Greiz - Nummer 1 der Kammgarnweberei

Artefakte - Denkmale deutscher Geschichte
Fotos: Martin Schramme | Keine Verwendung der Bilder ohne Nachfrage!
letzte Änderung am 11.10.2016

Die Stadt Greiz tritt offiziell auf als "Perle des Vogtlandes". Doch die Hochzeit der Stadt, die einst zur stolzen Textilregion gehörte, ist vorbei. Nach dem Ende der DDR wurde ein ganzer Industriezweig ausradiert. Das Unglück nahm seinen Lauf, als die Treuhandgesellschaft im Juli 1992 die Textilunternehmen Greika GmbH (ehemals VEB Greika) und die Vogtlandstoffe GmbH (ehemals VEB Vogtlandstoffe) in Reichenbach an die indische Orkay Group of Industries verkaufte. Andere Bewerber, darunter Alteigentümer der 1972 verstaatlichten Gebr. Albert KG kommen nicht zum Zuge, als die Mitarbeiterzahl bei Greika bereits von 6000 auf 650 abgeschmolzen ist. Schon im Oktober 1993 laufen Ermittlungen gegen Investoren, die den Unternehmen Millionen entzogen haben sollen. Zu Greika gehörten in der DDR 21 Betriebe, die 1989 insgesamt 30 Millionen Quadratmeter Stoffe herstellten. 1996 kam der Betrieb zum Erliegen, 1997 folgte die Gesamtvollstreckung. Am 21. April 2002 wurde das Greika-Hochhaus gesprengt (video).

Willkommen in Greiz

Foto: Martin Schramme, 2014

Im Greizer Vorort Gommla grüßt dieses Wappen die Besucher der Stadt.

Brauerei und Papierfabrik

Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015

Die Papierherstellung in Greiz geht auf das Jahr 1589 zurück. Damals bekam der Papiermacher Hans Roth vom Landesherrn die Erlaubnis, eine Papiermühle zu errichten. Bald darauf wurde das Privileg gar durch die Zusicherung erweitert, dass in Greiz und Umland niemand ohne Roths Zustimmung Papier herstellen darf. Roth errichtete seine Mühle allerdings, wie sich mit der Zeit herausstellte, am falschen Ort. Denn der Aubach, für den er sich entschied, lieferte weniger Wasser, als es für die gewüschte Papiermenge notwendig war. Nach wiederholtem Verkauf war der Betrieb schließlich 1635 pleite. Samt Privileg wechselte die Papierfabrikation zu Valentin Tischendorf, der den entscheidenden Standortwechsel an die wasserreiche Göltzsch vollzog. Dazu kaufte er im Herbst 1637 die dort kurz vor der Mündung in die Elster gelegene Mahl-, Walk- und Ölmühle, die in Erinnerung an einen Vorgängerbetrieb beim Volk nur "Blechhammer" hieß. Doch die Papierproduktion war noch recht aufwändig. Das Papier trocknete auf Wäschleinen. Die sich über Preußen seit 1769 in den deutschen Staaten verbreitenden Dampfmaschine und deren Weiterentwicklung brachte schließlich auch für die Papierhersteller erhebliche Fortschritte. Nach dem Verkauf an Christian Günther, der in der Greizer Papiermühle gelernt hatte, startete der Betrieb im Februar 1808 ins Industriezeitalter und vergrößerte Wald- und Grundbesitz. Unter Enkel Franz Otto Günther lief 1865 die erste Papiermaschine aus Nossen, 1894 die zweite. Der erste Gedanke an eine Papiermaschine war da schon Jahrzehnte alt. Um 1830 hatte Günther für die technische Revolution Kontakt zu Adolph Keferstein (1773-1853), den Erfinder der ersten deutschen Papiermaschine, der 1802 die seit 1700 betriebene väterliche Papiermühle in Weida (Vogtland) übernommen hatte. Der schrittweise Ausbau der Papierfabrik bescherte Greiz am Ende eine einen Kilometer lange Produktionsstätte. In den Jahren 1885 führte der Betrieb elektrisches Licht und Nachtarbeit ein. 1911 bekam die Fabrik einen Gleisanschluss an die Bahn Gera-Plauen. Die Fabrik verfügte inzwischen auch über Küche und Speisesaal sowie eine Werksfeuerwehr. Zu den vorhandenen zwei Papiermaschinen kamen in den Jahren 1913, 1925, 1929 und 1932 vier weitere Papiermaschinen. Der Betrieb erreichte seine vorerst maximale Ausdehnung. 1933 kommen die Nazis an die Macht. Dr. Felix Günther ist nun der "Betriebsführer". 1936 wurde die Papierfabrik in Ilfeld (Harz) dazugekauft. 1938 produzierten der Greizer Werksverbund Papier und Karton. Dazu gehörten unter anderem Kartone für Aktendeckel, Karteien, Alben und Lampen sowie Papier für die Fotoindustrie, Lösch- und Manilapapier (Manila-Papier = sehr festes Packpapier aus den Fasern der Abaca-Bananenstaude von den Philippinen). Am 30. Juni 1941 stand der Industriebau der Papiermaschine III, erbaut 1912, in Flammen. 600 Tonnen Papier verbrannten. Am Ende des Zweiten Weltkriegs war die Produktion auf 19 Prozent gefallen, obwohl die Fabrik keine Bombentreffer hatte. Die Belegschaft war auf die Hälfte gesunken. Zu seinen Hochzeiten in den 30er Jahren gab es 1000 Angestellte. Seitdem die Rote Armee im Sommer 1945 den Ostteil Deutschlands komplett in die Verwaltung übernommen hatte, galten Kapitalismus und Privateigentum als Relikte der Vergangenheit. Es galt, die Betriebe dem Volke zu übergeben und nach einer Phase der antifaschistisch-demokratischen Umgestaltung den Sozialismus einzuführen. Am 1. Juli 1948 wurde die Papierfabrik Greiz schließlich verstaatlicht. In den 1950er Jahren folgte die schrittweise Modernisierung der Maschinen und Anlagen und die Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen der Werktätigen. 1952 wurde das werkseigene Klubheim "Zum Götzschtal" übergeben. 1954 folgen die Berufsschule und das Kinderferienlager "Willi Neumann" (Kölbelmühle). Am 1. Juni 1955 gab es die erste Ausgabe der Betriebszeitung "Der Papiermacher". 1956 kam das Ferienheim öHöhenblick" auf dem Langen Berg bei Ilmenau dazu. Dabei hatte die Kollegen der Papierfabrik 1954 und 1955 mit Hochwasserschäden zu kämpfen. In die erste Etage der Fabrik drang das Wasser der Götzsch bis zu 2,30 Meter ein. Vier der sechs Papiermaschinen waren betroffen, ebenso Lagerräume, Kessel- und Maschinenhaus und der Gleisanschluss samt Schienenfuhrpark. Damals gab es noch die Verbinderbrücke zwischen dem ehemaligen Brauereigebäude auf der einen Seite der Göltzsch und der Großfabrik auf der anderen Seite. In den 1960er Jahren wurden die 15 Kollergänge schrittweise durch Pulper ersetzt. Inzwischen verfügte die Papierfabrik auch über eine HO-Verkaufsstelle (Lebensmittelladen), eine Bücherei, eine Wäscherei, eine eigene Küche und eine Sanitätsstelle. 1969 wurde mit Geld des VEB Papier- und Pappenfabriken Greiz und unter Planungshoheit des VEB Zellstoff Papier Pappe Heidenau (Saale) eine Anlage zur Erzeugung von Lochkartenkarton für das Datenverarbeitungsprogramm der DDR. Die benötigte Papiermaschine Nummer VII kam vom VEB Papiermaschinenwerke Freiberg, Industrieanlagenbau Schwedt und ging am 14. Juni 1971 in Betrieb. Parallel kam das Produktionsende für die Papiermaschinen 2, 4 und 5.

Der Förderverein Alte Papierfabrik Greiz hat sich des ältesten Teils der Papierfabrik angenommen, der kurioserweise erst 1924 zur Papierfabrik kam, lange zuvor jedoch als Brauerei errichtet wurde. Der Verein ist dabei, die alte Brauerei schrittweise herzurichten für Jugendkulturprojekte. Aus dem benachbarten größerem, etwas jüngerem Teil der Papierfabrik blökten im März 2015 die Schafe. Ein Landwirt schien die riesigen Hallen für seine Tiere zu nutzen.

umfangreiche Seite zur Papierfabrik Greiz
Koehler Paper Group

MG-Stand oberhalb der Papierfabrik

Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015

Vermutlich aus dem Zweiten Weltkrieg stammt eine aus Naturstein gemauerte kleine MG-Stellung oberhalb der Papierfabrik Greiz. Direkt am "Bunker" befand sich ein Stromanschluss. Noch im März 2015 kündeten ein Leitungsrest und zwei Keramikisolatoren davon (siehe Foto 4).

Textilmaschinenfabrik Hermann Grosse

Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015

Die Textilmaschinenfabrik Hermann Grosse stellte Jacquardmaschinen für alle Gebiete der Weberei her. Das Unternehmen besaß in Greiz Maschinenfabrik, Eisengießerei und Sägewerk. Eine zweite Fabrik stand im böhmischen Reichenberg-Oberrosenthal.

altes Postamt (Baujahr 1886)

Foto: Martin Schramme, 2014 Foto: Martin Schramme, 2014

Das prachtvolle Postgebäude am Bahnhof Greiz entstand 1886 aus gelben Klinkern. Es ist der bauliche Höhepunkt einer langen Postgeschichte. So hatte Greiz 1757 den ersten Postbote bekommen. 1800 bekam Greiz mit der fürstlichen Hofpost die erste fahrende Post. 1871 wurde auch Greiz in das einheitliche deutsche Postwesen der Deutschen Reichspost eingegliedert.

Hotel Thüringer Hof (in der DDR HO-Hotel und Speisegaststätte)

Foto: Martin Schramme, 2014 Foto: Martin Schramme, 2014

HO-Hotel von den 1950er bis in die 1980er Jahre. Für das Hotel in Bahnhofsnähe warb man damals in der DDR mit dem Versprechen: "Gepflegte Küche, angenehme Aufenthaltsräume". Das Hotel verfügte auch über einen Intershop. Im Dezember 1962 war die staatliche Handelsorganisation Intershop gegründet worden. Die Zahl der Intershops stieg ständig: bis 1974 auf 271, bis 1983 auf 380.

Bahnbetriebswerk Greiz

Foto: Martin Schramme, 2014 Foto: Martin Schramme, 2014 Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015

1865 erhielt Greiz den ersten Eisenbahnanschluss, allerdings weit weg von der Stadtmitte. Das änderte sich erst mit dem Bau der Strecke Wolfsgefärth-Weischlitz ab 1872 durch die Sächsisch-Thüringische Eisenbahngesellschaft. Der erste Zug fuhr im Juli 1875. Für die Wartung der Lokomotiven gab es ab 1878 einen zweigleisigen Lokschuppen samt Heizhaus. 1879 kamen zwei Lokstände dazu. Bei weiteren Bauarbeiten Jahre später kamen ein weiteres Heizhaus, Drehscheibe und weitere Lokstände hinzu. Von 1937 bis Ende 1961 führte die Deutsche Reichsbahn das Objekt als selbstständiges Bahnbetriebswerk. Seit 1995 steht das Objekt leer und verfällt.

PGH Haarpflege

Foto: Martin Schramme, 2014 Foto: Martin Schramme, 2014

PGH war in der Deutschen Demokratischen Repubklik (DDR, sozialistisches Deutschland von 1949-1990) die Abkürzung für Produktionsgenossenschaft Handwerk.

Haus des NKWD (Volkskommissariat für innere Angelegenheiten)

Foto: Martin Schramme, 2014 Foto: Martin Schramme, 2014

Vom sowjetischen Sicherheitsdienst NKWD wurden Ende 1945 und Anfang 1946 in Greiz 15 Jugendliche verhaftet. Sie wurden beschuldigt, der NS-Widerstandsgruppe "Werwolf" angehört zu haben. Im März 1946 verurteilte ein sowjetisches Militärtribunal elf von ihnen zum Tode, die vier jüngsten davon wurden zu 15 bis 20 Jahren Lagerhaft begnadigt. Die restlichen vier Jugendlichen mussten zehn Jahre hinter Gitter. Die Todesurteile vollstreckte der NKWD im Metschwald bei Triebes, wo auch insgeheim die Leichen verscharrt wurden. 1994 erfolgte die Rehabilitierung durch die russische Justiz.

Schuhmacherhandwerk "Thomas Müntzer" Gera Orthopädie-Abteilung Greiz

Foto: Martin Schramme, 2014 Foto: Martin Schramme, 2014

Schuhmacherhandwerk "Thomas Müntzer" Gera Orthopädie-Abteilung Greiz, vormals anders genutzt: Tragbare Kachel-Ofen und Herde. Eiserne Herde. Rauchrohre von Thon glasirt und von Blech. Wandfliesen für Bäder.

Interform (Polstermöbel)

Bis zuletzt kämpften Belegschaftsmitglieder gegen die Machenschaften von Treuhandgesellschaft und Co.. Im September 1992 besetzten sie ihren Betrieb, nachdem allen verbliebenen Kollegen gekündigt werden sollte. Schon März 1992 hatte es gekocht, nachdem bekannt geworden war, wie Interform offenbar mit Patris in Pausa und Kema in Netzschkau ausgespielt worden ist. Seit Oktober 1991 hatte die Treuhand Gera die Belegschaft von Interform "verscheißert", berichtete die OTZ am 26. Juni 1992. Im Jahr 1992 liefen Verkaufsverhandlungen mit westdeutschen Interessenten und ostdeutschen Handlangern, wie vielfach zu jener Zeit in der ehemaligen DDR. Im Herbst lief die Liquidation an, alle Mitarbeiter wurden entlassen, um ein reines Immobiliengeschäft abwickeln zu können. Dabei war noch 1989 eine neue Produktionshalle errichtet worden.

umfangreiche Seite zu Interform

Betriebe in der DDR (1949-1990)
VEB Baumwollweberei Greiz
VEB Baureparaturen Greiz
VEB Bekleidungswerke Hardas Greiz
VEB Betonwerk Greiz
VEB Blusenfabrik Greiz
VEB Buch- und Stahlstichdruckerei Greiz (bis 1956 VEB Buch- und Prägedruck Greiz)
VEB Büroorganisation Greiz
VEB Chemiewerk Greiz-Dölau (VEB Chemische Werke Buna, Schkopau)
VEB Damenoberbekleidung Greiz
VEB Dekostoffe Greiz (VEB Kombinat Deko Plauen)
VEB Druckerei Karl Liebknecht Greiz
VEB Elektroanlagen und Gerätebau Greiz
VEB Elektrobau Greiz (VEB Kombinat Elektroanlagen und Gerätebau Greiz)
VEB Elstertalstoffe Greiz
VEB Feuerungsbau Greiz-Dölau
VEB Feutron Greiz (VEB Kombinat ILKA Luft- und Kältetechnik Dresden)
VEB Forschung und Entwicklung Greiz
VEB Fortschritt Greiz
VEB Futterstoffe Greiz
VEB Garnveredlung Greiz
VEB Gebäudewirtschaft Greiz
VEB Getreidewirtschaft Greiz
VEB Gravierwerk Greiz (VEB Elektroanlagen und Gerätebau Greiz)
VEB Greika Weberei und Veredlung Greiz (VEB Kombinat Wolle und Seide Glauchau)
VEB Haareinlagestoffe Greiz
VEB Haargewebe Greiz (VEB Kombinat Technische Textilien Karl-Marx-Stadt)
VEB Handwerber Greiz (VEB Kombinat Deko Plauen)
VEB Hauswirtschaftliche Dienstleistungen und Reparaturen Greiz (VEB Dienstleistungskombinat Gera)
VEB Herrenstoffe Greiz
VEB Hochbau Greiz (VEB Straßen-, Brücken- und Tiefbaukombinat Gera)
VEB Industrie-Elektronik Greiz
VEB Industriehülsen Greiz (VEB Elektroanlagen und Gerätebau Greiz)
VEB "Interform" Greiz (Polstermöbel, Stammbetrieb im VEB Möbelkombinat Zeulenroda)
VEB Kammgarnweberei Greiz
VEB Kammgarnzwirnerei Greiz
VEB Kleiderstoffe Greiz-Pohlitz
VEB Kleiderstoffweberei Greiz
VEB Kraftverkehr Greiz
VEB Kunststoffwerk Greiz
VEB Kurzwaren Greiz
VEB Maschinenfabrik Greiz
VEB Möbelfabrik Greiz-Dölau
VEB Möbeltransporte Greiz (VEB Verkehrskombinat Gera)
VEB Möbelwerkstätten Greiz-Pohlitz
VEB Mützeneinlagenweberei Greiz
VEB Novotex Seidenwebereien Greiz
VEB Papierfabrik Greiz (VEB Kombinat Zellstoff und Papier Heidenau)
VEB Papierverarbeitung Greiz
VEB Pinselwerkstätten Greiz
VEB Plasttechnik Greiz (VEB Kombinat Umformtechnik Herbert Warnke Gera)
VEB Pumpen- und Fahrzeugzubehör Greiz
VEB Rationalisierungsmittel des Straßenwesens Greiz
VEB Rationalisierungsmittelbau Wolle und Seide Greiz (VEB Kombinat Wolle und Seide Glauchau)
VEB Reißspinnstoffe Greiz
VEB Rekord
VEB Schilderdruck Greiz
VEB Spezialpapier- und Pappenfabrik Greiz-Lehnamühle
VEB Spielwaren Greiz (VEB Greizer Spielwaren im VEB Kombinat Spielwaren Sonneberg)
VEB Sportschuhe Greiz
VEB Spulerei Greiz
VEB Stadtwirtschaft Greiz
VEB Stramo Greiz
VEB Technische Gewerbe Greiz (VEB Kombinat Baumwolle Glauchau)
VEB Textilia Greiz
VEB Textilreinigung Greiz (VEB Kombinat Textilreinigung Jena)
VEB Textilveredlungswerk Greiz im Kombinat "Wolle und Seide" (Greika), Betriebs- und Werksteile: Zeulenrodaer Str., Rosa-Luxemburg-Str., Papiermühlenweg, Bahnhofstr., Geraer Str., Reichenbacher Str., Oßwaldstr., August-Bebel-Str., Paul-Scharf-Str., Schaltisweg, Paul-Scharf-Str., Ernst-Thälmann-Str., Mollbergstr.
VEB Vereinsbrauerei Greiz, Lindenstr. 60 (seit 1972 im Getränkekombinat Gera) VEB Verpackungsbindfaden Greiz
VEB Webereizubehör Greiz
VEB Webtex Greiz
VEB Werkzeugmaschinenbau Greiz
Werkzeugmaschinenfabrik Union Gera BT Greiz
VEB Zahnradfabrik Greiz
VEB Zentrierwerkzeuge Greiz
VEB Zwirnerei Greiz

Wirtschaft in Greiz vor 1945
Färberei und Appretur Georg Schleber
Wollweberei Friedrich Arnold
Wollweberei Gebr. Albert
Wollweberei Dietsch & Oehler
Wollweberei Schilbach & Co.

Eintrag im Brockhaus-Lexikon von 1894: Post erster Klasse, Telegraph, Fernsprecheinrichtung, städtische Feuerwehr, Wasserleitung (1879), Kanalisation, Gasanstalt. Die Industrie ist bedeutend. In der Kammgarnweberei nimmt Greiz die erste Stelle in Deutschland ein. Es befinden sich hier 10.800 mechanische Webstühle, welche Tibets, Kaschmire, Wollwaren aller Art, Decken, Shawls, feine Kammgarnstoffe herstellen; außerdem arbeiten eine große Anzahl auswärtiger Wollwarenfabriken für Greizer Firmen; ferner bestehen bedeutende Färbereien, Wollzeugdruckereien, Appreturanstalten, eine Kammgarn- und eine Streichgarnspinnerei, Gerberei, Papier- und Cigarrenfabriken, 3 Bierbrauereien, eine Kesselschmiede, Maschinenbauanstalten, Eisengießereien, Webstuhlfabriken, Kupferschmiedereien und Schneidemühlen. Die Kammgarnspinnerei im nahen Zwötzen ist von Greizer und Geraer Industriellen gegründet (Aktienkapital 3 Millionen Mark).

vernichtete Objekte
Greika-Hochhaus, August-Bebel-Straße (trotz Denkmalschutzes am 21. April 2002 gesprengt)

Quellen
Allgemeiner Anzeiger
Ostthüringer Zeitung (OTZ)