Königsberg

Artefakte - Denkmale deutscher Geschichte
Fotos: Martin Schramme | Keine Verwendung der Bilder ohne Nachfrage!
letzte Änderung: 13.12.2016

Königsberg war bis 1945 eine stolze, ostpreußischen Stadt. Nach dem barbarischen Vernichtungsfeldzug des Deutschen Reiches gegen die Sowjetunion fiel die Stadt 1945 in die Hand der Roten Armee und wurde zu einem Teil Russlands. Nach dem Niedergang der Sowjetunion 1991 und der Abtrennung der baltischen Staaten (Litauen, Lettland, Estland) wurde das Kaliningrader Gebiet zu einer russischen Enklave an der Ostsee, ohne Landzugang zu Russland.

Königseck mit Kreuz-Apotheke

Foto: Mikhail Ogorodnikov, mit freundlicher Genehmigung Foto: Mikhail Ogorodnikov, mit freundlicher Genehmigung Foto: Mikhail Ogorodnikov, mit freundlicher Genehmigung Foto: Mikhail Ogorodnikov, mit freundlicher Genehmigung Foto: Mikhail Ogorodnikov, mit freundlicher Genehmigung Foto: Mikhail Ogorodnikov, mit freundlicher Genehmigung

Unglaublich, aber wahr: An der Frunze-Straße in Kaliningrad verfällt ausgerechnet direkt neben der Gazprombank, also der Bank des mächtigsten und reichsten russischen Unternehmens, ein fantastisches Gebäude mit der Kreuz-Apotheke, Bauzeit um 1900, das sich im alten Königsberg an der Königsstraße 73-75 befand. 1987, in der Endphase der Sowjetunion, sollte das Jugendstilbauwerk restauriert werden, wofür seine Bewohner auszogen. Doch weitere Jahrzehnte vergingen und nichts passierte. Die Sowjetunion hatte das Haus verschont. Es wurde bewohnt, während ringsum sozialistische Neubauten entstanden. Seit 1990 wechselte wiederholt der Besitzer. 2013 hieß es, das Bauunternehmen Rossban AG wolle das Haus sanieren. Die AG besaß das Objekt allerdings schon seit 2007 und hatte der Stadt versprochen, es in Ordnung zu bringen. 2003 schon wollte die Stadtverwaltung des Bauwerk abreißen, doch Kaliningrader protestierten und die Medien stimmten ein in den Protest. Denkmalschutz ist ein Stiefkind geblieben in Kaliningrad, von wenigen Privatinitiativen einmal abgesehen. 2015 schätzte der ortskundige Immobilienexperte Uwe Erich Niemeier die Kosten einer Sanierung des Objekts auf mehr als 3,5 Millionen Euro. Den Wert der Immobilie taxierte er mit faktisch Null, doch das Grundstück darunter mit zwöf Millionen Euro.

Das Königseck überstand als eines der wenigen Gebäude in Königsberg den verbrecherischen Bombenterror der Engländer im August 1944, wo auch Napalm zum Einsatz kam, ein tödliches Brandmittel, das große Hitze erzeugt, an der Haut haftet und mit Wasser nicht löschbar ist.

das Königseck bei Google maps als Street view

Wirtschaft in Königsberg vor 1945
Eintrag im Brockhaus von 1894: Es bestehen mehrere sehr bedeutende Eisengießereien und Maschinen-, besonders Lokomotivfabriken, darunter die Union, ferner Dampfmühlen, Holzschneidewerke, Brennereien, Fabrikation von Tabak und Cigarren, Zündhölzern, Klavieren, Dachpappe, Asphalt, Holzcement und Mineralwasser, 13 Brauereien in und 3 vor der Stadt. Berühmt ist die Marzipanfabrikation.

Links
Wiederbelebung des Marzipans aus Königsberg
echtes Königsberger Marzipan nach Deutschland gerettet
Königsberger Marzipan in Berlin