Freiberg - Silberstadt

Artefakte - Denkmale deutscher Geschichte
Fotos: Martin Schramme | Keine Verwendung der Fotos ohne Nachfrage!
letzte Änderung: 21.06.2016

Schacht Alte Elisabeth

Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015

Freiberg war Deutschlands Silberstadt. Bergleute holten einst rund 8000 Tonnen des edlen Metalls aus dem sächsischen Untergrund. Die Stadt kann auf 800 Jahre Bergbautradition verweisen und hat eines der größten und ältesten Besucherbergwerke des Freistaates Sachsen. Auf einer Fläche von 30 Quadratkilometer erstrecken sich 1000 Erzgänge. Die Reste jener glorreichen Zeit sind teilweise erhalten und restauriert. So finden Besucher Freibergs die sehr schön hergerichtete Silbergrube "Alte Elisabeth", die heute zusammen mit der "Reichen Zeche" ein Lehr- und Forschungsbergwerk ist. Die Alte Elisabeth entstand 1670 durch den Zusammenschluss der Fundgruben Sanct Elisabeth und Heylige Dreifaltigkeit. Zuletzt diente der Schacht als Flucht- und Wetterschacht.

Reiche Zeche

Foto: Martin Schramme, 2015

Seit dem 12. Jahrhundert nahm der Bergbau in Freiberg eine wachsende Rolle ein.

Haus von Malermeister Rudolf Karbe

Foto: Martin Schramme, 2014 Foto: Martin Schramme, 2014

An dem alten Handwerkerhaus in Freiberg (Sachsen) steht folgender Spruch: "Hier lebten darin als Besitzer: Johann Gottlieb Meyerer, Bergmann, von 1825-50 Johann Samuel Traugott Schröer, Bergmaurer, 1850-62 Traugott Lebrecht Veit, Maurersteiger, 1862-64 Friedrich Wilhelm August Zückmantel, Schmiedemeister, 1864-1906 Carl August Zwitscher, Schmiedemeister, 1906-39 Paul Edmund Zwitscher, Schmiedemeister. Seit 1939 Schmiedemeister Rudolf Karbe."

Betriebe in der DDR (1949-1990)
VEB Bergbau- und Hüttenkombinat "Albert Funk", Freiberg, Straße des Friedens 8
VEB Freiberger Asbest-, Glaswollspinnerei und Weberei (VEB Kombinat Glasseide Oschatz)
VEB Freiberger Präzesionsmechanik

Wirtschaft in Freiberg (Sachsen) vor 1945
Eintrag im Brockhaus-Lexikon von 1894: Westlich der Freiberger Mulde am Münzbach, an den Linien Dresden-Chemnitz, Nossen-Bienenmühle und den Nebenlinien Freiberg-Großhartmannsdorf und Freiberg-Halsbrücke der Sächsischen Staatsbahnen. Post erster Klasse mit Zweigstelle, Telegraph, Fernsprecheinrichtung, Gasanstalt, zwei Wasserleitungen. Interessant ist die unweit der Halsbrücke gelegene, gut erhaltene Ruine der Altväterbrücke, einer alten Wasserleitung. Den Haupterwerbszweig bildet das Berg- und Hüttenwesen. Der Freiberger Bergbau besteht schon seit dem 12. Jahrhundert und hat (1524-1850) 2 Millionen Kilogramm Silber geliefert. 1888 gab es 58 Gruben in Besitz des Staates, von Gewerkschaften oder Privaten. In der Nähe befinden sich unter mehreren andern Anstalten zur Förderung des Bergbaus große Silberschmelzhütten und der zur Zuführung der Erze 1788 angelegte Kronprinzenkanal. Um die Seit den 1830er Jahren von den Gewässern überwältigten Erzreichtümer der Freiberger Gegend benutzen zu können, ließ die Regierung 1844 einen Stollen, den Rothschönberger Stollen, bauen, welcher das Wasser aus den tiefsten Gruben, besonders dem mächtigen Halsbrückener Gangzuge, in die Triebisch bei Rothschönberg abführt. Andere Industriezweige sind: Gold- und Silberspinnerei, Drahtflechterei, Eisengießerei, Maschinenbau, Flachsspinnerei, Gerbereien, Brauereien sowie Fabrikation von Chemikalien, Klavieren, mathematischen Instrumenten, Lederwaren, künstlichen Blumen, Düngemitteln, Cigarren, Pulver, Dynamit, Zündhözern, Strohhüten, Wollwaren, Papier und Treibriemen.