Heiligendamm - ältestes Ostsee-Bad

Artefakte - Denkmale deutscher Geschichte
Fotos: Martin Schramme | Keine Verwendung der Fotos ohne Nachfrage!
letzte Änderung: 08.10.2016

Heiligendamm ist Deutschlands ältestes Seeheilbad (1793 gegr.) und galt einst als das schönste Seebad des Deutschen Reiches. 1873 kam es in Privatbesitz. Bis zum zweiten Weltkrieg war Heiligendamm DER gesellschaftliche und kulturelle Treffpunkt.

Perlenkette an der Ostsee

Foto: Martin Schramme, 2010 Foto: Martin Schramme

Seit der Gründung des See-Heilbades Heiligendamm 1793 waren immer wieder Bauleute vor Ort, um Gebäude zu errichten und Anlagen zu erweitern. 1816 errichteten sie das Kurhaus (heute Hotel). 1837 kam der Villenbau in Gang. Das Alexandrinen Cottage, das Marien Cottage und das Haus Krone entstanden. Mit dem Bau der Burg Hohenzollern im Tudorstil während der Jahre 1845 bis 1848 unterstrichen die Bauherren in Heiligendamm ihren Anspruch der Luxuriösität. Die bekannte "Perlenkette", eine Kette mehrerer, etwa gleichgroße Logierhäuser (Perlen), wurde in den Jahren 1854 bis 1874 gebaut. In der Zeit, genauer gesagt 1872, beeinträchtigte ein schweres Sturmhochwasser den weiteren Betrieb des Bades. Das Anwesen ging, ausgenommen die Cottages, an eine private Aktiengesellschaft. 1886 gab es erstmals am Ort ein Grand Hotel. Die internationalen Gäste erfreuten sich neben Bädern und Entspannung unter anderem an Reiten, Tennis, Golf und Taubenschießen. 1911 wechselte erneut die Eigentümerschaft. Nach einer Flaute während des Ersten Weltkrieges bescherten die Goldenen 20er Jahre der feinen Gesellschaft einen 9-Loch-Golfplatz. Im Nationalsozialismus ab 1933 wurde der Ort zunächst für alle deutschen Bürger des Reiches zugänglich als KdF-Bad (KdF = Kraft durch Freude). Später rücken Seekadetten an (Kriegsmarine). Zum Ende des Zweiten Weltkrieges hin wurde der einst noble Ort als Lazarett gebraucht. Dann kamen die Flüchtlinge und schließlich die Rote Armee, die das Strandrefugium für ihre Garnision nutzte. Ab 1947 waren die Gebäude wieder in deutscher Hand. Im neuen Deutschland, ab 1949 DDR, war Heiligendamm ein Sanatorium für Werktätige. Die Gebäude erfuhren Umbauten, dann verfielen sie mehr und mehr. 1997 kaufte ein Investor das Anwesen und sagte zu, das Denkmal-Ensemble zu sanieren. 2003 war das Grand Hotel fertig. 2007 fand dort der G8-Gipfel statt, das Treffen der mächtgsten Politiker der Welt. Um weiten Umfeld des Veranstaltungsortes ließ Bundeskanzlerin Angela Merkel einen monströsen Sicherheitszaun errichten, der vielen Menschen auf dem ehemaligen Gebiet der DDR an die Berliner Mauer erinnerte. 2010 begann die Sanierung der Perlenkette. Von 2011 bis 2013 wurde die Villa Großfürstin Marie saniert. Im Zuge der weiteren Sanierungsarbeiten an den Perlen der "weißen Stadt am Meer" wurden luxuriöse Wohnungen angeboten. Ab Herbst 2015 waren Plätze im Logierhaus "Villa Greif" im Angebot. Dan fand sich doch noch ein Investor, der die scheinbar verlorenen Perlen in sein Portfolio nahm und vermarktete. Als Luxusobjekte, versteht sich.

Residenzen Heiligendamm
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