Erfurt (Freistaat Thüringen)

Artefakte - Denkmale deutscher Geschichte
Fotos: Martin Schramme | Keine Verwendung der Bilder ohne Nachfrage!
letzte Änderung: 11.12.2015

Malzfabrik

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Arch. B.D.A. Georg Bierbaum steht auf einer Seitenwand. Es ist der Name des Architekten der Malzfabrik in Erfurt. Der als Industriedenkmal ausgewiesene Gebäuekomplex befindet an Thälmann-, Theo-Neubauer- und Iderhoffstraße. Gebaut wurde die erste große Malzfabrik 1885 im Auftrag des Getreidegroßhändlers Johann Georg Wolff und seiner Söhne Fritz und Hermann an der Moltkestraße (heute Thälmannstraße). Seit 1864 handelten sie mit Getreide und seit 1869 betrieben sie eine gepachtete, kleine Mälzerei. Ab 1887 leitet Fritz die Moltkestraße alleine als Fritz Wolff Malzwerke Erfurt. Nach wiederholten Ausbauten gehörte die Fabrik 1940 zu den größten im Reich. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 wurde der Betrieb enteignet und Teil der VEB Erfurter Malzwerke. 1991 erfolgte die Reprivatisierung. 1993 hieß die neue Eigentümerin Getreide AG. Sie konzentrierte sich auf den Bau neuer Anlagen in Erfurt Nord, ehemals Roststraße. Lange stand die Malzfabrik leer und war gelegentlich Filmkulisse.

Rotplombe | Konsum Nährmittelwerke Erfurt

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Die Marke Rotplombe wurde 1953 durch die Erfurter Nährmittelwerke eingeführt. Das rote Siegel mit dem Erfurter Rad zierte schließlich unter anderem die Verpackungen von Pudding-Pulver, Backpulver und Vanillin. Anfang der 1980er Jahre war das Konsum Nährmittelwerke Erfurt der größte Süßspeisenhersteller der DDR. 1991 nur wenige Monate nach der Übernahme durch Dr. Oetker wurde das Werk stillgelegt.

VEB "Oxyka" Sauerstoff- und Azetylenwerk Erfurt (SW Erfurt)

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Brand- und Explosionsgefahr. Rauchen u. Umgang mit Feuer polizeilich verboten!

In der DDR arbeitet das VVB Oxyka Sauerstoffwerk und Azetylen-Werk Erfurt, später VEB. Vorläufer war die Zweigstelle Erfurt der Vereinigten Sauerstoffwerke GmbH, Berlin. Im Deutschen Reich gab es über 50 Zweigstellen. Sie waren für den Vertrieb technischer Gase zuständig, die im Verbund von IG Farben und Linde hergestellt wurden. 1945 kam der Verbund in Treuhandverwaltung, 1948 wurde er verstaatlicht.

Betriebe in der DDR (1949-1990)
VEB agrotechnic Erfurt
VEB Alowerk Erfurt (VEB Kombinat Öl und Margarine Magdeburg, VEB Kombinat Nahrungsmittel und Kaffee Halle, Naka)
VEB Armaturenfabrik Erfurt
VEB Aufbereitung tierischer Rohstoffe und Pelzproduktion Erfurt (VEB Kombinat Aufbereitung tierischer Rohstoffe)
VEB Aufzugsbau Erfurt
VEB BMK Erfurt
VEB Auto- und Motorenreparatur Erfurt
VEB Autoreparatur Erfurt
VEB Autozubehör Erfurt-Marbach
VEB Erfurter Badeofenfabrik (Badeofenfabrik Thüba Erfurt)
VEB Bau Erfurt-Mitte
VEB Bau Erfurt-Nord
VEB Bau Erfurt-Süd
VEB Bau- und Reparaturkombinat Erfurt
VEB Bauelementewerk Erfurt
VEB Baustoffkombinat Erfurt
VEB Baustoffversorgung Erfurt
VEB Behälterbau Erfurt
VEB Bekleidungswerke Erfurt
VEB Bekleidungskombinat Erfurt
VEB Bergal-Werk Erfurt, Johanneswallgraben 13 (um 1900 als Bandweberei und Flechterei gegr.)
VEB Beton- und Werkstein Erfurt-Gispersleben
VEB Betonsteinwerk Erfurt
VEB Betonwaren Erfurt
VEB Bezirksdirektion für Straßenwesen Erfurt
VEB Biosanat Erfurt (VEB Kombinat Chemisch-Technische Erzeugnisse Gotha)
VEB Blusenfabrik Erfurt
VEB Brauerei Braugold Erfurt (VEB Getränkekombinat Erfurt)
VEB Büro für Ingenieur-Vermessungswesen Erfurt
VEB Büro für Wirtschaftsprüfung- und Steuerberatung Erfurt
VEB Bürobedarf Erfurt
VEB Erfurter Malzwerke
VEB Getränkekombinat Erfurt (Betriebe in Erfurt, Eisenach, Gotha, Greußen, Neunspringe-Worbis, Arnstadt, Mühlhausen)
VEB Wohnungsbaukombinat Erfurt
VEB Kombinat für Konditorei- und Backwaren Erfurt
VEB Kombinat Landtechnik Erfurt
VEB Kombinat Oberbekleidung Erfurt
VEB Kombinat Umfortmtechnik Herbert Warnke Erfurt

Wirtschaft und Leben in Erfurt vor 1945
Hans Blasig Erfurt (Blasig-Schuhe)
Lorenz Döhler KG Nährmittelfabrik Erfurt
Olympia Büromaschinenwerke Erfurt, Mainzerhofplatz
Schuhfabrik Hess Adolf Gabi, Erfurt, Nordplatz 1

Eintrag im Brockhaus-Lexikon von 1894: An der Gera, welche die Stadt in drei Armen durchfließt. 72.360 Einwohner im Jahr 1890. Erfurt liegt an den Linien Halle-Bebra (Thüringer Eisenbahn), Erfurt-Sangerhausen, Erfurt-Ritschenhausen und Nordhausen-Erfurt der Preußischen Staatsbahnen und hat einen Centralbahnhof. Seit 20. August 1894 ist auf allen 3 Linien der früheren Pferdebahn der elektrische Betrieb eingeführt worden (45 Wagen, 10,4 Kilometer Gleise). Postamt erster Klasse mit drei Zweigstellen, ein Telegraphenamt erster Klasse und Fernsprecheinrichtung. Der Telegraphenverkehr umfasste 172.149 Telegramme. Bedeutend ist die Herstellung von Damenmänteln (27 Firmen) und die Schuhfabrikation (16 Fabriken und etwa 1500 Arbeiter); ferner bestehen 3 Eisengießereien, 12 Webereien für Woll-, Baumwoll- und Leinenwaren, 21 Buch- und Steindruckereien, 12 Brauereien (Jahresproduktion etwa 130.000 Hektoliter), Mahl-, Öl-, Graupen- und Schneidemühlen, 28 Kalk- und Ziegelbrennereien, 4 Gerbereien sowie Fabriken für Maschinen (8), Lampen (4), Malz (4), Gummiwaren (4), Tabak und Cigarren (6), Musikinstrumente (9), chemische Präparate, künstlichen Dünger, Leder, Seife (5), Stiefelwichse (5) und Möbel (29). Die königliche Gewehrfabrik beschäftigt etwa 2600, die Betriebswerkstätte der königlichen Eisenbahndirektion etwa 500 Arbeiter. Berühmt ist Erfurt durch seinen Gartenbau, seine Kunst- und Handelsgärtnerei, Gemüse- und Sämereihandel. Gasanstalt mit Sitz der Direktion in Dessau.