Bad Frankenhausen

Artefakte - Denkmale deutscher Geschichte
Fotos: Martin Schramme | Keine Verwendung der Fotos ohne Nachfrage!
letzte Änderung am 28.05.2017

Knopffabrik

Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012

Stand November 2012: 2010 gab es im Bad Frankenhäuser Ortsteil Esperstedt die Firma Mechthold GmbH, die mit der Fabrikation von Knöpfen und Schnallen die weit und breit die letzte Knopffabrik war. Dabei war Bad Frankenhausen einst die Stadt der Knöpfe. Ein Fabrikationsort befand sich in der Kreuzgasse. Für die Erweiterung des 1924 von August Böttcher eröffneten Standortes gab es keine Genehmigung und daher sitzen Mechtholds seit 1992 in Esperstedt und produzieren nun dort Millionen Knöpfe im Jahr. Die Blütejahre der Knopfproduktion erlebte Bad Frankenhausen in der Zeit zwischen 1880 und 1930, als es zeitweise fast 30 Produktionsstätten gab. Erstmals erwähnt wird das Knopfmachen 1701. Im großen Stile angefangen hatte alles mit August Zierfuß (1803-1867), der 1831 die erste Fabrik zur Perlmuttverarbeitung gründete. Zierfuß entstammte einer Nadelmacher-Familie und lernte die Perlknopffabrikation auf seiner Wanderschaft im Wiener Vorort Ottakring kennen. Der Kontakt nach Wien war naheliegend, weil die Nähnadeln aus Frankenhausen vor allem an die Wiener Perlmuttknopfmacher verkauft wurden. Einen Namen machte sich Zierfuß mit dem Schwarzbeizen das Perlmutts mit in Salmiak aufgelöstem Chlorsilber. Der letzte Großversuch war 160 Jahre später die KATOGA Knopf Gmbh. Sie startete 1991 und ist inzwischen Geschichte. 1999 hatte die Mitteldeutsche Zeitung noch berichtet, dass die Katoga mit ihrer neuen Produktionsstätte weltweite Anerkennung errungen habe. Heute sitzen die großen Knopf-Hersteller in Westdeutschland. Krila in Neuwied-Niederbieber, zum Beispiel.

Bahnhof Bad Frankenhausen mit Wasserturm und Wasserkran (Kyffhäuserbahn)

Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012

1894 wurde die Bahnstrecke Bad Frankenhausen-Bretleben eröffnet und bis 1898 bis nach Sonderhausen verlängert. In Esperstedt kam 1907 ein Abzweig nach Oldisleben (Zuckerfabrik) dazu, auf dem bis zum Sommer 1992 noch Güterzüge fuhren, der aber 1993 stillgelegt und 2012 entwidmet und damit endgültig aufgegeben wurde. Die Strecke Sonderhausen-Bretleben wurde im Herbst 2008 stillgelegt. Die Reaktivierung der Strecke wurde mehrfach diskutiert. 2011 sah man zumindest für den Abschnitt Bretleben-Bad Frankenhausen eine Realisierungschance. Unter anderem die Bundeswehr meldete Interesse an. Passiert war jedoch auch im Jahr 2012 nichts. Immerhin hat die Deutsche Regionaleisenbahn GmbH (DRE), welche die Stilllegung von Strecken verhindern will, einen Pachtvertrag.

Fachwerkhaus

Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012

Dieser Fachwerkbau erinnern an das alte Frankenhausen.

Kurbad Drogerie

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Auf alten Postkarten aus DDR-Zeiten ist die Kurbad Drogerie am Anger im Solbad Frankenhausen noch mit dem intakten Schriftzug zu sehen. Der Platz davor war nicht wie 2012 komplett aus Stein, sondern als parkartige Grünanlage mit Blumenrabatten, Springbrunnen, Gras und Bäumen ausgestattet.

Altstädter Kirche St. Petri

Foto: Martin Schramme, 2012

Das ist der Rest einer ursprünglich viel größeren, im 10. Jahrhundert erbauten romanischen Kirche. Es ist die älteste Kirche in Bad Frankenhausen. 2002 wurde die restaurierte Kirche wieder feierlich eingeweiht. mehr

Logo vom Agrochemischen Zentrum (ACZ) Artern Sitz Bad Frankenhausen

Foto: Martin Schramme, 2012

Auf diesem Logo sind ein Flugzeug und ein Lkw zu sehen, die von Ähren umgeben sind. Dazu kommt die Abkürzung ACZ für Agrochemisches Zentrum. In dem Fall handelt es sich um das Agrochemische Zentrum (ACZ) Artern Sitz Bad Frankenhausen. Das ACZ war in der DDR für Umschlag, Lagerung und Ausbringung von chemischen Düngemitteln, Pflanzenschutzmitteln und Mitteln zur biologischen Prozesssteuerung per Flugzeug und Lkw zuständig.

Betriebe in der DDR (1949-1900)
VEB Druckerei und Kartonagenfabrik Bad Frankenhausen oder VEB Druckerei und Kartonagenwerk Bad Frankenhausen (VEB Kombinat Chemie und Plastverarbeitung Halle)
VEB Elektroanlagen Bad Frankenhausen
VEB Fanal Mühlenbauanstalt und Maschinenfabrik Bad Frankenhausen (bis 1946 J. Landgraf & Sohn Mühlenbauanstalt und Maschinenfabrik Frankenhausen (Kyffh.), seit 1970er Jahren Betrieb im Kombinat Kyffhäuserhütte Artern, Fanal lautete ein Typenname von Mühlentechnik aus dem Hause Landgraf)
VEB Format Bad Frankenhausen (VEB Kombinat Chemie und Plastverarbeitung Halle)
VEB Kfz-Instandsetzung Bad Frankenhausen
VEB Knopffabrik Bad Frankenhausen (VEB Knopfgalant Bad Frankenhausen)
VEB Kreisbetrieb für Landtechnik, Sitz Bad Frankenhausen (VEB Kombinat für landtechnische Instandhaltung Halle)
VEB Modische Knöpfe Bad Frankenhausen
VEB Nahrungs- und Genußmittelbetriebe Bad Frankenhausen
VEB Obertrikotagen Bad Frankenhausen
VEB OGIS Bad Frankenhausen (VEB Kombinat OGS Halle)
VEB Strickmoden Bad Frankenhausen
VEB Technische Gebäudeinstallation Bad Frankenhausen
VEB Werksteine Bad Frankenhausen

Wirtschaft und Leben in Frankenhausen vor 1945
Dampfbrauerei Otto Schütze, Frankenhausen am Kyffhäuser (Export-, Lager- und Doppelbier)
Frankenhäuser Aktienbrauerei Frankenhausen (Lagerbier, alkoholfreie Erfrischungsgetränke: Bilz-Brause)

Eintrag im Brockhaus-Lexikon von 1894: An einem im 12. Jahrhundert geschaffenen Abzweig der Wipper. Post erster Klasse, Telegraph. Eine Zuckerfabrik, Cigarren- und zahlreiche Perlmutterknopffabriken. Die Saline zu Frankenhausen liefert jährlich etwa 20.000 Tonnen Kochsalz und ist mit einem Solbad (eröffnet 1818; 1892: 1630 Kurgäste) mit drei Badeanstalten verbunden.

Kürzel
OGIS = Obst, Gemüse, industrielle Speisekartoffeln