Kahla (Thüringen)

Artefakte - Denkmale deutscher Geschichte
Fotos: Martin Schramme | Keine Verwendung der Fotos ohne Nachfrage!
letzte Änderung: 18.12.2015

Porzellanfabrik 1: Massenmühle

Porzellanfabrik Massenmuehle Kahla von 1906, Foto: Martin Schramme, 2013 Foto: Martin Schramme, 2013 Foto: Martin Schramme, 2013 Foto: Martin Schramme, 2013

"Massenmühle Porzellanfabr. Kahla erbaut 1904 - 1906" steht an dem alten Gemäuer. Der Schweizer Johann Bünzli, Direktor der Porzellanwerke Kahla, hatte für seine erfolgreiche Arbeit eine Walkmühle erhalten, die er zur Massenmühle um- und ausbaute. In einer Masse(n)mühle wird die Porzellanmasse hergestellt. Kaolin, Quarz und Feldspat werden gemischt und gemahlen und schließlich mit Wasser zu Schlicker verarbeitet.

Porzellanfabrik 2

Foto: Martin Schramme, 2014 Foto: Martin Schramme, 2014
Foto: Martin Schramme, 2014 Foto: Martin Schramme, 2014

23.10.1844 - in der neu gegründeten Porzellanfabrik an der Saale wird das erste Porzellan gebrannt. 1888 wird das Unternehmen zur Aktiengesellschaft. Die Porzellanfabrik Kahla ist eine der größten Porzellanhersteller in Deutschland und schluckt andere Porzellanfabriken wie Arzberg, Hutschenreuther und Schönwald. 1945 gerrät die Fabrik unter sowjetischen Einfluss. Ein Jahr später wird sie in eine Sowjetische Aktiengesellschaft (SAG) umgewandelt. 1952 übergeben die Russen die Fabrik an die DDR. Kahla wird volkseigen. In den 60er Jahren erneuert und modernisiert die DDR die Anlagen. Die Hälfte der Produktion geht in den Export. Nach der Kombinatsbildungswelle in der DDR gehören zum VEB Feinkeramik 17 Porzellanwerke. Hauptsitz ist Kahla. Nach dem Ende der DDR 1990 hat die Treuhandgesellschaft die Regie. 1993 muss das Unternehmen Konkurs anmelden. 1994 gelingt der Neustart. 2014 feiert Kahla 170 Jahre. mehr

Zu den Spezialitäten der Porzellanfabrik Kahla gehörte das Kobaltblau (im alten Persien und China lange bekannt, in Europa 1795 vom Chemiker Josef Leithner entdeckt).

Konsum-Gaststätte Kahla

Konsum-Gaststaette in Kahla, Foto: Martin Schramme, 2013 Foto: Martin Schramme, 2013 Foto: Martin Schramme, 2013

Ende 2013: Rot auf gelben Grund gepinselt ist mehr als 20 Jahre nach dem Ende der DDR der Schriftzug "Konsum-Gaststätte" an einem fantastischen Baudenkmal in Kahla zu finden. Unweit des Saaltores stößt der neugierige Besucher auf dieses Anwesen.

Meyer´s Restaurant (Abriss Mai 2015)

Foto: Martin Schramme, 2013 Foto: Martin Schramme, 2013

Meyer´s Restaurant war zu Kaiserzeiten ein nobel und gediegen ausgestattetes Lokal. Im Jahr 2013 stand das Haus schon einige Zeit leer. Im März 2015 war dann von Abriss die Rede. Das Haus Gerberstraße 1 wurde 1898/1899 errichtet und war damals sehr modern, da es in Kahla eines der ersten Häuser mit einem Wasserclosett war. Das Wasser für die Spülung kam aus einem Behälter auf dem Dachboden. Dass der ansehnliche historische Klinkerbau abgerissen werden soll, wurde im Frühjahr 2015 damit begründet, dass von dem Haus nach Bodensetzungen und Verformungen eine Gefahr ausgehe. Im Mai 2015 wurde der Klinkerbau komplett abgerissen.

Hotel Lossmann | Zum Goldenen Stern

Hotel Lossmann, Goldener Stern, Foto: Martin Schramme, 2013 Foto: Martin Schramme, 2013 Foto: Martin Schramme, 2013 Foto: Martin Schramme, 2013 Foto: Martin Schramme, 2013

Kahlaer kennen das Haus an der Saalstraße als Hotel "Zum Goldenen Stern". An den Portalsäulen des Haupteinganges befanden sich im Dezember 2013 folgende Inschriften: "George Grose 1690" und "Otto Lossmann - Hotel - umgebaut 1912/13 - nach den Plaenen des Archit. B. Berner Jena". Bereits im Herbst 2012 hatte ein Immobilienbesitzer aus Oschatz damit begonnen, das von ihm 2008 erworbene historische Gebäude statisch zu sichern, bald darauf jedoch Insolvenz angemeldet. Am 18. November 2013 sollte der "Stern" versteigert werden.

Fleischerei Paul Wiedemann

Fleischerei Wiedemann in kahla, Foto: Martin Schramme, 2013 Foto: Martin Schramme, 2013

Die Fleischerei Paul Wiedemann gehörte einst zu den Handwerksbetrieben in Kahla.

Saaltor

Foto: Martin Schramme, 2013

Kahla war einst hoch ummauert und gut befestigt. Von der Befestigung sind das Saaltor und der Malzturm als Sehenswürdigkeiten erhalten geblieben. Hinzu kommen bedeutende Teile der alten Befestigungsgemäuer, die Ende November 1899 per Stadtratsbeschluss den Bürgern der Stadt zur privaten Nutzung überlassen wurde, womit sich die Gemeinde den Unterhalt sparte. Die früheste Ü,Berlieferung von Festungsbau in Kahla stammt aus den Jahr 930.

Betriebe in der DDR (1949-1990)
VEB Betonwerk Kahla (VEB BMK Erfurt)
VEB Elektrotechnik Kahla
VEB (K) Feinkeramik Kahla (Betriebe in Kahla, Triptis, Gräfenroda, Ilmenau; Kemmlitz, Salzmünde, Colditz, Plaue, Eisenberg, Freiberg, Gera-Roschütz, Köditz, Königsee, Lettin, Reichenbach, Rudolstadt-Volkstedt, Stadtlengsfeld, Blanken, Weißwasser, Annaberg, Rheinsberg, Elsterwerda, Torgau, Leipzig, Meißen)
VEB Gummistanzerzeugnisse Kahla
VEB Kreisbau Jena in Kahla (oder VEB Kreisbaubetrieb, angesiedelt beim Rat des Kreises Jena)
VEB Metallverarbeitung Kahla (VEB Kombinat Leuchtenbau Zeulenroda / VEB Kombinat Maschinenbauerzeugnisse Zeulenroda)
VEB Porzellanmalerei Kahla
VEB Vereinigte Holzindustrie Kahla (VEB Kombinat Schnittholz und Holzwaren Gera)
VEB Vereinigte Porzellanwerke Kahla (VEB (K) Feinkeramik Kahla)
VEB Ziegelwerke Kahla

Wirtschaft und Leben in Kahla vor 1945
Eintrag im Brockhaus-Lexikon von 1894: Links an der Saale an der Linie Großheringen-Saalfeld der Saaleisenbahn, in reizender Lage, hoch ummauert und früher befestigt. Post zweiter Klasse, Telegraph. Bedeutende Porzellanfabrikation, Gerberei, Dampfsägewerk und Landwirtschaft. Die Kochsche Porzellanfabrik, 1843 gegründet, seit 1887 Aktiengesellschaft, umfaßt drei Fabriken in Kahla, je eine in Hermsdorf bei Klosterlausnitz und Schedewitz bei Zwickau und hat 35 Brennöfen, eine Kaolinschlemmerei, die täglich etwa 15 Tonnen Masse und Glasur liefert, zwei Sägewerke, Holzwoll- und Pappenfabrik, Dampf- und Wasserkraft und fertigt vornehmlich Tassen, Teller und Service.

Quellen
jena.otz.de
kahla.de
Wikipedia