Bad Kösen

Artefakte - Denkmale deutscher Geschichte
Fotos: Martin Schramme | Keine Verwendung der Fotos ohne Nachfrage!
letzte Änderung: 11.11.2015

Kösen wurde als Gutshof (Vorwerk) des Klosters Pforta gegründet und lag an der Via Regia (Königsstraße), einer mittelalterlichen Hauptstraße von Paris über Leipzig nach Nowgorod. Die Vorgeschichte des Kurortes begann 1681, als erstmals nach Sole gesucht wurde. Erst 1725 war die Suche erstmals erfolgreich. 1730 entstand das erste Gradierwerk, 1779 schließlich wurde das heute noch vorhandene Gradierwerk begonnen. 1805 war das Salzwerk komplett ausgebaut. Ab 1833 sorgte die Wasserkunst für den Wellengang im ersten Flussbad. 1845 startete die erste öffentliche Badeanstalt. 1849 erreichte die Saline ihre Leistungsobergrenze und stellte 51.000 Zentner Kochsalz (Natriumchlorid) und 16.000 Zentner Glaubersalz (Natriumsulfat) her. 1858 verfügt Preußen, den Betrieb zugunsten der Steinsalzlagerstätten zu drosseln. Fortan konzentrierten sich die Kösener komplett auf den Badebetrieb. Seit 1935 darf der Ort den Name "Bad" im Ortsnamen führen. Zu den bekanntesten Kur- und Badegästen gehörten die Maler Max Liebermann und Edvard Munch (Der Schrei). 1912 kam Käthe Kruse nach Bad Kösen und gründete eine Puppen-Manufaktur, die seit 1934 auch Schaufensterpuppen herstellte.

Mühle am Saale-Wehr (VEB Kösener Mühlenwerke)

Foto: Martin Schramme, 2013 Foto: Martin Schramme, 2013 Foto: Martin Schramme, 2013

Die Alte Mühle am Wehr, so wie sie 2013 zu sehen war, ist nur der Rest des einstigen Bauwerkes. Nach dem verheerenden Brand vom 12. September 2007 steht vom Hauptbauwerk nur noch der Turm. Das Feuer war nach Brandstiftung entstanden. Schon Ende August musste die Feuerwehr zur Mühle ausgerücken und einen Schwelbrand löschen. Zu DDR-Zeiten arbeitete der Betrieb unter dem Namen VEB (K) Kösener Mühlenwerke.

Bahnhof Bad Kösen

Foto: Martin Schramme, 2013 Foto: Martin Schramme, 2013

Viele Jahrzehnte besuchten zahlreiche Kurgäste Bad Kösen mit der Eisenbahn. Ein vergleichsweise schlichter Bahnhof, der der Bäderzeit zuzuordnen ist, verfiel bis 2013. Dann kamen die Abrissbagger. Ein Teil des Bauwerks wurde weggerissen, nachdem der anhaltende Verfall so weit fortgeschritten war, dass die Deutsche Bahn keinen anderen Ausweg sah. Dass wenigstens der markante Mittelteil mit Türmchen noch steht, ist einer Bürgerinitiative zu verdanken, die sich seit Jahren für den Erhalt des Ensembles stark gemacht hat.

Salzwerk / Wasserkunst

Foto: Martin Schramme, 2013

In Bad Kösen steht wahrscheinlich europaweit einzige Wasserkunst, die noch in Betrieb ist. Die Saale treibt ein Wasserrad an, das über ein 180 Meter langes Holzgestänge mit der Solepumpe auf einem nahen Hügel verbunden ist. Die Stangenleitung ist eine Erfindung aus dem Bergbau. Dabei bewegt ein Wasserrad ein am Rad außermittig angebrachtes Gestänge hin und her. Die Wasserkunst ging im 18. Jahrhundert in Betrieb und war Teil der kursächsischen Saline (Königliche Saltz-Wercke). Vorausgegangen war der Notstand in Sachsen, dass man den Salzbedarf selbst nicht decken und Salz deshalb aus den preußischen Salinen Halle, Staßfurt und Groß-Salze teuer importieren musste. Der König veranlasste darauf die Suche nach Salz im eigenen Lande. 1723 beauftragte er den Ingenieur Johann Gottfried Borlach aus Dresden damit. Der arbeitete sich in den 1720er, 30er und 40er Jahren auch entlang der Saale voran, wo er erst in Bad Kösen und in Bad Dürrenberg f&uumL,ndig wurde.

Bergschule

Foto: Martin Schramme, 2013

Im Sommer 2010 erhielt die Bergschule in Bad Kösen (Stadt Naumburg) das Zertifikat "Gesunde Schule".

Betriebe in der DDR
Betriebsakademie des Kombinats für landtechnische Instandsetzung Halle
VEB (K) Kösener Mühlenwerke
VEB Matratzenwerkstätten Bad Kösen (VEB Möbelkombinat Dessau)
VEB Plastica Bad Kösen (VEB Kombinat Chemie und Plastverarbeitung Halle)
VEB Puppenwerkstätten Bad Kösen (VVB Spielwaren)

Wirtschaft in Bad Kösen vor 1945
Eintrag im Brockhaus-Lexikon von 1894: "Kunstmühle, Wurstfabrik, Ziegeleien, bedeutende Kalksteinbrüche mit Drahtseilbahn nach der Bahn, Dampfsägewerk zur Herstellung von Verblendsteinen, Weinbau und -handel sowie Holzflößerei und Handel mit Nutzholz (Holzmesse) aus dem Thüringerwalde."