Hettstedt

Artefakte - Denkmale deutscher Geschichte
Fotos: Martin Schramme | Keine Verwendung der Fotos ohne Nachfrage!
letzte Änderung am 28.10.2016

Hettstedt ist eine Stadt, die von Bergbau und Hüttenwesen geprägt ist. Die goldenen Jahre dort sind vorbei. Das Stahl- und Walzwerk MKM setzt heute die Tradition der einst mächtigen Mansfeld AG fort, doch Hettstedt ist nur noch ein Abglanz der großen Bergbauzeit im Deutschen Reich.

Kran der Kupfer-Silber-Hütte

Foto: Martin Schramme | 2012 Foto: Martin Schramme | 2012 Foto: Martin Schramme | 2012

"Mansfeld - Kupfer-Silber-Hütte GmbH" steht auf der Rückseite dieses Kranes in Hettstedt. Gebaut wurde er vom VEB Kranbau Eberswalde. Der Kran der ehemaligen Bessemerei konnte Rohsteine bis zu einem Gesamtgewicht von fünf Tonnen bewegen.

Gulli-Deckel unweit der Kupfer-Silber-Hütte

Foto: Martin Schramme | 2012

"VEB Kanalguss Lugau/E" steht auf dem Gully-Deckel, wobei "E" für Erzgebirge steht. Moritz Walther Nachf. hieß der Betrieb einst. Im April 1972 kam auch für diesen das Aus. Es entstand der VEB Kanalguß Lugau.

Wandbild zum Bergbau des Mansfeld Kombinats (Bahnhofstraße)

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HO Broilerbar

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Broilerbars gab 2012 es heute wieder in Rostock, Warnemünde, Senftenberg, Stralsund, Hoyerswerda und in Saßnitz.

Getränkebetrieb Hettstedt

Foto: Martin Schramme | 2012 Foto: Martin Schramme | 2012

"Getränkebetrieb Hettstedt" steht an dem gelben Gemäuer und darunter in roter Schrift die Losung "Mit dem Sozialismus zum Glück des Volkes!" Das Objekt gehörte zu DDR-Zeiten zum Getränkekombinat Dessau (Bezirk Halle).

Saigerhütte seit 1688 | Mansfeld-Kombinat (Leerstand seit 1998)

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Um Silber zu gewinnen aus dem Kupfer der Hütten der Grafschaft Mansfeld wurde 1688 die Saigerhütte bei Hettstedt angefahren. Der Name Saigerhütte kommt vom Begriff "Saigerverfahren", wie die Anreichung unter anderem von Silber im Verhüttungsverfahren genannt wird. Die Hütte wurde im Laufe der Jahrhunderte ständig erweitert, umgebaut und erneuert. 1827 wurde das Silbergewinnungsverfahren geändert. Fortan wurde das Amalgamier-Verfahren angewandt. Zu DDR-Zeiten war das Unternehmen Teil des Mansfeld-Kombinats "Wilhelm Pieck". 1988 hatte die Hütte noch 500 Mitarbeiter. Nach dem Ende der DDR 1989/90 wurde die Saigerhütte schrittweise stillgelegt. 1996 war endgültig Schluss, wie Zeitungen belegen, die noch im Oktober 2010 auf dem Gelände zu finden waren.
Siehe auch hier (sehr gute Seite) und hier.

Schmalzgrund-Viadukt

Foto: Martin Schramme | 2012
Foto: Martin Schramme | 2012
Foto: Martin Schramme | 2012

Die Brücke aus Beton und Stahl ist 150 Meter lang und erhebt sich bis zu 20 Meter über dem Grund. Sie wurde am 1. November 1914 in Betrieb genommen und 1965 umfassend saniert. Auf dem Bauwerk liegen in nur einem Gleisbett Schmalspur und Normalspur. Im Sommer 2010 wurde der Bahnverkehr auf der Brücke eingestellt. Das Bauwerk verband einst den Bahnhof Hettstedt mit dem Walzwerk. Wer den Betonbau übernahm, war auch im Jahr 2012 noch gut erkennbar: "Betonbau ausgeführt von Dücker & Co. GmbH Düsseldorf 1914" (zuvor: Dücker & Cie, Betonbaugesellschaft mbH).

Mansfelder Bergwerksbahn (Schmalspur 750 Millimeter)

Foto: Martin Schramme | 2012 Foto: Martin Schramme | 2012 Foto: Martin Schramme | 2012

Im Zuge des technischen Fortschritts betrieben die Mansfelder Bergwerksbetriebe ab 1880 eine Schmalspurbahn. Die 750mm-Schmalspurstrecke verband Schächte und Hütten und transportierte diverse Materialien, vor allem Erz und Kohle. Bis 1924 wuchs das Streckennetz auf 95 Kilometer. Seit Anfang der 1960er Jahre wurde die Strecke aus Gründen der Wirtschaftlichkeit und wegen der Einstellung vieler Bergbaubetriebe schrittweise stillgelegt und zurückgebaut. 1994 kaufte der Verein Mansfelder Bergwerksbahn 11,8 Kilometer der Strecke und etablierte einen Museumsbahnbetrieb. Hier im Bild zu sehen ist der Güterbahnhof Kupfer-Kammer-Hütte Hettstedt. Ein Spruch auf einem Bahngebäude dort erinnert noch an ferne Zeiten, denn dort steht in blauer Schrift die Losung "Es lebe das feste Kampfbündnis der DDR mit der ruhmreichen Sowjetunion!"

Güterbahnhof Hettstedt

Foto: Martin Schramme

Im Juli 2012 stand der Güterbahnhof, Baujahr 1900, leer und verfiel. Im Internet stand er bei Immonet.de zum Verkauf für 69.999 Euro.

Zentrale Elektrowerkstatt (ZEW)

Foto: Martin Schramme | 2012
Foto: Martin Schramme | 2012
Foto: Martin Schramme | 2012

Foto: Martin Schramme
Foto: Martin Schramme Hinweisschild: Radfahrer und Motorradfahrer absteigen
Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Röhrenradio "Berlin"

Die Zentrale Elektrowerkstatt (ZEW) arbeitete seit 1961 für das Mansfeld Kombinat. Zuvor hatte der Elektrobetrieb unter anderem Namen agiert.
Nach dem Ende der DDR 1990 und dem Ende des Mansfeld Kombinats wurde das Objekt Mansfelder Straße 29 von der MW Sondermaschinen GmbH genutzt. Das waren die Dienstleistungen des Unternehmens: Elektromaschinenreparatur und Handel, Antriebs- und Verbindungselemente, Bäckereimaschinen Vertrieb und Reparatur, Lieferstelle Technische Gase von Air Liquide, Kugellager-Handel, Bosch-Elektrowerkzeuge und Zubehör, Schweißtechnik und Zubehör. 2012 stand der Betrieb schon viele Jahre leer und war in Teilen stark zerfallen.

Berufsbildende Schulen Hettstedt

Foto: Martin Schramme | 2012
Foto: Martin Schramme | 2012
Foto: Martin Schramme | 2012

Betriebe in der DDR (1949-1990)
VEB Dienstleistungsbetrieb Hettstedt (VEB Kombinat Hauswirtschaftliche Dienstleistungen Halle, VEB Dienstleistungskombinat Halle)
VEB Elmett Hettstedt (VEB Kombinat Elektroapparate-Werk Berlin-Treptow)
VEB Fleischwaren Hettstedt
VEB Gebäudewirtschaft Hettstedt
Getränkebetrieb Hettstedt (VEB Getränkekombinat Dessau)
VEB Halbzeugkombinat Hettstedt
VEB Kreisbaubetrieb Hettstedt (beim Rat des Kreises Hettstedt)
VEB Nahrung und Genuß Hettstedt
VEB Walzwerk Hettstedt (VEB Mansfeld-Kombinat "Wilhelm Pieck")
VEB Ziegelwerke Hettstedt

Eintrag in Meyers Neues Lexikon von 1962: Walzwerk für Buntmetalle, Kupferhütten, Kupferschieferbergbau, Bau von Elektrogeräten.

Wirtschaft in Hettstedt vor 1945
Eintrag im Brockhaus-Lexikon von 1911: Guanofabrik, Kupferbergbau und Kupferschmelzhütten.

Eintrag im Brockhaus-Lexikon von 1894: An der zur Saale gehenden Wipper und an der Linie Güsten-Sangerhausen der Preußischen Staatsbahnen. Post zweiter Klasse, Telegraph; Klavier-, Kirschsaft- und Guanofabrik und in der Umgegend Kupfererzgruben und Schmelzhütten. Geplant ist eine Nebenbahnlinie von Halle an der Saale nach Hettstedt.