Hainichen (Sachsen)

Artefakte - Denkmale deutscher Geschichte
Fotos: Martin Schramme | Keine Verwendung der Fotos ohne Nachfrage!
letzte Änderung: 05.12.2015

Verbandmittel Hainichen (Kerma seit 1886)

Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015

"Max Kermes" steht an dem 1913 errichteten Gebäude der Verbandmittel-Fabrik in Hainichen direkt an der Eisenbahn. Es ist der Name des Unternehmensgründers, der 1886 den Vertrieb von Binden und anderen Verbandstoffen begann. Durch Heirat war er zuvor Teilhaber an einer Flanellfabrik geworden (Flanell ist ein leichtes, wärmendes und saugfähiges Gewebe aus Wolle oder Baumwolle). An die Feier des 50. Firmenjubiläums erinnerte auch im Jahr 2015 noch eine Tafel aus der NS-Zeit: "1886 - 1936 Zur Erinnerung an das fünfzigjährige Bestehen der Firma Max Kermes in dankbarer Verehrung gewidmet von der Gefolgschaft und den Vertretern. Hainichen, am 4. April 1936". Erich Kermes lenkte Kerma lange Zeit in der DDR, bis der Betrieb 1972 entgültig verstaatlich wurde. Als VEB war Kerma am Ende dem VEB Vliestextilien Lößnitztal zugeordnet. Nach dem Ende der DDR erfolgte die Rückübertragung. Seither heißt das Unternehmen Kerma Verbandstoff GmbH.

unbekanntes Objekt am Bahnhof

Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015

Schuhhaus Kompliment

Foto: Martin Schramme, 2015

Im Mai 1998 war die alte Leuchtreklame "Schuhhaus Kompliment" noch vorhanden, im Mai 2015 jedoch war nur noch der "Schatten" des Schriftzuges zu erkennen.

Bahnhof Hainichen

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Im März 1869, nach fast drei Jahren Bauzeit, fuhr die erste Eisenbahn von Niederwiesa nach Hainichen. 1871 entstand die Hainichen-Roßweiner-Eisenbahngesellschaft zum Bau der Strecke von Hainichen nach Roßwein. Nach weiteren drei Jahren, im Spätsommer des Jahres 1874 stand die neue Verbindung. Knapp zwei Jahre später kaufte der Staat Sachsen die Bahnstrecke. Erweiterungsbauten folgten 1899 für den Steinbruch Berbersdorf, 1913 am Bahnhof Hainichen und 1934 für das FRAMO-Werk (das nach Hainichen umgezogene Frankenberger Motorenwerk). Nach einer kriegsbedingten Unterbrechung fuhr die Bahn ab 20. Mai 1945 wieder nach Roßwein. Im Mai 1998 fuhr der letzte Personenzug, im April 2001 der letzte Güterzug. Im Dezember 2004 wurde der Reiseverkehr mit der City-Bahn Chemnitz wieder aufgenommen.

Albrechts Gaststätte

Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015

"Albrechts Gatsstätte" stand im Mai 2015 noch am Gebäude in Hainichen.

Betriebe in der DDR (1949-1990)
VEB Bau Hainichen
VEB Berufsbekleidung Fortschritt Hainichen
VEB Buchdruckerwerkstätten Hainichen
VEB Doppelring Lederwarenfabrik
VEB Druckwerke Hainichen bis 1972, dann VEB Druckhaus Karl-Marx-Stadt
VEB Einlagegewebe Hainichen (VEB Kombinat technische Textilien Karl-Marx-Stadt)
VEB Filzwerk Hainichen
VEB Lederfabrik Hainichen
VEB Möbelwerke Hainichen
VEB Neues Ziegelwerk Hainichen
VEB Plüschverarbeitungswerkstätten Hainichen
VEB Radiogehäuseindustrie Hainichen
VEB Schulterpolster Hainichen
VEB Separatorenbau Hainichen
VEB Technische Gewebe und Konfektion Hainichen
VEB Technische Textilerzeugnisse Hainichen (VEB Kombinat technische Textilien Karl-Marx-Stadt)
VEB Textilveredlung Hainichen (VEB Strumpfkombinat Esda Thalheim)
VEB Verbandmittel Hainichen (z.B. Varicosan-Binde, ZE-MU-Kompressen)
VEB Wollfiltergewebe Hainichen
VEB Ziegelwerk Hainichen

Wirtschaft in Hainichen vor 1945
Framo-Werke GmbH (1933 als Metallwerk von Frankenberg nach Hainichen verlegt und 1934 umbenannt)

Eintrag im Brockhaus-Lexikon von 1894: An der kleinen Striegis und der Linie Chemnitz-Hainichen und der Nebenlinie Hainichen-Roßwein der Sächsischen Staatsbahnen. Mehrere Gerbereien, Chenillefabriken sowie Fabrikation von Flanell, Nadeln, Holz- und Woll-Phantasiewaren. Post erster Klasse, Telegraph.