Könnern (Cönnern)

Artefakte - Denkmale deutscher Geschichte
Fotos: Martin Schramme | Keine Verwendung der Bilder ohne Nachfrage!
letzte Änderung am 30.04.2017

Malzfabrik Könnern Saale

malting plant, Foto: Martin Schramme, 2013 malting plant, Foto: Martin Schramme, 2013 malting plant, Foto: Martin Schramme, 2017 malting plant, Foto: Martin Schramme, 2017 malting plant, Foto: pappel pictures malting plant, Foto: pappel pictures malting plant, Foto: pappel pictures malting plant, Foto: pappel pictures malting plant, Foto: Martin Schramme, 2017

Im Herbst 2011 war das Objekt teilweise abgerissen, aber an den verbliebenen großen Ziegelbauten war die Aufschrift "Malzfabrik Könnern - Saale" noch gut zu erkennen. Traurige Reste erinnern an die einstige Aktienmalzfabrik Könnern, die 1871 ihren Betrieb aufnahm.

Im Geschäftsjahr 1941/42 erzielte die Fabrik einen Überschuss von 627.427 Reichsmark. Der Erlös verringerte sich im Laufe des Krieges weiter wegen der Produktionseinschränkungen. 1939/40 hatte der Rohüberschuss noch 0,9 Millionen Reichsmark betragen. 1933/34 hatte der Rohgewinn gar bei 1,26 Millionen Euro gelegen. Die sich ständig verschlechternden Bilanzen wurden seitens des Unternehmens auch mit der "Preisschleuderei auf dem Malzmarkt" erklärt.

Im Aufsichtsrat der AG saßen auch zwei Hallenser: Rudolf Steckner und sogar als stellvertretender Vorsitzender Walther Flakowski (Geschäftsinhaber des Halleschen Bankvereins K.G. a.A.). Den Vorsitz hatte Franz Heinrich aus Könnern. Veranstaltungsort für die ordentliche Generalversammlung war beispielsweise am 3. Dezember 1935 das Hotel "Stadt Hamburg" zu Halle (Saale). In dem Jahr wurde mehr produziert, aber weniger abgesetzt. Der Jahresgewinn lag bei 122.475 Reichsmark.

Nach dem Krieg wurde die Malzfabrik Könnern enteignet und verstaatlicht zum VEB Malzfabrik Könnern. 1959 erfolgte die Verlagerung der AG nach Hamburg. Der 20. Januar 1971 ist der Tag der Löschung der Gesellschaft.

Dampfziegelei

Dampfziegelei, Foto: pappel pictures, 2017 Foto: Martin Schramme, 2017 Foto: pappel pictures, 2017 Foto: pappel pictures, 2017 Foto: pappel pictures, 2017 Foto: pappel pictures, 2017 Foto: pappel pictures, 2017

1840 wurde in Könnern-Georgsburg an der Saale westlich des Saalbergs eine Dampfziegelei errichtet, die als Roths Dampfziegelei und Zementfabrik firmierte und sich nach dem Ausbau zum Kalk- und Zementwerk Bertram entwickelte. Im 19. Jahrhundert entstanden zahlreiche Dampfziegeleien, weil der Bedarf an Ziegeln im Zuge der Industrialisierung des Deutschen Reiches sprunghaft anstieg.

Betonwerk Könnern

windmill, Foto: Martin Schramme, 2017 windmill, Foto: Martin Schramme, 2017

2017, 27 Jahre nach dem Ende der DDR, war in Könnern-Georgsburg noch eine Aufschrift zu sehen, die an den Sozialismus im deutschen Osten erinnerte: "Betonfertigteile aus Könnern - ein Begriff für die sozialistische Landwirtschaft".

Speicher am Güterbahnhof

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Zu DDR-Zeiten war der Speicher am Güterbahnhof Könnern zuletzt ein Objekt der Bäuerlichen Handelsgenossenschaft (BHG) Bernburg.

Ofenwerk

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1921 entstand aus der Freymuth & Co. GmbH Dampfziegelei und Schamottewerk die Ziegel- und Schamotte-Werke AG. Zu den Großaktionären gehörte 1945 der Hallesche Bankverein. In der DDR gehörte der VEB Ofenwerke Könnern zur Papier-, Glas- und Keramikindustrie. Zur Produktpalette gehörte unter anderem der Dauerbrandofen "Saale". 2017 war das Werk total heruntergekommen. Bereits 2011 hatte die Sächsische Grundstücksauktionen AG das Areal als abrissreife Gewerbefläche mit Objekten der Baujahre 1870 bis 1990 zur Versteigerung angeboten.

Turmwindmühle holländischer Bauart (Andritzkys Mühle)

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Am Ortsrand von Könnern steht linker Hand an der B6 in Richtung Halle Saale der Rest einer Turmwindmühle holländischer Bauart. mehr 1, mehr 2 mehr 3

Landambulatorium

windmill, Foto: Martin Schramme, 2017 windmill, Foto: Martin Schramme, 2017

Ambulatorien waren Teil des Gesundheitssystems der DDR (1949-1990). Ein Ambulatorium bestand aus bis zu vier Facharztpraxe und war somit die kleinere Versorgungseinheit zur Poliklinik mit fünf und mehr Fachabteilungen der ambulanten Versorgung von Patienten. Aus medizinischer und fiskalischer Sicht waren diese Einrichtungen für alle die Patienten die bessere Wahl, deren Behandlung nicht zwingend in einem Krankenhaus stattfinden musste.

Betriebe in der DDR (1949-1990)
VEB Beschläge und Metallwaren Könnern
VEB Getränkefabrik Könnern
VEB Kfz-Reparaturwerk Könnern
VEB Kraftfuttermischwerk Könnern/Saale (VEB Kombinat Getreidewirtschaft Halle)
VEB Landbaubetrieb und Betonwerk Könnern
VEB Likörfabrik Könnern
VEB Malzfabrik Könnern
VEB Ofenwerk Könnern
VEB Raumgestaltung Könnern (VEB Möbelkombinat Dessau)
VEB Rohrleitungszubehör Könnern
VEB Saale-Mälzerei Könnern
VEB Stahl- und Massivbrücken Könnern (VEB Autobahnbaukombinat Magdeburg)

Wirtschaft in Cönnern vor 1945
Eintrag im Brockhaus-Lexikon von 1894: Stadt im Saalkreis des preußischen Regierungsbezriks Merseburg. Zwischen der Fuhne und der Saale an der Linie Halle-Halberstadt und der Nebenlinie Grizehne-Cönnern der Preußischen Staatsbahnen. Post zweiter Klasse, Telegraph. Eisengießerei mit Maschinenfabrik, zwei Malzfabriken, eine Zuckerfabrik, Ziegeleien, Dampfsägewerk, Steinbrüche.

Aktien-Malzfabrik Könnern
Ziegel und Schamotte-Werke AG