäudes in der Pittlerstraße in Leipzig-Wahren zum Zeitpunkt der Aufnahme 2010 verrät ein Stück Industriegeschichte: Parfümerie Elida Aktiengesellschaft Leipzig und VEB Goldeck Schokoladenfabrik Werk II.

Elida: 1925 kamen Österreicher mit ihrer Seifenfabrikation Elida AG nach Leipzig (Gründer: Georg Schicht), die sie 1916 in Wien aufgekauft hatten. (Elida ist eine Wortschöpfung aus dem Begriff "ideal".) 1931 übernahm die "Sunlicht-Gesellschaft AG" Elida samt 300.000 Reichsmark Schulden. Ein Jahr später wurden beide Unternehmen miteinander verschmolzen. 1936 wurde die Produktion von Leipzig nach Mannheim verlagert. Das Leipziger Adressbuch von 1936 beinhaltet den Eintrag Sunlicht-Gesellschaft AG, Elida-Werk (Pittlerstraße 33). Unter der gleichen Adresse sind auch zu finden Mitteldeutsche Seifenfabrik GmbH und Mitteldeutsche Seifenfabriken AG. 1949 ließ Unilever (Eigner von Sunlicht) die alten Elida-Parfümerie-Artikel wieder aufleben.
2011 war das Unternehmen Elida-Gibbs GmbH (Unilever-Konzern) als Lieferant von Drogerien- und Apothekenbedarf in der Ballinstr. 15 in Berlin eingetragen. Auch war das Unternehmen mit einem Eintrag Alter Postweg 25 in Buxtehude zu finden. In beiden Fällen handelt es sich um alte Unternehmensstandorte. Heute gehört Elida Gibbs zu den Top 3 der deutschen Zahnpastahersteller.

Goldeck: Die 1992 gegründete Goldeck Süßwaren GmbH betreibt heute das Zetti-Werk in Zeitz. Zurück geht die Unternehmensgeschichte bis 1821, als ein gewisser Wilhelm Felsche in Leipzig eine Konditoreiwarenhandlung gründete. 1835 begann Felsche das Cafe Francais am Augustusplatz, wo er mit Trinkschokolade punktete. 1949 zogen Felsches in den Westen. 1953 wurde das Unternehmen in Leipzig zum volkseigenen Betrieb (VEB) verstaatlicht. 1962 wurde Goldeck mit Empor zum VEB Leipziger Süßwaren-Betrieb zusammengelegt. Im Zuge der Kombinatsbildung kommen die Leipziger 1980 zum Süßwaren-Kombinat Halle/Delitzsch.

VEB Verlade- und Transportanlagen (VTA) Leipzig (ehemals Adolf Bleichert & Co.)

Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Die im historisierenden Stil verzierte Tür trägt
das Kürzel VTA, das für den Name des Betriebes
- Verlade- und Transportanlagen - steht.

1881 nahm das Unternehmen Bleichert Transportanlagen in der Kaiser-Friedrich-Straße die Produktion auf. Zum Januar 1954 wurde die SAG Bleichert Leipzig der DDR übergeben. Der Betrieb firmierte zunächst als VEB Bleichert Transportanlagenfabrik, 1955 als VEB Schwermaschinenbau Verlade- und Transportanlagen (VTA) Leipzig und 1973 als VEB Verlade- und Transportanlagen Leipzig Paul Fröhlich. Hergestellt wurden vor allem Tagebaugeräte für den Braunkohlenabbau und Dieselgabelstapler. Ab 1985 wurde der VEB VTA Stammbetrieb des VEB Schwermaschinenbaukombinat TAKRAF. 1990 wurde der Stammbetrieb privatisiert und in VTA GmbH umbenannt. Seit Jahren steht der etwa 250x100 Meter große Produktionskomplex in der Lützowstraße 34 / Sammet-Straße in Leipzig-Gohlis leer und verfällt.

Literaturhinweis: Oliver Werner "Ein Betrieb in zwei Diktaturen: Von der Bleichert Transportanlagen GmbH zum VEB VTA Leipzig 1932 bis 1963" (Beiträge zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte Band 101), Stuttgart 2004.

umfangreiche Seite zu Bleichert
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Wasserturm Rackwitzer Straße

Foto: Martin Schramme, 2014 Foto: Martin Schramme, 2014

Der Wasserturm befindet sich unweit des Leipziger Hauptbahnhofs.

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